Full text: Des Königreichs Neapel Fall

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Dem „Diktator" strömten allerwärts Freischärler 
zu. So entschloß er sich zu einem kühnen Plane. 
Es galt, Palermo selbst zu erobern. Zustatten kam 
ihm dabei die Lage der Hauptstadt an der offenen 
See. So war er der „neutralen" piemontesischen und 
englischen Flotte sicher. 
Zn Palermo befehligte General Lanza, ein un 
entschlossener Schwächling, über 24000 Mann. Die 
Einwohnerschaft, ein allezeit unruhiges Volk, stand 
auf dem Punkte, sich zu erheben. 
Bei seinen Berteidigungsmaßregeln ging Lanza 
so unglücklich vor, daß er die Südseite Palermos 
fast wehrlos ließ. 4000 Mann sandte er nach Parco, 
6000 nach Monreale Garibaldi entgegen, um dessen 
Marsch aufzuhalten. Garibaldi, dessen sizilijche Frei 
schärler alle Wege und Stege kannten, wußte den 
neapolitanischen General Bosco so geschickt zu täuschen 
und hintanzuhalten, daß dieser dem Oberkomman 
dierenden Lanza seinen Erfolg über die zurückge 
schlagenen Rebellen melden zu können glaubte, wäh 
rend der Diktator nach einem Umgehungsmarsche 
ganz nahe der ungedeckten Südseite der Hauptstadt 
stand. Zn der Frühe des 28. Mai stand der gari- 
baldische Vortrupp an der Porta dei Termini. Die 
paar neapolitanischen Wachen feuerten, mußten sich 
aber vor der großen Übermacht zurückziehen. Das 
Tor wurde gestürmt. Garibaldi konnte bis zum Mittel-
	        

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