Full text: Der kleinen Liese Weihnachtstraum

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Es fehlt hier die Nahrung, Kleidung, die Schuh, 
Oft legen die Kleinen sich hungrig zur Ruh. 
Drum tretet jetzt hurtig an meine Seite. 
Daß liebende Hand die Spenden bereite. 
3. Engel: 
Gestern abend hatte ich frei, 
Da flog ich an vielen Fenstern vorbei, 
Wollte mal sehen, was vor dem Fest, 
So ein Mensch alles tut und läßt. 
Kam auch hier am Hüttchen vorbei 
Und schaute hinein, da knieten die zwei 
Grade zu ihrem Nachtgebet. 
(Deutet aizA dem Fenster.) 
Seht ihr den Stern, der dort drüben steht? 
(Die anderen nicken.) 
Der blickte auch gestern zum Fenster hinein, 
Sandte den Kindern so milden Schein 
Darum holt' ich mir vom Himmelszelt 
Sterne für diese kleine Welt. 
Brennen die Kerzen und draußen ist's Nacht, 
Glitzern sie hellauf in himmlischer Pracht. 
Wenn wir so leuchtend das Bäumchen schmücken, 
Werden wir Augen und Herzen entzücken. 
4. Engel: 
Im Himmelsgarten, im Paradies 
Gibt's Birnen und Pflaumen und Aepfel gar süß. 
Da stieg ich denn gestern beim Sonnenschein, 
In die schönsten, größten Bäume hinein 
Und brach mir die besten Früchte heraus, 
Die bring' ich den armen Kleinen zum SchmauS, 
Mögen sich recht von Herzen sich laben — 
(Zum nächsten) 
Nun kommst du mit deinen Weihnachtsgaben. 
5. Engel: 
Droben auf unsern himmlischen Wiesen 
Tausend duftende Blüten sprießen
	        

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