Full text: Des Königreichs Neapel Fall

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für seine ermüdete Truppe Nachtlager und Essen. Am 
andern Morgen erfuhr er von Bauern, daß de Sonnaz 
ebenfalls die Grenze überschritten und im Anmarsch 
sei. Sofort verließ er das Kloster und nahm eine 
feste Stellung auf einer Anhöhe ein. de Sonnaz be 
setzte trotzdem die Abtei, plünderte und setzte sie dann 
in Brand, de Christen zog sich nach einem Dorfe 
Banco zurück, welches eine gute Verteidigungsstellung 
bot. Wiederum überschritt de Sonnaz mit 35000 Mann 
und Kanonen die Grenze. Den ganzen 28. Januar 
bombardierte und stürmte er ohne Erfolg, dann ent 
sandte er einen Parlamentär mit dem Gesuch um 
Unterhandlungen. Beide Heerführer einigten sich über 
folgende Punkte: 
de Sonnaz verläßt das pästliche Gebiet und gibt 
sein Ehrenwort, es nie wieder zu betreten; de Christen 
verpflichtet sich, nicht mehr in Kalabrien noch in den 
Abruzzen persönlich zu kämpfen, seine Mannschaften 
waren frei, hinzugehen, wohin sie wollten. 
Ein sonderbarer Vertrag auf fremdem Grund und 
Boden. Die Piemontesen hatten 500 Mann tot und 
verwundet. Graf de Christen zog sich nach Nom 
zurück, seine Stelle nahm Graf de Coatandun ein. 
Der führte einen Kleinkrieg bei Tagliacozzo (wo der 
letzte Hohenstaufe Konradin besiegt wurde!) in den 
Abruzzen weiter. 
Im Sommer 1861 wurde Cialdini an die Spitze
	        

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