Full text: Und wenn die Welt voll Teufel wär!

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Eberhard: Pfui, Schuster, bleib bei deinem Leisten! Der 
Pechhengst und Federfuchser soll sich sein Lehrgeld wieder 
geben lassen. (Zum Gesellen) Der Henker dank dir für 
das Reimgeklingel und Lobgehudel. Ich dank dir's nit. 
Pack dick mit deiner Lügenmär! 
Gesell (unbesorgt): Undank beschwert mich nit. So lauf ich 
meine Straße desto leichter. 
Eberhard: Sei froh, daß ich dich laufen lasse. Wenn es nit 
hieß, den Habicht einzufangen, dann Hänfling, bliebst du 
, mir nit frei! (Gesell ab. Eberhard schreitet erregt hin und 
her.) Ach und Weh über das verführte Volk! Den Un 
hold aus der tiefsten Hölle nennt es Nachtigall und lauscht 
ihm gar entzückt. Ich stell' dir Sprenkeln, Wendehals! 
Du sollst mir nit entkommen. (Freudig.) Von Wertheim 
kommt er morgen — oder diese Nacht noch! Und hab' 
ich dich erst in den Fingern, dann krähst du nach Er- 
barmung. Doch meine Seel' betörst du nit, und wenn du 
noch so süße sängest. 
6. Auftritt. 
(Der Wirt kommt.) 
Wirt: Ich hörte Euch so spät noch oben gehen, wohledler Herr, 
und dachte mir, daß Euer Licht herabgebrannt sein könnte. 
Da bring ich Euch ein neues Kerzlein noch, daß Ihr es 
hell habt hier. 
(Er legt die Kerze auf den Tisch.) 
Eberhard (zeigt auf die Tür rechts): Sagt, Wirt, wer ist mein 
Nachbar hier? 
Wirt: Kein' Seel', wohledler Herr! Leer ist die Kammer. 
Eberhard: Und da? (zeigt nach links.) 
Wirt: Ein fremder Troßknecht oder ein arm Iunkerlein — 
weiß es nit recht — ist eben erst gekommen, zwei Herren 
leut' mit ihm und noch ein Knechtlein. 
Eberhard: Wißt Ihr, woher? 
2 Ruppel, Und wenn die Welt voll Teufel wär.
	        

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