Full text: Der internationale Herold (1. Jahrg. 1922)

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S)er Snternntionale £ero!b 
Xcfetc Stöße nach bem ©inne unb .gwecfe feines 2)afcinS gut 
eigenen gufriebenheit beantwortet hot, wirb bie ^errfdjaft be§ 
SbealeS ber Religion ein ©nbe höben. Sahrljunbertelnng höt e§ 
ben Sortfdjritt ber SBiffenfchaften in (Europa unterbunben unb 
in ©eftalt be§ teleologifchen SlrgumenteS feine ^errfdjaft auch 
über bie erlcmhtctften ©eifter gu behaupten gewußt; e§ ift fein 
$ufaK, bafj wir auf jene $eit als baS bunfele Zeitalter aurücf* 
bli(fen. 
Sie riefenhoftcn Kräfte, bie ba§ Sbeal ber Religion in ber 
fDIcnfchheit auSlöfte unb in feine 2)ienfte 30g, erforbertcn eine 
Regelung iljrer 25erwenbung, fo entftanben jene gewaltigen 
Orgonifationen, bie wir als SleligionSgemeinben ober bie ftirdje 
bezeichnen. Söir werben fpöter auf boS SÖefen unb bie ©nt* 
wicflung biefer rcligiöfen Organifationen jurücffommen müffen, 
hier fott nur furj gefügt werben, bah nur bie Sbcale ber ©elbft* 
crljoltung unb ber £?errfchoft nach größere unb mächtigere S3e* 
wegungen gewaltiger üblenfchenmaffen in ba§ ßeben gu rufen 
oermochten. 25er föampf ber Sbeale würbe non biefen Organi* 
fationen aufgenommen unb bauert troh aller SBoffenftiUftänbe 
unb gcitweifen SluSföhnungen unnerminbert in gewaltigem Slu§* 
ma^e fort, ©uropäifche 2)enfweife Ijat ben OJlonotheiSmuS als 
hödjfte SleligionSform erflart unb in ben ©loubenSbefenntniffen 
ber großen DtcligionSgemeinfchöften formuliert, aber eS ift oufjer* 
orbentlich fraglich, ob bie Voller ©uropaS tatföchlich auf biefem 
S3oben fielen, unb wenn man in tljeofophifchen SBerlen lieft, bah 
bie Blätter unb Plütcnfelchc ber Plumen non feinen ©elfter* 
hänben gemalt werben, mag man fich mohl fragen ob wir auch 
nur bie gröbften Sonnen beS PolptljeiSmuS überwunben haben, 
wäljrenb ein mobernet Pantheismus noch ober wieber ftar! in 
ber üftobe ift. Sille biefe SteligionSformen ringen untereinanber 
unb mit ben Sbealen ber ©elbfterhaltung unb ber jQerrfchoft 
um ben SSorrang, wie fehr fte auch h*e unb ba ben ©ntwicf* 
lungSgong beS üütenfchen jur ©man^ipation oon feiner Umgebung
	        

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