Full text: Handbuch des Kreises Melsungen (Jahrgang 18.1937)

leitet Richter von der Luftsport-Landesgruppe Darm- 
stadt sprach darüber, wie notwendig der Nachwuchs 
der jungen Fliegergeneration ist. Wenn man glaubte, 
der DLV. sei durch die Einführung der Wehrmacht 
und Luftwaffe überflüssig geworden, so sei das eine 
irrige Auffassung. Dem DLV. seien nach wie vor 
Die Ehrenscheibe der Melsunger Schützengilde, 
die eine Erinnerung an das Schützenfest 1936 bleiben soll. 
(Aufn.: Melsunger Tageblatt.) 
die Aufgaben gestellt, den Nachwuchs im fried 
lichen Wettbewerb zu schulen. Ortsgruppenleiter 
Dr. Körte taufte das Flugzeug mit Genehmigung 
des Kunstfliegers Fieseler-Kassel auf den Namen 
„Weltmeister Fieseier". Der Fliegersturm Felsberg- 
Gensungen, sowie die HF.-Fliegerschar nahmen das 
Flugzeug in ihre Obhut. Zum Schluß dankte Bür 
germeister Zimmermann vor allem dem Ortsgrup 
penleiter für seine aufopfernde Tätigkeit innerhalb 
des Ortsgruppenbereiches. 
Fast ein Fahrzehnt lang hat die Omnibus- 
lini e Malsfeld—Mosheim—Gensungen das Fulda 
tal mit dem Eddertal verbunden. Zuerst fuhren 
die Wagen in Melsungen ab, bis die Linie nur noch 
von Malsfeld aus betrieben wurde. Am Sonntag, 
den 16. Februar 1936, wurde die Strecke wegen 
Unrentabilität vollständig eingestellt. Der Wagen 
maehte die letzte Fahrt. Bon vielen Einwohnern 
der Ortschaften, die an der Strecke liegen, wurde 
das Verschwinden des Omnibusses bedauert. 
Wie in allen Kriegerkameradschaften des Reiches, 
fand am Sonntag, den 23. Februar 1936, an dem 
Tage, an dem vor zwanzig Fahren das gewaltige 
Ringen um Verdun anhub, an dem Tage, an dem 
viele Jahre später im Kampf um Deutschlands Wie 
dergeburt Horst Wessel die Augen für immer schloß, 
auch in Melsungen und den Kameradschaften des 
Kreises die Weihe der vom Führer und Reichs 
kanzler genehmigten neuen Bundesfahne 
statt. Zu gleicher Stunde, da im Berliner Sport 
palast die feierliche Weihe vollzogen wurde, wur 
den nach gemeinsamem Besuch des Gottesdienstes 
auch hier die Fahnen entrollt, die nunmehr in 
ihrer Mitte auf dem Eisernen Kreuz das Symbol 
der völkischen Erhebung, das Hakenkreuz, tragen. 
Gemeinsam wurden die Lieder der Nation gesungen. 
Dann übergaben die Kameradschaftsführer die Fahnen 
den Fahnenträgern und richteten an die Kame 
raden die Mahnung, so wie es alte Soldaten nicht 
anders gewöhnt sind, der Fahne Adolf Hitlers im 
mer die Treue zu halten. 
Die Handwerker des Kreises Melsungen nah 
men am 14. April 1936 zum ersten Mal gemeinsam 
die feierliche Lossprechung ihrer Lehrlinge 
vor, um einen uralten germanischen Brauch wieder 
aufleben zu lassen. Der Versammlungsraum im 
Feierabendhaus war festlich geschmückt. Auf einem 
blumengeschmückten Tisch stand die reichverzierte 
Lade, um die sich vor dem Hakenkreuz- und Ar 
beitsfrontbanner die alten Fnnungsfahnen grup 
pierten. Feierliche Musikklänge leiteten den Weihe 
akt ein. Währenddem betraten die 27 freizuspre 
chenden Lehrlinge den Raum und stellten sich, ge 
führt von zwei Obermeistern in Berufstracht, neben 
den Symbolen des Handwerks auf. Kreishand 
werksmeister Siebert hieß Gäste, Handwerksmeister 
und Gesellen herzlich willkommen. Dann nahm 
Kreisleiter Dr. Reinhardt das Wort, um auf den 
Sinn dieser Feier hinzuweisen. Unter dem Zeichen 
des Hakenkreuzes ist uralter germanischer Brauch 
wieder ans Licht gebracht worden. Zum ersten Male 
werden die alten kultischen Gebräuche wieder im 
Kreise Melsungen geübt. Die zur Freisprechung 
kommenden jungen Menschen sollen merken, daß 
sie jetzt aus der Lehrzeit hinausgetreten find in den 
Strom der ewigen Geschlechter. Gott hat uns die 
Erbmasse des Kunstschaffens mitgegeben, damit wir 
auf Grund dieser Anlage das Schöne schaffen, das 
ivir an den herrlichen Bauten unserer großen 
Meister bewundern. Dabei muß die Persönlichkeit 
entwickelt werden. Einmal wird wieder die Zeit 
kommen, in der es heißt: Handwerk hat gol 
denen Boden! Die feierliche Lossprechung bildete 
dann den Höhepunkt der ganzen Weihestunde. Der 
Kreishandwerksmeister gab bei Kerzenschein das 
Zeichen zum Oeffnen der Lade, aus der die Ge 
sellenbriefe entnommen wurden. Ernst und bewegt 
gelobten die jungen Handwerker, ihre ganze Kraft 
in den Dienst des Führers und des deutschen Va 
terlandes zu stellen und allen Berufsangehörigen, ob 
Lehrling, Geselle oder Meister, ein wahrer Arbeics- 
kamerad und treuer Helfer in allen Lebenslagen 
zu sein. Nach diesem Gelübde traten die Ober 
meister nacheinander hervor, um die jungen Leute 
ihres Berufs unter Aushändigung des Gesellen 
briefes durch festen Händedruck zum Gesellen zu 
schlagen. Zum Schluß übergab der Kreishandwerks 
meister die jungen Gesellen dem Kreiswalter der 
Arbeitsfront, Kreiswalter Schülbe, der sie in seine 
Obhut nahm. 
Der 47. Geburtstag des Führers am 
20. April 1936 war wieder ein besonders feier 
licher Tag. Nach den Gedenkstunden in den Schu 
len und an den Amtsstellen am Vormittag fand am 
Abend im Kronensaal in Melsungen die Vereidi 
gung von 200 Führern und Führerinnen aller Par 
teigliederungen des Kreises Melsungen statt. Kreis 
amtsleiter, Ortsgruppenleiter und Bürgermeister 
Fenner-Spangenberg hob die Bedeutung der Stunde 
hervor. Es muß dahin kommen, daß sich jeder
	        

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