Full text: Der kleinen Liese Weihnachtstraum

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Lange stand ich und wählte zum Strauß, 
Lilien — die schönsten der Blumen — mir aus,*) 
So wie die Lilien — bescheiden und rein 
Sollt ihr stets bleiben, ihr Kinderlein. 
6. Gugel: 
Ich flog durch den Wald, da schüttelten, sacht 
Die Bäume die Wipfel, sich grüßend zur Nacht, 
Und warfen alle zart schimmernde Flöckchen 
Auf mich herunter, schnell packt' ich mein Röckchen 
Und tat sie im Fluge gar eilig hinein, 
Um leise sie über dies Bäumchen zu streun. 
7. Gugel: 
Beim Kämmen hat Mutter Marie mich gerupft, 
Mir goldene Härlein ausgezupft, 
Die hab' ich gesammelt und werfe sie schnell 
Ueber dies Tännchen — das glitzert nun hell. 
1. Engel: 
Die weißen Rosen lieb ich so sehr, 
Drum bracht ich, auf Ranken gereiht, sie her. 
Kommt, helft zu der Kinder hohem Entzücken 
Das Bäumchen mit Rosenfülle schmücken. 
2. Engel: 
Der himmlischen Gaben sind's jetzt genug, 
Nun leg' ich dem Hansel ein Märchenbuch, 
Der Liese ein Püppchen unter den Baum, 
Ich weiß es, sie wünschten sich's heute im Traum. 
Auch hab ich hier köstlich belebenden Wein 
Zur Stärkung fürs kranke Mütterlein. 
Nun betet erst alle in eurem Herzen, 
(knien nieder) 
Dann laßt uns entzünden die Christbaumkerzen 
*) Lilien, wo wirkliche fehlen, aus Buntpapier.
	        

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