Full text: Zur Aufklärung und Belehrung über die Tuberkulose, ihre Entstehung, Verhütung und Heilung

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Angeborene Nicht selten wird indes den Kindern eines tuberkulösen 
Empfänglich- Vaters oder einer tuberkulösen Mutter eine gewisse Veranlagung 
zur Tuberkuloseerkrankung angeboren. Solche erblich 
belasteten Personen zeigen einen schwächlichen Körperbau mit 
langem, schmalem Brustkorb, sie haben Neigung zu beschleunigter 
Herztätigkeit, sind leicht erregbare Naturen und neigen von 
früher Jugend an zu Erkältungskrankheiten der Luftwege. 
Erworbene Erworben wird die Empfänglichkeit für Tuberkulose 
Empfänglich- durch alle Schädigungen, die den Körper treffen und seine Wider 
standsfähigkeit herabsetzen. Als Schädigungen sind hier in erster 
Linie zu nennen: ungesunde Wohnung, unzweckmäßige oder unge 
nügende Ernährung, mangelhafte Körperpflege, schwächende Krank 
heiten, häufige Erkältungen, Neberanstrengungen, Ausschweifungen 
und vor allen andern der Alkoholmißbrauch, die Trunksucht. 
II. Vor- Zweitens ist für das Zustandekommen einer Tuberkulose 
bedingung. bin öfters wiederkehrendes oder lange anhaltendes oder 
zahlreiches Eindringen von Tuberkelbazillen in den Körper 
notwendig. Diese Bedingung scheint überall dort von vornherein 
erfüllt zu sein, wo ein länger dauernder und inniger Verkehr mit 
unreinlichen Tuberkulösen stattfindet, wie z. B. in der Familie des 
unvorsichtig mit seinem Auswurf umgehenden Schwindsüchtigen. 
Quellen der Als Hauptquelle der tuberkulösen Ansteckung haben 
Ansteckung, bereits den schwindsüchtigen menschlichen Körper kennen 
gelernt. Von ihm aus erfolgt die Verbreitung des Ansteckungs- 
stoffes durch den bazillenhaltigen Lungenauswurf und durch die 
Absonderungen anderer tuberkulös erkrankter Organe (Drüsen 
eiter usw.) Die Uebertragung der Tuberkulose durch ungekochte, 
von perlsüchtigen Kühen stammende Milch ist für den 
Erwachsenen wohl kaum zu fürchten. Dagegen ist an der 
Gefährlichkeit solcher Milch für die Kinderernährung 
unter allen Umständen festzuhalten. 
Eingangs- Als Eingangspforten für die Tuberkelbazillen 
Sorten halben wir die äußere Haut oder Schleimhaut (z. B. des 
er.nf e ung.Mundes), den Verdauungskanal und die Lunge anzusehen. 
Dabei ist es möglich, daß für einen Fall von Lungentuberkulose 
die Eingangspforte in der Schleimhaut der Lunge, für einen 
andern Fall in der Schleimhaut des Rachens liegt. — Der 
Verdauungskanal, insbesondere der Darm, gewinnt im 
Säuglingsalter eine gewisse Bedeutung als Eingangspforte, 
wenn tuberkelbazillenhaltige Nahrungsmittel wie die Milch 
perlsüchtiger Kllhe in ungekochtem Zustande genossen werden. 
Ebenso kann mit Butter und Käse, ausnahmsweise auch mit dem 
Fleisch solcher kranken Rinder der Ansteckungsstoff aufgenommen
	        

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