Full text: Die Tuberkulose, ihre Verhütung und Heilung

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Die Wohnung, zunächst ein Produkt des 
h g pf 3 Baumeisters, wird sehr bald ein Pro 
dukt ihrer Bewohner. Deshalb kommt es nicht nur darauf 
an, wie die Wohnung gebaut ist, sondern wie sie be 
wohnt und gehalten wird. Unverstand und Eitel 
keit können durch unzweckmäßige Ausnutzung der ein 
zelnen Räume eine an sich gesunde Wohnung ungesund 
machen. Das geräumigste und hellste Zimmer als „gute 
Stube", die engsten und dunkelsten Räume als Schlaf 
zimmer einzurichten, ist ein Unrecht gegen alle Mitglieder 
der Familie. Man tut besser, aus der wenig oder nur 
Sonntags benutzten „guten Stube" ein zweites Schlaf 
zimmer und in Krankheitsfällen das Krankenzimmer zu 
machen. 
Eine Wohnung mit Licht, Sonne und 16 cbm Luft 
raum auf den Kopf ist gesund. Sie bleibt es auch, wenn 
die Wohn-, Schlaf- und Nebenräume gründlich und oft 
genug gelüstet und gereinigt werden. Vor allen Dingen 
darf man nicht den Eintritt der Licht- und Sonnenstrahlen 
durch dichte Gardinen und Vorhänge unnötig einschränken, 
denn Licht und Sonne reinigen die verstecktesten Ecken 
und Schlupfivinkel schneller und gründlicher als Besen 
und Scheuerbürste. Wo Dunkelheit herrscht, da machen 
sich auch bald Unordnung und Unsauberkeit breit. Ist 
aber eine Wohnung erst im wahren Sinne des Wortes 
verschmutzt, dann wird man sie während des Bewoh- 
nens ohne Aufwendung von viel Zeit und besonderen 
Hilfsmitteln so leicht nicht wieder sauber bekommen. 
Darum, ihr Hausfrauen, widersteht den Anfängen der 
Unsauberkeit, der Nachlässigkeit beim täglichen Reine 
machen! Laßt vor allen Dingen als besten Bundesgenossen 
im Kampfe gegen die Tuberkulose die Sonne herein! 
„Sie streut, wo immer sie scheint, das Gold ihrer Heil 
kraft aus!"
	        

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