Full text: Und wenn die Welt voll Teufel wär!

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Wirt: Ein Krämer, kommt von Frankfurt aus der Messe — 
und ein ... 
Eberhard: Den Pfeffersack, den laßt mir ungeschoren! Den 
kümmern nur Lombarden, Wucherzins und flandrische Ge 
webe. Was weiß ein Krämer von dem Streit der Geister! 
— Wer noch? 
Wirt: Aus Nürnberg noch ein junger Fant, der schwarzen 
Kunst beflissen, die Gutenberg erfunden hat. 
Eberhard: Ein Buchdrucker also. Was bringt er Neues mit? 
Wirt: Besonderes nit, wohledler Herr. Ein fliegend Blatt 
trägt er im Wams und schlägt's für wenig Heller los. 
Eberhard: Fm Wams versteckt? Kein gut Gewissen hat der 
Kerl. Er wird den Aufruhr schüren, hetzt die Bauern auf 
den Adel oder ist gar ein verkappter Lutherfreund. 
Wirt: Das glaub ich nit. Wird so ein junger Schwärmer 
sein. Bon einem Schuster und Poeten faselt er in hohen 
Tönen. Ein Ränzlein und dergleichen hat er nit, etwas 
darin zu tragen. Deswegen wohl trägt er im Wams das 
Flugblatt. 
Eberhard (wirft eine Münze auf den Tisch): Das muß ich 
lesen. Bringt mir eins herauf! (Wirt will gehen.) Doch 
wartet noch! Der Bursch läuft uns nit fort. Wer her 
bergt noch bei Euch? 
Wirt: Sind wohl noch dreie oder viere da zur Nacht: ein 
frommer Bruder, kommt von Grimmenthal — ein Wein 
fuhrmann, von Wertheim angekommen — ein ... 
Eberhard: Von Wertheim, sagt Fhr? 
Wirt: 2a, Euer Edlen. 
Eberhard: Den schickt mir her! 
Wirt: Er führt ein schweres Fuder Frankenmein. Wollt Fhr 
ein Stück erwerben? 
Eberhard: Kann sein, (für sich) wenn mir der Fang gelingt. 
(Laut.) Schickt ihn nur her! (Wirt ab.) Von Wertheim 
kommt er, sagt der Wirt. Der muß mir Auskunft geben 
können. Denn von Wertheim soll der Doktor Luder 
kommen. 
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