Full text: Des Königreichs Neapel Fall

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Punkt Palermos ohne erheblichen Widerstand vor 
dringen. Die Bevölkerung griff nun zu den Waffen 
und begann Sturm zu läuten. Ein Straßenkampf 
begann. Der gänzlich überraschte Lanza hatte keinen 
Plan und dergestalt war der gesamte Widerstand der 
königlichen Truppen planlos. Garibaldi und die be 
waffneten Palermitaner besetzten eine Straße nach der 
anderen und errichteten Barrikaden. Hätte Lanza 
einen allgemeinen, ernstlichen Angriff auf die Gari- 
baldiner unternommen, so hätte ihm der Erfolg wohl 
zur Seite gestanden. Statt dessen faßte er nachmittags 
den unglückseligen Plan, die Stadt von der Zitadelle 
und der im Hafen ankernden Flotte aus zu bombar- 
dieren. Berfchiedene seiner Offiziere protestierten. War 
aber einmal das Bombardement beschlossen, so hätte 
General Lanza es auch bis zur Vernichtung Gari 
baldis durchführen müssen. Der englische Admiral 
Mundy aber, der „zufällig" im Hafen lag, nötigte 
dem Kommandierenden einen Waffenstillstand ab, und 
das war Garibaldis Rettung. Letzterer benutzte die 
sechs Stunden, seine Stellungen vorzuschieben und zu 
befestigen. 
Der englische Admiral setzte seine Bemühungen 
fort, Palermo in die Hände der Aufständischen zu 
spielen. Der schwache Lanza ließ sich bereden, auf 
dem eirglischen Admiralsschiffe „Hannibal" mit den 
Rebellen wie mit einer kriegführenden Macht zu unter-
	        

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