Full text: Das Wesen der Tuberkulose, ihre Entstehung, Verhütung und Heilung

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V. Die Gesundheitspflege des Haushaltes. 
Tuberkulöse 
in der Familie. 
Gesundheitliche Vorschriften für den Haushalt, in dem ein 
Tuberkulöser lebt, haben den Zweck, den Kranken für seine 
Familie und in seiner Familie zu erhalten, ohne daß 
durch das Zusammenleben die Gesunden angesteckt werden. Was in den 
vorausgehenden Kapiteln in gesundheitlich-vorbeugender Beziehung verlangt 
wurde, das gilt als Mindestmaß und erst recht, wenn ein Kranker im 
Hause ist. In Einzelheiten wird sich die Gesundheitspflege des Haushaltes 
nach der Schwere der Erkrankung des Familienmitgliedes richten. 
Leichtkranke. 
Der leichtkranke Tuberkulöse bedarf im allgemeinen keines 
besonderen Schlafzimmers; nur muß er stets ein Bett für sich 
allein haben, das nicht dicht an ein anderes Bett heranzustellen ist, um die 
Ansteckungsmöglichkeit durch verspritzte Tröpfchen hintanzuhalten. Die Bett- 
wäsche soll alle 14 Tage gewechselt werden. Sie wird dann in einen 
Bezug zusammengesteckt und vor dem Waschen, gegebenenfalles zusammen mit 
der Leibwäsche des Kranken, desinfiziert, wie dies Seite 23 u. 24 geschildert 
ist. Danach kann die Wäsche gemeinsam mit der der gesunden Familien- 
mitglieder gewaschen werden. 
Schwerkranke. 
Für die Wartung und Pflege eines Schwerkranken in 
der Familie kommen noch folgende Vorsichtsmaßregeln hinzu. 
Muß der Tuberkulöse auch nachts husten und auswerfen, oder ist der Schlaf- 
raum an sich eng oder dunkel, so ist dem Kranken ein Zimmer, und zwar 
das hellste und sonnigste der Wohnung, zum Krankenzimmer einzurichten. 
Aus ihm sind alle überflüssigen Möbel und Gerätschaften zu entfernen, 
um die tägliche Reinigung des Raumes zu erleichtern. Auch Polstermöbel, 
Teppiche und Gardinen sind nur soweit im Raume zu belassen, als sie zur 
Wahrung der wohnlichen Gemütlichkeit unbedingt notwendig sind. 
Das Zimmer ist tagtäglich zu reinigen, und zwar ist es zur Staub- 
vermeiduug dringend geboten, die Reinigung des Fußbodens nur f e u ch t 
— dem Wasser wird etwas Soda oder Schmierseife oder Roh-Lysoform 
zugesetzt — vorzunehmen. Schleppende Hauskleider, durch die der Boden- 
staub aufgewirbelt oder in andere Räume verschleppt wird, sind selbst- 
verständlich nicht am Platze. Die Möbel werden nicht abgestaubt, sondern 
ebenfalls feucht niit einer einprozentigen Roh-Lysoformlösung abgerieben. 
Während des Reinigens sind die Fenster offen zu halten, desgleichen ist 
tagsüber und auch nachts durch teilweises Oeffnen eines Fensterflügels eine 
dauernde Lüftung des Raumes zu bewirken. 
Der Schwerkranke muß seine eigene Waschgelegenheit mit sämtlichem 
Zubehör. Handtuch, Schwamm und dergleichen im Zimmer haben, ferner 
sein besonderes Eß- und Trinkgeschirr und sein eigenes Mundtuch. Das 
Waschgeschirr ist mit eigenen Tüchern auszutrocknen, das Eß- und Trink-
	        

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