Full text: Das Wesen der Tuberkulose, ihre Entstehung, Verhütung und Heilung

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Erfahrungen in allen Heilstätten sind die Erfolge der Winterkuren günstiger 
als die der Sommerkuren. 
Es kommt noch hinzu, daß während des Winters die heimatlichen 
Wohnungs- und Arbeitsverhältnisse infolge der Heizung und Beleuchtung 
und des Mangels an frischer Luft für den Lungenkranken besonders nach- 
teilig sind, während zu gleicher Zeit in der Heilstätte dank ihrer Zentral- 
heizung, ihrer elektrischen Lichtanlage, ihrer geschützten sonnigen Lage die 
denkbar besten gesundheitlichen Verhältnisse herrschen. Gerade für den 
lungenkranken Eisenbahner ist es auch am empfehlenswertesten, sich während 
der Wintermonate ausheilen zu lassen und mit Beginn des Frühjahrs den 
Dienst wieder aufzunehmen. Endlich ist bei dem großen Andrang zu den 
Heilstätten im Frühjahr und Sommer mit einer längeren Wartezeit bis zur 
Einberufung zu rechnen. 
Man stelle also den Antrag auf Einleitung des Heilverfahrens unab- 
hängig von der Jahreszeit dann sofort, wenn sich die ersten Anzeichen der 
Lnngenkrankheit bemerkbar machen. Sonst kann es leicht einmal zu spät 
sein oder werden. Gerade nach den Heilstättenerfahrungen der letzten Jahre 
ist die Zahl derer, die die Heilstätte zu spät, d. h. in einem zu vor- 
geschrittenen Stadium der Tuberkulose aufsuchen, größer denn je. Für den 
Antrag ist die Beibringung des Gutachtens des zuständigen Bahnkassenarztes 
auf dem vorgeschriebenen Formular notwendig. Die Kosten für das Gut- 
achten trägt die Pensionskasse. 
Aufnahme von Beamten 
in die Heilstätten 
der Pensionskasse. 
Beamte der Staatseisenbahnverwaltung werden 
auf ihren Antrag in dre Heilstätten „Moltkefels" 
und „Stadtwald" aufgenommen, soweit sie nach 
bahnärztlichem Gutachten für die Aufnahme geeignet 
sind. Durch den Ministerial-Erlaß vom 14. November 1904 sind die 
Eisenbahndirektionen ermächtigt, bei Beamten auch dann die Kosten der 
Heilstättenbehandlung auf die Staatskasse zu übernehmen oder den erkrankten 
Beamten eine angemessene Beihilfe zur Bestreitung der Kurkosten zu 
gewähren, wenn durch eine rechtzeitige Heilbehandlung der Eintritt 
der Pensionierung vermieden oder wenigstens auf längere Zeit 
hinausgeschoben wird. 
Ueber die Aufnahme von Beamten in die Heilstätten entscheidet eben- 
falls in allen Fällen der Vorstand der Pensionskasse in Berlin. Den 
Gesuchen um Aufnahme ist ein bahnärztliches Zeugnis — auf dem für die 
Pensionskassenmitglieder vorgeschriebenen Formular ausgestellt — beizufügen. 
Am zweckmäßigsten erfolgt der Antrag eines Beamten um Aufnahme in die 
Heilstätte auf dem Dienstwege durch Vermittelung der zuständigen Eisen- 
bahndirektion.
	        

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