Full text: Zur Aufklärung und Belehrung über die Tuberkulose, ihre Entstehung, Verhütung und Heilung

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Leichtkranke. 
Schwerkranke. 
Was hinsichtlich der Wohnung für die Gesunden verlangt 
wurde, das gilt erst recht, wenn ein Kranker im Hause ist; es 
stellt das Mindestmaß dar, das der Tuberkulöse haben muß, um 
nicht kränker zu werden. In Einzelheiten wird sich die Gesund 
heitspflege des Haushaltes nach der Schwere der Erkrankung 
des Familienmitgliedes richten. 
Der leichtkranke Tuberkulöse bedarf im allgemeinen 
keines besonderen Schlafzimmers; nur muß er stets ein Bett 
für sich alleür haben, das nicht dicht an ein anderes Bett 
heranznstellen ist, um die Ansteckungsmöglichkeit durch verspritzte 
Tröpfchen hintanzuhalten. Die Bettwäsche soll alle 14 Tage 
gewechselt werden. Sie wird dann in einen Bezug zusammen 
gesteckt und vor dem Waschen — zusammen mit der Leibwäsche 
des Kranken — etwa 24 Stunden lang in einer einprozentigen 
Roh-Lysoformlösung eingeweicht (siehe S. 25 n. 26). Danach 
kann die Wäsche ohne Rücksicht auf die Schwere der Erkrankung 
gemeinsam mit der der gesunden Familienmitglieder gewaschen 
werden. 
Für die Wartung und Pflege eines Schwerkranken in 
der Familie kommen noch folgende Vorsichtsmaßregeln hinzu. 
Muß der Tuberkulöse auch nachts husten und auswerfen, oder 
ist der Schlafraum an sich eng oder dunkel, so ist dem Kranken 
ein Zimmer, und zwar das hellste und sonnigste der Wohnung, 
zum Krankenzimmer einzurichten. Aus demselben sind alle 
überflüssigen Möbel und Gerätschaften zu entfernen, um die 
tägliche Reinigung des Raumes zu erleichtern. Auch Polster 
möbel, Teppiche und Gardinen sind nur soweit im Raume zu 
belassen, als sie zur Wahrung des wohnlichen und gemütlichen 
Charakters eines Wohnzimmers unbedingt notwendig sind. 
Das Zimmer ist tagtäglich zu reinigen, und zwar ist es 
zur Staubvermeidung dringend geboten, die Reinigung des 
Fußbodens nur feucht — dem Wasser wird etwas Soda oder 
Schmierseife oder Roh-Lysoform zugesetzt — vorzunehmen. 
Schleppende Hauskleider, durch die der Bodenstaub aufgewirbelt 
oder in andere Räume verschleppt wird, sind selbstverständlich 
nicht am Platze. Die Möbel werden nicht abgestaubt, sondern 
ebenfalls feucht mit einer einprozentigen Roh-Lysoformlösung 
abgerieben. Während des Reinigens find die Fenster offen zu 
halten, desgleichen ist tagsüber und auch nachts durch teilweises 
Oeffnen eines Fensterflügels eine dauernde Lüftung des 
Raumes zu bewirken. Der Kranke muß seine eigene Wasch 
gelegenheit mit sämtlichem Zubehör, Handtuch, Schwamm und 
dergleichen im Zimmer haben, ferner sein besonderes Eß- und 
Trinkgeschirr und gegebenen Falles sein eigenes Mundtuch. Das
	        

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