Full text: Des Königreichs Neapel Fall

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fanden. Mit schweren Verbrechern, Mördern usw. 
waren Herren angeschmiedet und zu harter Sträflings 
arbeit verwandt, deren Unglück nur war, gegen die 
piemontesische Herrschaft aufgetreten zu sein. Der 
edle Lord schloß seine Rede mit einer kräftigen Ver 
wahrung gegen solche Scheußlichkeiten eines „Pseudo 
liberalismus" und die Art und Weise, wie man im 
freien England den Unterdrückern Schlepperdienste ge 
leistet habe. 
Kaum lichtete der Typhus die Reihen, so füllten 
sich die Gefängnisse mit neuen Ankömmlingen. Presse- 
und Versammlungsfreiheit wurden unterdrückt. Zn 
drei Zähren waren neunundzwanzig neapolitanische 
Zeitungen unterdrückt, deren Leiter gefänglich ein 
gezogen wurden. 
Inzwischen verblutete sich der Aufstand im Innern 
des Königreiches. Der königliche Hof war nicht im 
stande, ihn wirksam zu unterstützen, denn Franz II. 
befand sich in mißlichen Geldverhültnissen. Entgegen 
den Lehren der meisten Völkerrechtslehrer, welche das 
persönliche Eigentum unter allen Umständen der von 
der Kriegsungunst betroffenen Herrscherfamilie gewahrt 
wissen wollen, hatten die neuen Machthaber rücksichts 
los alles, was ihnen in die Hände fiel, beschlagnahmt. 
Leider brach obendrein ein Streit zwischen den aus 
wärtigen und fremden Führern der aufständischen 
Neapolitaner aus. General Tristany, der Höchst-
	        

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