Full text: Des Königreichs Neapel Fall

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wert zu schauen. Andere waren so lange Zeit im 
Gefängnisse, daß ihr Gewand ganz zerschlissen war; 
sie hatten kein Geld, um ein neues zu kaufen, und 
manche waren daher in einem solchen Zustande von 
Nacktheit, daß sie sich von ihren Sitzen nicht zu er 
heben wagten, als die Fremden vorbeischritten, um, 
wie die anderen taten, unsere Mildtätigkeit anzuflehen 
und uns zu bitten, zu ihren Gunsten uns zu ver 
wenden. Manche hatten buchstäblich weder Hosen, 
Schuhe noch Strümpfe, nur eine alte Zacke und 
Lumpen, welche das Hemd vorstellen sollten. Es 
war ein erbärmlicher Anblick. Das Haus möge sich 
vorstellen, daß damals kaltes Zanuarwetter herrschte... 
Das Essen, was sie hatten, würde man keiner Katze 
in England vorsetzen. Zch legte ein Stück Brot auf 
den Boden und trat mit dem Fuße darauf; es war 
so hart, daß ich nicht den leisesten Eindruck erzielte. 
Lord Lennox schildert weiter des längeren einen 
Besuch in dem Vicariagefängnisse der Stadt Neapel, 
wo in für 600 berechneten Räumen 1200 Mann ein 
gepfercht waren, als sie hörten, ein vornehmer Eng 
länder sei der Fremde, stürzten sie auf ihn zu, rangen 
die Hände und boten dergestalt eine tief erschütternde 
Szene, welche ihn an die Verdammten in Dantes 
„Znferno" erinnerte. Zuletzt besichtigte der Lord die 
Festung Nisida, wo nur verurteilte „Verbrecher", da 
runter Graf de Christen und andere Herren, sich be-
	        

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