Full text: Praktikus

IV. Wegen des Abzuges der Schuldenzinsen und 
dauernden Lasten wird auf Artikel 24 verwiesen. 
V. Bei denjenigen Betrieben, in welchen der Bestand 
der Vorräte (1. Nr. 4 und 11. Nr. 9) am Schlüsse der ein 
zelnen Wirtschaftsjahre wesentlichen Schwankungen nicht zu 
unterliegen Pflegt, kann der Geldwert derselben sowohl bei 
der Einnahme als auch bei der Ausgabe unberücksichtigt 
bleiben. 
Auszug io. 
Landwirtschaftliche Nebenbetriebe. 
Art. 12 der Ansf.-Anweis, vom 6./7. 00. 
Werden Brennereien, Brauereien, Stärke- und Kraut 
fabriken, Mühlen, Ziegeleien oder andere ländl. Fabrikations- 
zweige in Verbindung mit der landwirtschafrliHen Benutzung 
eines Grundstückes betrieben, so kann der gesamte Betrieb 
bei der Ermittelung des Reinertrages (Artikel 11) als ein 
Ganzes behandelt werden. Für die aus dem einen 
Wirtschaftszweig in den anderen übernommenen 
Rohstoffe und Erzeugnisse sind alsdann weder 
bei dem ersteren Abgabepreise in Einnahme, 
noch bei dem letzteren Anschaffungswerte in 
Ausgabe zu stellen.') 
Dasselbe gilt von der Berechnung des Einkommens 
ans Sand-, Lehm-, Thongruben, Stein-, Schiefer-, Kalk- 
oder Krcidebrnchen, Torfstichen und anderen Nebenbetrieben, 
bei welchen die Erträgnisse der Substanz des Bodens ent 
nommen werden. 
Stehen jedoch gewerbliche Unternehmungen der in Ab 
satz 1 und 2 bezeichneten Art nicht in unmittelbarer Ver 
bindung mit einem Landwirtschaftsbetriebe, so ist deren 
Ertrag nach den für das Einkommen aus Handel und Ge- 
lverbe maßgebenden Bestimmungen (Artikel 17 ff.) zu 
ermitteln. 
Ausxrrg ii. 
Holzungen (Waldungen). 
Art. 13 der Ausf. - Anweis, vom 6./7. 00. 
Bei Berechnung des steuerpflichtigen Einkommens aus 
Forsten (Holzungen) sind 
1. in Einnahme zu stellen: 
der Erlös für die in dem maßgebenden Zeiträume 
(Artikel 5 Nr. 2) aus dem regelmäßigen Ab 
triebe, den Zwischen- und Nebennutzungen er 
zielen Produkte. 
2. in Ausgabe: 
die Anfivendungen für Aufsicht unb Verwaltung, 
Schlagen, Aufbereitung, Rücken und Flößen der 
Hölzer, sowie für Unterhaltung der Baulichkeiten 
«Forsthäuser, Brücken, Wege u. s. w.). 
3. Außer Anrechunng bleiben die Ergebnisse außerge 
wöhnlicher, nicht innerhalb der regelmäßigen Nutzung 
liegender Abtriebe, welche als eine VerMinderung 
des Hvlzbestandskapitals anzusehen sind. 
Kosten für Aufforstungen dürfen nur insoweit 
in Abzug gebracht werden, als es sich um die Er 
haltung des Forstbestaudes handelt, nicht aber 
insoweit Neubeforstungen unbewaldeter Flächen 
behufs Erweiterung des Forstbestattdes in Frage 
stehen. 
Ausmg >2. 
Batl-, Zimmerpkätze u. f. w. 
Art. 14 der Ausf.-Auweis. vom 6./7. 00. 
Liegenschaften, welche einen landwirtschaftl. Ertrag nicht 
abwerfen, sondern als Bau-, Zimmer-, Holzplätze, Schlacken-, 
Schutt- oder ähnliche Ablagen oder zu sonstigen gewerb 
lichen Zwecken (Gemüse-, Obst-, Blninenzucht und dergl.) 
vom Eigentümer selbst benutzt werden, sind bei der Er 
mittelung des Einkommens aus dem Gewerbebetriebe, 
welchem sie dienen, zu beiücksichtigen. 
Hofräume und Hansgärten werden bei Einschätzung 
des Einkommens aus den Gebäuden, zu welchen sie ge 
hören, in Anschlag gebracht (Artikel 16). 
Auszug 13. 
Verpachtete Liegenschaften. 
Art. ln der Ausf.. Anweis, vom 6./7. 00. 
Einkommen des Pächters. 
Das Einkommen des Pächters ist nach denselben 
Grundsätzen zu ermitteln, wie bei dem Betriebe auf eigenen 
Grundstücken (Artikel 11 bis 13) unter Hinzurechnung des 
Mietsivertes der mitverpachtetcn Wohnung. 
Jedoch ist zu beachten: 
1. diejenigen gemäß Artikel 11 zu 11. an sich abzugs- 
fähigen Ausgaben, welche vertragsmäßig der Ver 
pächter zu bestreiten hat, dürfen ebensowenig wie 
die zu 111. daselbst erwähnte Abnntzungsqnote von 
dem Einkommen des Pächters abgezogen werden; 
2. den beim Pächter abzurechnenden Betriebsausgaben 
treten hinzu: der bedungene jährliche Pachtzins, 
sowie der Geldwerth der vom Pächter neben dem 
Pachtpreise übernommenen Naturalliefernngeu und 
Leistungen; soweit dieselben in Erzeugnissen der 
Wirtschaft oder in Arbeitsleistungen des Pächters, 
seiner Angehörigen, Dienstleute und Wirtschasts- 
gespanne bestehen, ist der Abzug unstatthaft, weil 
diese Erzeugnisse u. s. w. auch nicht unter den Ein 
nahmen verrechnet werden. 
Auszug 14. 
Einkommen des Verpächters. 
Als Einkommen des Verpächters gilt: 
1. der vom Pächter zu entrichtende jährliche Pachtzins 
(Artikel 5 Nr. 1); 
2. der Geldwert der dem Pächter zum Vorteile des 
Verpächters etwa obliegenden Natural- und sonst. 
Nebenleistnngen, sowie der dem Verpächter etwa 
vorbehaltenen Nutzungen. 
In Abzug zu bringen sind hiervon die dem Verpächter 
vertragsmäßig verbliebenen Lasten, soweit dieselben gemäß 
Artikel 11 zu 11. und 111. überhaupt abzugsfähig sind. 
Auszug IS. 
Einkommen ans Gebäuden. 
Art. 16 der Ausf.-Anweis. vom 6./7. 00. 
I. Vom Eigentümer selbst benutzte Gebäude. 
1. Für Gebäude oder Gebäudeteile, welche vom Eigen 
tümer ausschließlich zu seinem Landwirtschafts- oder Ge 
werbebetriebe, oder zu anderen Erwerbszweigen, insbe 
sondere als Arbeiterwohnungen, Scheunen, Stallungen für 
Zug. und Nutzvieh, Lagerräume, Speicher, Fabrik- oder 
Maschinenräume, zur Gast- und Schankwirtschaft, als 
Schul- oder Heil-Anstalten verwendet werden, ist ein be 
sonderes Einkommen nicht in Ansatz zu bringen. 
2. Als Einkommen aus den vom Eigentümer und 
seinen Hanshaltnngs-Angehörigen zu Wohnungs- und 
hauswirtschaftlichen Zwecken benutzten Gebäuden oder Ge 
bäudeteilen gilt deren Jahres-Mietswert, bei dessen 
Schätzung die dazu gehörigen Hofräume, Haus- 
') Gegen diese Vorschrift wird vielfach verstoßen, indem z. B. die Futterkosten für im Gewerbebetriebe gehaltenen 
Zugtiere beim Gewerbebetrieb voll in Abzug gebracht werden, ohne daß die selbst gewonnenen bezüglichen Erzeug 
nisse in Einnahme gestellt werden, hierdurch erfolgt doppelter Abzug der bezügl. Kosten.
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.