Full text: 60 Jahre Melsunger medizinische Mitteilungen

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1922 
Winke zum Gebrauch der Venenspritze 
nach Katz 
Winke zum Gebrauch der Venenfpritze nach Katz. 
Von Dr. Karl Döhmann. 
Die von der Firma B. Braun, Melfungen, für die Injektion dunkel 
farbiger Löfungen in die Vene hergeftellte Katzfdie Injektionsfpritze, 
welche geflattet, in zwei olivenförmigen kleinen Erweiterungen des Anfatzes 
(die mit blut-ifotonifdier Salzlöfung zu füllen find und nur durch ein 
Kapillar-Lumen mit dem Spritzenzylinder kommunizieren) das Venenblut 
fiditbar zu afpirieren, (cheint mir einiger wichtiger Erläuterungen für den 
Gebrauch zu bedürfen. Zunächfl das Wichtigfle ift die Frage: wie können 
Luftblafen im Anfatzteile vermieden werden? 
Hier ifl es von prinzipieller Wichtigkeit, daf» das in die Spritze 
afpirierte Medikament durch den Kolben in die nach oben gehaltene, 
nicht mit Metallteilen (auch nicht dem Zwifchenflück) armierte 
Spritze ganz nach oben gefchoben und dadurch die Luft ausgetrieben 
wird. Dies wird mit angefetztem Zwifchenflück (und Afsmy-Anfatz) und 
Kanüle bei der Katzfpritze nicht gelingen, ohne Luftblafen zu behalten, 
die fich unmittelbar unter und in dem Zwifchenflück etablieren und von 
dort nicht zu vertreiben fein werden, wenn nicht alle Metallteile ad hoc 
entfernt werden. 
Mag man alfo gewohnt fein, zunächfl mit dem Ajimy-Anfatz die 
Kanüle in die abgeflaute Vene zu (lofsen, oder die relativ „unblutige” 
Methode bevorzugen, die mit Zwifchenflück und Kanüle armierte Spritze 
einzuftofen; in jedem Falle kann man (ich nur durch den eben betriebenen 
Technizismus vor Luftblafen und ihren Gefahren fichern. Es ifl alfo im 
erflen Falle Kanüle und Afimy-Anfatz und Zwifchenflück als Ganzes ein- 
zuflofien und. wenn der Blutausflufj einwandfrei erweifl, daf) die Kanülen- 
fpritze (ich in der Vene befindet, die gänzlich mit Flüffigkeit gefüllte, 
oder noch beffer am Anfatzende einen pofitiven Meniskus des Medikaments 
refp. der Salzlöfung aufweifende Glasfpritze anzufetzen; bei der „unblutigen” 
Technik (ohne Afsmy-Anfatz) ifl Kanüle und Zwifchenflück (ebenfalls als 
Ganzes vorher zufammengefügt) erfl nach Entleerung der Luftblafen aus 
den olivaren Erweiterungen des Glasanfatzes in die Spritzenöffnung ein 
zuführen und erfl nach Verdrängung der Luft aus dem Gefamtfyflem 
das ganze Inflrument zum Einflich und zur Injektion zu benutzen. 
Die leichtere Beweglichkeit des Kolbens in der Ganzglasfpritze ifl 
ein Vorzug infofern, als das Einflrömen des venöfen Blutes durch den 
in der abgeflauten Vene herrfchenden Druck felbfl beforgt wird, fodafj 
der Handgriff des Ziehens (zwecks Afpiration) überflüffig wird. Dafür 
hat diefe leichte Kolbenbeweglichkeit den Nachteil gegenüber der fchwereren 
in der Record-Spritze, daf) man vor der Injektion während des Heran- 
faewegens des Inflruments viel forgfältiger darauf achten muf), daf) nicht 
der Kolben (ich von felbfl verfchiebt und fomit entweder Medikament
	        

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