Full text: Der internationale Herold (1. Jahrg. 1922)

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Der Internationale Herold. 
wähnten Bemühungen, eine Besserung der damaligen deutsch 
englischen Beziehungen herbeizuführen, hinter denen man in 
deutschen Kirchenkreisen vielfach verdeckte Versuche des eng 
lischen Imperialismus witterte, „der es immer verstanden habe, 
seine selbstsüchtigen politischen Zwecke durch ethische und 
religiöse Mittel zu decken. Und schien nicht der Äusbruch des 
Weltkrieges diesen Skeptikern Recht zu geben? Aber auch dort, 
wo man an der lauteren Gesinnung angelsächsischer Kirchen 
männer festhielt, übersah man nicht, welche starke Wechsel 
wirkung zwischen dem englischen Empire und der 
Church of England besteht, die sich immer mehr 
als eine „katholische“ Kirche fühlt und neben sich nur die 
römisch-katholische und griechisch-katholische Kirche als gleich 
berechtigt anerkennen möchte. Versuche, wie z. B. vor dem 
Weltkriege, nähere Verbindungen mit den Kirchen Rußlands und 
des Orients anzuknüpfen, konnten nicht ohne politische Folgen 
bleiben. Kein Wunder, wenn man in Deutschland Zurückhaltung 
übte.“ Dieser Schilderung der kirchlichen Beziehungen zwischen 
Deutschland und England folgt die des Verhältnisses zu dem 
französischen Protestantismus der Vorkriegszeit, die als sehr 
gute, fast innige gekennzeichnet werden: „Waren nach dem 
Kriege 1870/71 die Vertreter der Pariser Mission nur einmal 
der kontinentalen Missionskonferenz in Bremen ferngeblieben, 
später kamen sie regelmäßig.“ Hervorgehoben wird auch die 
Ächtung, die hervorragenden Theologen auf und von beiden 
Seiten gezollt wurde. „Der Krieg brachte hier einen völligen 
Umschwung“, gerade wie man in Deutschland den englischen 
Kirchenkreisen gegenüber „im Weltkriege dann immer ableh 
nender geworden ist“. 
(Fortsetzung folgt.) 
Für die Schriftleitung: H. W. Hopford, Melsungen. Druck und Verlag: 
Wilh. Hopf Nachf., Melsungen.
	        

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