Full text: Des Königreichs Neapel Fall

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Der König konnte sich, sonst ganz einverstanden, nicht 
entschließen, die Besatzung um die 2000 Mann zu 
vermindern. Graf de Christen versuchte nun, die im 
Kirchenstaat festgehaltenen Mannschaften zu dem ge 
planten Unternehmen zu sammeln. Ein neapolitanischer 
Offizier verriet ihn den Behörden. Er floh wieder 
nach Gaeta zu Schiff. Unterdessen hatte auch ein 
ehemaliger preußischer Offizier, von Kalkreuth, sich der 
Sache König Franz II. geweiht. 
Berschiedene Versuche de Christens, von Kalkreuths 
und zweier neapolitanischer Offiziere, Cavaliere Carac- 
ciolo und Graf de Coatandun, aus dem Kirchenstaat 
wieder mit den internierten Mannschaften nod) den 
Abruzzen vorzudringen, scheiterten stets an der Wach 
samkeit der päpstlichere Behörden und französischen 
Besatzungstruppen, der beste Gegenbeweis für die von 
den Piemontesen behauptete Parteilichkeit der Negie 
rung Pius IX. Endlich Mitte Januar 1861 glückte 
es de Christen, mit 400 Unbewaffneten die Grenze 
unbemerkt zu überschreiten und ohne Blutvergießen 
einen piemontesischen Nachschub von 400 Gewehren 
und 26 000 Patronen zu erbeuteu. Er wollte sich der 
Stadt Sora bemächtigen, wo er viele Gesimumgs- 
genossen wußte. Aber der gegnerische General de 
Sonnaz hatte bereits den Ort besetzt. Wieder mußte 
er sich über die päpstliche Grenze zurückziehen. Fn 
der großen Abtei von Casamari erbat und erhielt er
	        

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