Full text: Die Tuberkulose, ihre Verhütung und Heilung

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Ken und durch üblen Geruch den Gebrauch der Flasche 
unangenehm machen können. 
Zur Desinfektion des Auswurfs hat sich 5°/oiges 
Rohlysoform bewährt: man gießt davon 50 ccm 
oder 10 Teelöffel in eine Literflasche und füllt sie mit 
Wasser; umgeschüttelt ist die Lösung gebrauchsfertig. Zn 
dieser Desinfektionsflüssigkeit wird der Auswurf aufge 
fangen; mit ihr wird der Auswurf in den Abort entleert 
und das Speigefäß nachgespült. Rohlysoform macht keine 
Geruchbelästigung. Die hier angegebene Reinigung ist nicht 
so zeitraubend oder so kostspielig, um damit die Ableh 
nung der Spuckflasche zu begründen. Jeder Tuberkulöse 
sollte beherzigen, daß er die Spuckflasche in erster Linie 
zu seinem eigenen Schutz benutzt. 
. Man braucht nur einmal gegen einen 
Handspiegel zu niesen oder ihn mit offenem 
" ' 0 ^ Munde anzuhusten und kann sich sofort 
davon überzeugen, wieviel Kleine und kleinste Tröpfchen 
durch den Akt des Niesens und Hustens gegen den Spie 
gel geschleudert sind. Da nun bei offener Lungentuber 
kulose solche verspritzten Tröpfchen Tuberkelbazillen ent 
halten können, ist von den Kranken zu verlangen, daß 
sie beim H u st e n den Mund und die Lippen 
f e st schließen. Dies bedarf keiner langen Uebung, 
wer daran denkt, bringt es auch fertig. Und doch, wer 
übt es? Kaum einer von den Tausenden, die jährlich in 
die Heilstätten kommen, und keiner von den vielen Lun 
genkranken, die undiszipliniert hier oder dort um uns 
herumhusten! Kein Wunder, wenn die Berstreuung der 
Tuberkclbazillen so ungeheuer ist, daß an ihre Allgcgen- 
wart geglaubt wird. 
Das Verspritzen von Auswurfteilchen beim Husten wird 
noch sicherer verhütet, wenn der Hustende das Taschen-
	        

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