Full text: Zur Aufklärung und Belehrung über die Tuberkulose, ihre Entstehung, Verhütung und Heilung

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Eimer auf 10 Liter Wasser 100 ccm oder 20 Teelöffel Noh- 
Lysoform. Geeignete Meßbecher erleichtern das Abmessen. Van 
anderer Seite wird verdünntes Kresolwasser oder eine Lysol 
lösung zur Desinfektion der Wäsche empfohlen. Es läßt sich 
indes gegen die Anwendung beider Mittel mit Recht der Ein 
wand erheben, daß die Wäsche danach trotz des folgenden 
Waschens, Kochens u. s. w. den unangenehmen Kresolgeruch 
behält. Das ist beim Roh-Lysoform nicht der Fall, im Gegen 
teil, die Wäsche, die durch die Roh-Lysoformlösung nicht im 
geringsten leidet, nimmt den sehr angenehmen Geruch an, als 
ob sie nnt parfümierter Seife gewaschen wäre. Auch sind 
Kresol und Lysol wegen ihrer Giftigkeit jetzt nur auf ärztliches 
Rezept hin in der Apotheke zu bekommen und deshalb recht 
teuer, während das Roh-Lysoform den: freien Verkauf überlassen 
und billig ist. 
Die Bedeutung einer reichlichen, nahrhaften und ab- 
Kost. wechselungsreichen Kost für der: Verlauf der Tuberkulose ist 
bekannt. Besonderer Diätvorschriften bedarf es für den 
Tuberkulösen nicht, solange die Verdauungsorgane gesund sind 
und normal funktionieren. Bestehen Appetits- oder Verdauungs- 
störungen, so wird nur der Arzt von Fall zu Fall die richtigen 
Anweisungen geben können. Auch der Tuberkulöse soll an der 
gemischten Kost festhalten, in ihr liegt sein Heil, nicht in der aus 
schließlichen Fleischnahrung, ixocf) weniger in der ausschließlichen 
Pflanzennahrung und auch nicht in einem Massenkonsum von Eiern, 
die in ihrer Ernührungswirkung ganz allgemein und sehr überschätzt 
werden. Die Hühnereier sind zwar für die Küche außerordentlich 
wertvoll als Hilfsmittel bei der Zubereitung von Suppen, Fleisch- 
und Mehlspeisen, aber man sollte nie vergessen, das 1 / s Liter Milch 
mehr an ernährenden Stoffen enthält als ein Hühnerei von 
50 Gramm Gewicht. Daher ist auch für den Lungenkranken neben 
Milch, der gemischten Kost das beste und billigste Stärkungsmittel die Mil ch, 
die er zu den einzelnen Mahlzeiten oder zwischen dieselben ein 
geschaltet bis zur Menge von 1, höchstens 1 1 / 2 Litern pro Tag 
trinken soll. Was darüber ist, ist vom Uebel, denn zu viel Milch 
füllt den Magen und benimmt den Älppetit und das Verlangen 
nach den Hauptmahlzeiten. Widersteht die Milch nach lange fort 
gesetztem Genuß, so ist ihr Geschmack durch Zusatz von etwas 
Kaffee oder Tee zu verdecken; bekommt sie nicht gut (Völle, 
Durchfälle), so genügt oft der Zusatz eines Eßlöffels Kalkwasser 
zum Becher Milch, um sie bekömmlich zu machen. Ist das 
nicht der Fall, so werden bei den einzelnen Mahlzeiten Milch 
suppen, Milchbreie oder nnt Milch bereiteter Kakao zu bevor 
zugen sein. Wenn man nicht sicher weiß, daß die Milch aus
	        

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