Full text: Die Tuberkulose, ihre Verhütung und Heilung

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handelnden Lungentuberkulosen, die ansteckenden Fälle 
unter ungewöhnlich ungünstigen Umweltverhältnissen und 
bi»» Beobachtungsfälle, bei denen der Heilstättenarzt selbst 
alle gegenwärtigen Krankheitszeichen mitbeobachten ivill. 
Die Schnelleinweisung, die als Ausnahme anzusehen ist, 
bringt die dringlichen Fälle in kürzester Zeit aus dem 
Betrieb und der Häuslichkeit in die Heilstätte und ist 
nunmehr für sämtliche Bezirke eingeführt. 
Nach den Richtlinien soll die Heilstättenbehandlung im 
allgemeinen auf die tätige Lungentuberkulose in ihrem noch 
heilbaren bzw. besserungsfähigen Stadium beschränkt wer 
den. Für nicht tuberkulöse Lungenkranke, für inaktive 
Tuberkulosefälle und für Tuberkulosegefährdete kommen 
Heilstüttenkuren grundsätzlich nicht in Betracht. 
Die Auslese der Lungentuberkulosefälle für die Heil- 
stätten geschieht nicht engherzig. Auch das III. Stadium 
kann der Heilstätte zugeführt werden, wenn nicht Dauer 
fieber, Bettlägerigkeit oder ernste Begleitkrankheiten die 
Kur unmöglich machen. Die schweren Erkrankungen des 
III. Stadiums werden durch das Schnelleinweisungsver 
fahren erfaßt und unverzüglich der Heilstätte Stadtwald 
zugeführt, wo zu entscheiden ist, ob sie noch der chirur 
gischen Behandlung zugänglich sind. 
Das Alter der Kranken spielt bei der Auswahl zum 
Heilverfahren keine Rolle. Kranke ohne Krankheitsein- 
sicht und ohne den guten Willen zu ernster Kur, ferner 
solche, die schädliche und mit dem Kurzweck unvereinbare 
Gewohnheiten nicht aufgeben wollen, werden besser den 
Heilstätten ferngehalten. Fn jedem Falle ist zur Einwei 
sung in die Heilstätte das Einverständnis des Kranken er 
forderlich. Doch besteht heute schon die Möglichkeit, an 
steckende und ihre Umgebung gefährdende Tuberkulöse — 
sog. asoziale Bazillenstreuer — auch gegen ihren Willen
	        

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