Full text: Die Tuberkulose, ihre Verhütung und Heilung

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Weil der in diesen Getränken enthaltene Alkohol auch 
in geringer Menge den Kindern nur Schaden bringt." 
Für Kinder sind Milch, Kakao, Schokolade, Malzkaffee, 
Süßmost, frisches Wasser d i e Getränke. 
^ h Man hat die Tuberkulose eine Woh - 
oynung nungskrankheit genannt. Diese Be 
zeichnung trifft nur zu sehr zu, wenn dumpfe, stickige 
Quartiere, lichtlose Hinterhäuser, feuchte Kellergeschosse 
und staubige Dachkammern zu Wohnzwecken benutzt 
werden. Wie kann es auch anders sein? „Wo die 
Sonne nicht hinkommt, da geht der Arzt hinein" — 
sagt sehr bezeichnend ein italienisches Sprichivort. Jede 
Pflanze braucht Licht zum Gedeihen, wieviel mehr der 
wachsende, der schaffende oder ausruhende Mensch! Er 
gebraucht auch einen genügenden Luftraum. Ist dieser 
auf die Hälfte oder gar ein Viertel herabgedrllckt, dann 
muß in kurzer Zeit aus der Atmungsluft ein übelriechen 
des Gemisch werden, das die Atmung benimmt. Wenn 
wir uns solche Räume nun noch von mehreren Per 
sonen bewohnt und gleichzeitig als Wohn-, Schlaf-, Wasch- 
und Arbeitsraum benutzt vorstellen, erhalten wir ein Bild 
des Wohnungselendes aus der Nachkriegszeit. In sol 
chen Wohnungen kann kein Mensch gesund bleiben! 
Nicht nur der Gasaustausch in der Lunge, auch Stoff 
wechsel, Blutbildung, Schlaf und Appetit leiden, und 
Arbeitsfreude und Lebenskraft des Organismus müssen 
zusammenbrechen. Damit ist dann dem Eindringen der 
Tuberkelbazillen Tür und Tor geöffnet. Denn gerade das, 
was den Menschen widerstandsunfähig macht, das fördert 
den Tuberkelbazillus: die dumpfe, feuchte Stickluft sol 
cher Wohnungen. Und was den Menschen stärkt und 
froh macht, das schwächt und tötet die Tuberkelbazillen: 
Licht, Luft und Sonne. Also: Sonne in der Wohnung! 
Und Sonne im Herzen!
	        

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