Full text: Doktor Allwissend

1. Aichig. 
(Einfache Stube bei Bauer Krebs. Die Bäuerin trinkt Kaffee.) 
Ursula: Mein Michel bleibt heute lang in der Stadt. 
Was der wohl wieder zu treiben hat? 
(Krebs kommt herein, ist nach Fuhrmannsart mit blauem Kittel 
bekleidet und trägt ein Schild unterm Arm, das er auf den Tisch 
legt.) 
Krebs: Tag, Urschet. 
Ursula (brummt). 
Krebs: Nun laß mir dein Gebrumm! 
Ursula (böse): 
Wo treibst du dich so lang herum? 
Krebs: Urschel, in meinen alten Tagen 
Will ich mich nicht mehr schinden und Plagen. 
Mögen andre die Furchen ackern 
Und sich redlich quälen und rackern. 
Ich mache jetzt Schluß und setz' mich zur Ruh 
Und leg' mir den Doktortitel zu. 
Ursula (erstaunt): 
Du Dokter?! Der Bauer Krebs bist du 
Dein Lebtag gewest und dumm wie 'ne Kuh! 
Nun bist du ein Dokter über Nacht!? 
Wer hat dich auf einmal so klug gemacht? 
Krebs: Ich selber. 
Ursula: Ei, hältst du mich zum Narren? 
Ich glaube, Mann, du hast 'nen Sparren, 
Oder du bist gehörig beschwipst', 
Daß du dich als ein Dokter ausgibst?
	        

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