Full text: Praktikus

gärten, Parkanlagen nnd sonstigenZnbehörnngen 
zu berücksichtigen sind. 
An Orten, an tvelchen eine größere Zahl von Wohnungen 
durch Vermietung genügt wird, ist der Mietswert durch Ver 
gleichung mit dem wirklichen Mietsertrage von Wohnungen 
gleicher Beschaffenheit zu ermitteln. 
Fehlt cs an solchen Vergleichs-Gegenständen an dem 
selben Orte, so ist geeigneten Falles auf die Mietspreise 
benachbarter Ortschaften znriickzugehen. 
Wo auch dieses Auskunfsmittel versagt, können die be 
hufs Veranlagung der Gebändcstcuer eingeschätzten Nutzungs- 
Werte einen Anhalt für die Bemessung des Mietswertes 
gewähren; bei Anwendung dieses Maßstabes ist indessen zu 
beachten, daß die Schätzung den gegenwärtigen Miets 
wert richtig treffen soll, während der Gcbäudestcuernutzungs- 
ivert nach anderen Gesichtspunkten, teils nach den durch 
schnittlichen Mietspreisen eines vergangenen Zeitraumes, 
teils mit Rücksicht auf den Umfang des zur Zeit der Ver 
anlagung mit dem Gebäude verbundenen Grundbesitzes fest 
gestellt ist. 
Wegen der Aufstellung von Normalsätzen für die 
Schätzung der Mietswertc, namentlich in ländlichen Ort 
schaften, ist im zlveiten Teile dieser Anweisung Bestimmung 
getroffen. 
Bon dem Mietswerte sind in Abzug zu bringen: 
a) die nach dem Durchschnitte (Artikel 5 Nr. 2) zu be 
rechnenden Ausgaben für Instandhaltung und Re 
paratur, nicht aber auch die Aufwendungen für 
etwaigen Umbau, Ausbau oder bessere Aus 
stattung des Gebäudes oder für Anlage nnd 
Pflege des zur Annehmlichkeit für den Besitzer dienen 
den Hansgartens. Fehlt es an zuverlässigen Unter 
lagen für eine ziffermäßige Berechnung der im Durch 
schnitte lvirklich aufgewendeten Kosten, so müssen die 
selben mit Rücksicht ans die Beschafferiheit und den 
baulichen Zustand des Gebäudes nach technischen 
Grnudsühcn unb Erfahrungen geschäht werden (verql. 
Anmerk. 4 zu Art. 11); 
b) die Betrüge zur Versicherung des Gebäudes oder 
einzelner Teile oder Zubehöningcn des Gebäudes 
gegerr Feuer nnd airdercn Schaden; 
c) ein angemessener Prozentsatz des Wertes des Ge 
bäudes (Bailwertes) für die Abnützung desselben, lvobei 
die Feuerversicherungstaxe als Wert des Gebäudes 
angenommen lverden kann (s. Anmerk. 4 zil Art. 11). 
3. Wegen des Abzuges der ans besonderen Rechtstiteln 
(Verträgen n. s. lv.) beruhenden dauernden Lasten und der 
etwaigen Schuldenzinsen lvird auf Art. 24 verwiesen. 
II. Vermietete Gebäude. 
Als Einkomnlen des Vermieters gilt der bedungene 
Jahresmietszins (Art. 5 Nr. 1) unter Hinzurechnung des 
Geldwertes der dein Mieter zum Vorteile des Vermieters 
obliegenden Nebenleistnngen, sowie der dem Vermieter vor 
behaltenen Nntzimgen, andererseits unter Abrechnung der 
dem letztereil verbliebenen, nad) den Vorschriften zu I. Nr. 2a 
nnd b abzugsfähigeil Lasten, sowie eines angemessenen Pro 
zentsatzes des Wertes des Gebäudes (Feuerversicherungs 
wertes) für die Abnutzung des Gebäudes. 
Nebenleistnngen des Mieters, ivelche demselben im 
eigenen Interesse obliegen (z. B. für Benutzung von Gas-, 
Wasserleitungen und dergl.), konnnen nicht in Anrechnung. 
Steht der Mietsziils, tvelchen das Gebäude oder einzeliie 
Teile desselben im Steuerjahre bringen werden, noch nicht 
fest, so kann insolveit der Veranlagung (Steuererklürung) 
der derzeitige Staiid der Mieten zil Grunde gelegt werden. 
Stelleil sich die Einnahmen des Vermieters nach den 
Umständen des Falles nicht als feststehende, sondern als 
unbestimmte nnd schivankelide dar, so sind sie in Gemäßheit 
des Artikels 5 Nr. 2 — also nach dem Durchschnitt der 
letzten drei Jahre — in Ansatz zu bringen. 
Auszug ib. 
Einkommen aus Handel und Gewerbe, einschließlich 
des Bergbaues. 
8- 14 des Einkst.-Ges., Art. 17 der Ausf.-Anw. v. 6.'7. 00. 
Gegenstand des steuerpflichtigen Einkommens ans 
Haiidel und Gewerbe. 
Das Einkommen aus Handel und Gewerbe innfaßt 
deil Gewinn ans geiverblichen oder Handelsuntemehmungen 
jeder Art, mögen dieselben in großem oder geringem Um 
fange fabrik- oder handwerksmäßig betrieben werden. 
Außer Betracht bleibt der Gewinn: 
a) aus dein in einem anderen deutschen Bundesstaate 
oder einem deutschen Schutzgebiete betriebenen Ge 
werbe (Artikel 3 11. Nr. lb); 
b) ans dem ausländischen Gewerbebetriebe eines in 
Preußen steuerpflichtigen aber nicht des Erwerbes 
wegen sich aushaltenden Ausländers (Artikel 3 ll. 
Nr. 2). 
Unter die Bestimmungen zu a lind b fällt nicht jede 
von einem Steuerpflichtigen außerhalb Preußens geübte 
gewerbliche Thätigkeit, sondern nur eine solche, welche als 
Ausübung eines stehenden Getverbcbetriebes anzusehen ist, 
ivie die Unterhaltung einer Zweigniederlassung, einer Ver 
kaufs' oder Fabrikationsstelle oder sonstigen gelverblichen Be 
triebsstätte.') 
Steht ein hiernach nicht steuerpflichtiger Gelverbebetrieb 
mit einem steuerpflichtigen dergestalt im Zusammenhange, 
daß eine gesonderte Gewinn - Berechnung nach Maßgabe 
der folgenden Bestiinmungen nicht ausführbar ist, so muß 
der Gewinn für bcn gesamten Betrieb berechnet und ans 
die einzelnen Betriebsstellen nach dem Verhältnisse des 
Betriebsumfanges unter Berücksichtigung der besonderen 
Betriebskosten verteilt werden. Die hierbei zu beachtendeil 
Merkmale (Wert nnb Menge der Produktion, Umsatz usw.) 
sind den besonderen Verhältnissen des einzelnen Falles ztl 
entnehmen. Kamt auf diesem Wege ein zutreffender Maß 
stab für die Gewinnverteilung nicht gefunden werden, so 
ist der Gesamtgewinn auf die verschiedenen Gebiete nach 
verständigem Ermessen zu verteilen. 
Nach denselben Grundsätzen ist zu verfahren, wenn die 
Steuerpflicht ans bcn preußischen Gewerbebetrieb beschränkt, 
mit demselben aber auch ein Betrieb in anderen Staaten 
verbunden ist. 
Im allgemeiiren gilt ferner für die Berechnung tind 
Schätzung des Einkommetls aus Haitdel nnd Geiverbe 
folgendes: 
1. die Zinsen des im Handels- oder Gewerbebetrieb 
angelegten eigenen Kapitals des Steuerpflichtigen 
sind als Teile des GeschästSgewinnes zu betrachten: 
2. der von einer offenen Handelsgesellschaft oder einer 
anderen nicht nach Artikel 20 steuerpflichtigen Er 
werbsgesellschaft erzielte Geschüfsgelvinn ist den ein 
zelnen Teilhabern nach Maßgabe ihres Anteils an- 
zurechnen; 
3. der Gewinn aus den zu Speknlationszlvecken abge 
schlossenen Geschäften, abzüglich etwaiger Verluste 
bei derartigen Geschäften, und ans der Beteiligung 
an derartigen Geschäften ist auch bei solchen Steuer 
pflichtigen, welche nicht zu den Handel- und Ge- 
werbetrcibcnden gehören, nach den für das Einkommen 
aits Handel und Gelverbe maßgebendeil Grundsätzen 
zu berechnen. 
Auszug 17. 
Berechnung des steuerpflichtigen Einkommens aus 
Handel und Gewerbe. 
Art. 18. der Ausf. - Anweis. v. 6./7. 00. 
Als steuerpflichtiges Einkoininen aus Handel und Ge- 
I werbe gilt der in: Durchschnitte der drei — bei der Wer 
ft Wegen des Einkommens an Dividenden aus Aktien-Unternehmungen, vergl. Anluerkurrg 1 zu Artikel 8.
	        

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