Full text: Die Tuberkulose, ihre Verhütung und Heilung

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Klima, Licht- und 
Strahlenbehandlung 
Die klimatische Behandlung der 
Tuberkulose steht von alters her in 
hohem Ansehen. Und doch gibt es 
kein bestimmtes Klima, das für alle Fälle von Lungen 
tuberkulose Vorzüge hat und allen Kranken nur Vor 
teile bringt. Der Tuberkulöse kann in jedem Klima 
und soll möglichst im heimischen Klima gesunden. 
Ueberall ist die Reaktion des Lungenkranken auf das 
Klima wichtiger als das Klima an sich. Fm Hochgebirge 
können gewisse Lungenkranke, wie z. B. Blutarme, Herz 
schwäche oder Nervöse, mehr Schaden als Nutzen haben. 
Auch die Unterstützung der klimatischen Kur durch eine 
„Heilquelle" ist nicht bestimmend für den Heilverlauf. 
Durch die Licht- und Sonnenstrahlen werden bei Tuber 
kulösen die Heilungsvorgänge in den Körperzellen ange 
regt und beschleunigt. Der Unterschied zwischen der Höhen- 
und Tieflandssonne liegt in dem verschiedenen Reichtum 
an Ultraviolettstrahlung. Die U l t r a v i o l e t t st r a h - 
l e n sind aber auch im Tieflande so wirksam, daß 
Sonnenkuren an jedem Orte, wo die Sonne scheint, mit 
Erfolg gemacht werden können. 
Da die Sonne nicht täglich scheint und in unseren 
Breiten zur Winterszeit nicht ausnutzbar ist, hat mau p 
einem Sonnenersatz, zur k ü n st l i ch e n Höhensonne 
gegriffen. Am gebräuchlichsten ist die Quarzlampe, die in 
dem Quecksilberdampflichte die kalten ultravioletten Strah 
len liefert. Man ergänzt sie zweckmäßig durch Lampeu, 
die die warmen roten und ultraroten Strahlen darbieten. 
Die Rotlicht st rahlung wird auch allein angewendet 
in der Absicht, die Wärme in dem bestrahlten tuberkulösen 
Herd auf 60 0 und darüber zu stauen. Das Hauptanwen 
dungsgebiet für die künstliche Strahlenbehandlung bildet 
die Haut- und die kindliche Drüsen-, Knochen- und Ge 
lenktuberkulose.
	        

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