Full text: Und wenn die Welt voll Teufel wär!

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Luther: Ich hab es selbst ersonnen. Gott hat mir's eingegeben. 
Eberhard (erstaunt).- Ihr selbst versteht solch hohe, edle Kunst! 
Dann seid Ihr Gottes Freund! 
Luther: In Demut will ich's hoffen. Auch Gottes Freund zu 
werden, sei Euer und der ganzen Christenheit Bestreben. 
Eberhard: Uns lehrt man in den Kirchen nit solch feine deut 
sche Weise. Der Pfaffe plärrt Latein, und das versteht 
der Teufel. 
Luther: Ach, es ist ewig schade, daß unser Volk so wenig 
deutsche Liedlein singet! 
Eberhard: Man müßt sie schaffen, Herr! Ihr habt die Gabe, 
seid ein Poet! 
Luther: Will's Gott, so tu ich's noch. 
Eberhard: Das dankt ein ganzes Volk Euch. 
Luther: Wenn Ihr dahejm bei Eurer Hausfrau säßet, be 
freundet mit Frau Musika, und sängt ein Lied mit Euern 
Kinderlein, so hold und lieblich — ei, wie schön wär das! 
Selbst die heiligen Engel im Himmel hätten ihre helle 
Freud' daran. 
Eberhard: Ja, lieber Herr, das möcht schon herrlich sein. Ihr 
müßt auf meiner Burg zu Erbach einkehren und mein 
Hausgesind samt Weib und Kinderlein solch Liedlein singen 
lehren. Ich bitt' gar herzlich Euch: kehrt ein bei mir! 
(Man hört Schritte.) 
Luther: Ich höre Schritte vor der Tür. Erwartet Ihr noch wen? 
Eberhard: Das wird mein Reitknecht Racke sein. Wir wollen 
heut noch eine große Tat vollführen. Doch schade, daß der 
Kerl uns jetzt schon kommt. Ich hätte gern noch mehr 
von Euch gehört.
	        

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