Full text: Das Wesen der Tuberkulose, ihre Entstehung, Verhütung und Heilung

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Pflicht für den engen Verkehr der Tuberkulösen mit ihren Familienange- 
hörigen. Das sollten vor allen anderen die tuberkulösen Mutter gegenüber 
ihren Säuglingen und kleinen Kindern beachten! 
Auch das Vorhalten der Hand vor den geschlossenen Mund wird 
empfohlen; nur müssen dann tagsüber die Hände öfters und unbedingt vor 
jeder Mahlzeit sorgfältig mit Seife und Wasser gereinigt werden. 
Die Möglichkeit der Krankheitsübertragung durch Husten und Auswurf 
zwingt ferner zu dem Gebot, daß kein Tuberkulöser mit einem Gesunden 
dauernd das Bett teilt, daß kein Tuberkulöser Gesunde aus den Mund küßt 
u. dergl. mehr. Damit kommen wir zu einer besonderen Gesundheitspflege 
des Tuberkulösen und des Haushaltes, in dem der tuberkulöse Lungen- 
kranke lebt. 
IV. Die Gesundheitspflege des Tuberkulösen. 
Reinlichkeit. 
 Für den tuberkulösen Lungenkranken gelten die Vorschriften 
über Auswursbeseitigung und Art des Hustens ohne Abstufung, 
ob viel oder wenig, regelmäßig oder vereinzelt Tuberkelbazillen im Auswurf 
ausgeschieden werden. 
Außerdem hat der Tuberkulöse aus peinliche Reinlichkeit an seinem 
Körper zu achten. Mund und Lippen sind nach jedesmaligem Auswerfen 
mit dem reinen Taschentuche abzuwischen. Der Bart ist zu pflegen und der 
Schnurrbart so kurz zu tragen, daß in ihm keine Auswursteilchen hängen 
bleiben können. Die Hände sind besonders häufig mit Wasser und Seife 
zu reinigen, regelmäßig nach dem Reinigen der Spuckflasche, nach der Arbeit 
und vor jedem Essen. Dabei ist die Entfernung des Schmutzes unter den 
Fingernägeln nicht zu vergessen. 
Abhärtung. 
Die Abhärtung der Haut und des ganzen Körpers ist für 
den Lungenkranken unerläßlich, wenn anders er die häufige 
und leichte Erkältbarkeit mit ihren unberechenbaren Folgen verlieren will. 
Abhärtung wird erzielt durch allmorgendliche Abreibungen des Körpers, 
besonders des ganzen Oberkörpers mit stubenwarmem Wasser, ferner durch 
den regelmäßigen Gebrauch von Wannenbädern (34° C) mit kühlen Über- 
gießungen (24—28° C) und durch Duschen von 20—24 °C, Man hüte 
sich nur vor zu einseitigen und angreifenden Wasserkuren, die der kranken 
Lunge mehr schaden, als sie der Abhärtung je nützen können. Dies gilt 
besonders von den sog. Kneippkuren! Flußbäder sind im allgemeinen zu 
meiden bzw. nur im Hochsommer nach ausdrücklicher ärztlicher Erlaubnis 
zu nehmen. 
Sport usw. 
Der Tuberkulöse hüte sich auch vor jedem Zuviel im Turnen, 
Bergsteigen und in den sportlichen Uebungen des Ruderns, 
Radfahrens, Schwimmens u. dergl. Die Gefahr der Lungenblutung schwebt 
dabei über jedes Tuberkulösen Haupte. In allen Fällen ist vor der Teil-
	        

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