Full text: Der internationale Herold (1. Jahrg. 1922)

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Ser 3internotionaIe §crotb 
barouf, fich von gleichem 2Rafel frei 31t modjen; ber ßohnfampf 
an unb für fich gleicht ben Seftrebiingen beS SürgertumS rate 
ein Ei bem anbern; ohne weitere ^beale unb tatfräftigeS Ein* 
treten für biefelben oerliert ber ©ogialiSmuS feine Epiftenj* 
berechtigung; äöorte allein anbern nichts an biefer Satfache. 
Mhtv OieIi1|idjf0aufta|Tuun. 
I. SOtttterialiömus unb Sbeoltömus. 
3eber benfenbe -Dtenfch macht früher ober fpäter im ßeben 
einen Scrfuch, aus ben eigenen Erfahrungen, aus ben beobachteten 
Ereigniffen unb Erfcheinungen feines ßebenS eine SBeltorbnung 
ober ein ©gftem h^uleiten, mit beffen Jpilfe er bie gvofjen 
StbenSfragen gur eigenen $ufriebenheit beuten unb lüfeu fann. 
Sie (Sefdhictjte, bie ja hoch eine Ergänzung unb Seroielfältigung 
ber eigenen Erfahrungen ift, mirb bei folgen Serfuchen mit be* 
fonberer Vorliebe tjetönge^ogen, unb fo höben fich im ßaufe ber 
^eit oiele ©gfteme ber (SefchichtSauffoffung gebilbet, oon beuen fich 
jeher, ber ben Serfud) einer eigenen ßöfuug fcheut ober aufgibt, bie 
ihm ^ufagenbe mähten fann. Eine unerlahliche gorberung muh jeher 
an baS gebitbete ober übernommene ©pftem fiefien; eS muh ihm 
bie Vorgänge feines ßebenS unb ber (Sefdjichte in ihren $11* 
fammenhängen ^ur eigenen $ufriebenheit erklären, beim erft bann 
mirb er fid) ein auoerläffigcS Urteil über feine eigenen unb bie 
jQanblungen anberer bilben fönnen. 
Sei alter Serfdjiebenheit ber cingetnen beftchenben ©efdjidjtS* 
auffoffungen taffen fith smei fich gegenüberfiehenbe Extreme beut* 
lieh erlernten. Sie einen leiten aße Sorgänge unb Ereigniffe 
lebten EnbeS auf bie Urheberfchaft beS (SeifteS gurüc!, wobei fie 
entmeber ein übermenfchlicheS äöefen, b. h- ben göttlichen SMßen 
ober ben ßßenfchenoerftanb, in ben Sorbergrunb fteßen, bie 
anberen betrachten ben ßßenfehen unb fein EkifteSleben lebigtidh
	        

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