Full text: Zur Aufklärung und Belehrung über die Tuberkulose, ihre Entstehung, Verhütung und Heilung

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Heilbarkeit. 
Heilstätten 
behandlung. 
Tuberkulin- 
behandlung. 
bahnbediensteten von diesen Fürsorgemöglichkeiten und Ver 
günstigungen ausgiebigen Gebrauch machen! 
VII. Die Heilung der Tuberkulose. 
Die Tuberkulose ist heilbar. Doch wie bei allen Krank 
heiten, selbst den leichtesten Kinderkrankheiten, so ist auch bei der 
Tuberkulose die Heilbarkeit von gewissen Bedingungen abhängig. Die 
erste und beherzigenswerteste ist die, daß die Tuberkulose in 
einem möglichst frühzeitigen Stadium zur Behandlung 
kommen muß. Unsere früheren Ausführungen über das Wesen 
der Tuberkulose sollen den Eisenbahnern die ersten Anzeichen 
und den Verlauf der Tuberkulose einschärfen, damit sie nicht aus 
Unwissenheit den günstigsten Zeitpunkt, geheilt zu werden, verpassen. 
Die zweite Bedingung ist die, daß der Tuberkulöse mit 
seinem Leiden vor die richtige Schmiede, d. h. in die 
richtige Behandlung kommt. Ein Allheilmittel gegen die 
Tuberkulose besitzen wir noch nicht und sind anscheinend auch 
noch weit davon entfernt. Auch die Heilstätte ist das Allheil 
mittel nicht, aber sie bietet von allen Behandlungsmethoden der 
Tuberkulose den Kranken die meisten Aussichten, durch eine 
gewissenhaft und lange genug durchgeführte Kur wieder gesund 
oder zum wenigsten erheblich gebessert und wieder arbeitsfähig 
zu werden. 
Die Heilstättenbehandlung im einzelnen zu schildern, 
entspricht nicht dem Zweck dieses Schristchens. Hier genüge 
der Hinweis, daß die Heilstätte mit den altbewährten Heil 
kräften der Natur — Licht, Luft und Wasser —, mit einer 
kräftigen und reichlichen Ernährung und einer geregelten Ver 
teilung von körperlicher Ruhe und Bewegung die im Kampfe 
gegen den Tuberkelbazillus unterlegene Widerstandskraft des 
einzelnen wieder zu beleben und zu stärken sucht. In der 
Mehrzahl der Fälle gelingt es: der Körper überwindet die Krank 
heit! Die Heilstätten halten sich aber keineswegs für unfehlbar 
und allein wirksam. Im Gegenteil: sie suchen fortgesetzt nach 
weiteren brauchbaren Hilfsmitteln, um möglichst allen Tuberkulösen 
zu helfen, und nehmen das Gute, wo sie es finden. Als solches 
ist in neuerer Zeit wieder das Tuberkulin erkannt, jenes 
bekannte Mittel Robert Kochs, das schon vor vielen Jahren mit 
einer grenzenlosen Begeisterung als Allheilmittel gegen die 
Schwindsucht aufgenommen war, aber damals im Stich gelassen 
hatte. Heute wissen wir es, daß die Schuld daran nicht an dem 
Mittel lag, sondern an seiner unzweckmäßigen Anwendung. Die 
Aerzte haben im Verlaufe der Jahre gelernt, die richtigen Fälle
	        

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