Full text: Der internationale Herold (1. Jahrg. 1922)

Können wir noch an einen Fortschritt usw. 
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die Zeitschrift auch ohne weitere Nachzahlung regelmäßig zu- 
gcsandt werden. An die rechtzeitige Erneuerung der mit dem 
2. Vierteljahre ablaufenden Abonnements sei hiermit höflichst 
erinnert. Wer drei Nummern des I. H. als Werbehefte erhalten 
hat, kann sich fernere Zusendung nur durch den Bezug sichern; 
wir hoffen, daß sich auch jetzt wieder recht viele Leser zu 
diesem Schritte entschließen werden. 
Der Herausgeber. 
Können wir noch an einen Fortschritt der 
Menschheit glauben ? 
Von Ernst Böhme, Kunitz b. Jena. 
Es war während der Kriegszeit eine schwierige Sache, von 
der Menscheit zu reden. Wie selten wurde dieses Wort gelesen 
und wenn es auftauchte — wie wenig ernst wurde es genommen, 
wie oft vielmehr belächelt und bespöttelt! Und ist es heute anders 
geworden? Mag der Menschheitsbegriff in formalem Sinne nach 
wie vor seine Geltung behaupten — so bald es sich um seine 
Realisierung handelt, erheben sich weithin die dunklen Mächte 
des Zweifels, jene Mächte, die gerade aus dem letzten Kriege 
besonders siegreich hervorgegangen sind und die nun ihr Zer 
störungswerk weiter an den Seelen der Menschen fortsetzen. 
Wann findet der Zweifel einen fruchtbareren Boden in der 
Menschenwclt als zu jenen Zeiten, wo der Krieg, „des Menschen 
geschlechts Brandmal alle Jahrhunderte hindurch, der Hölle 
lautestes, schrecklichstes Hohngelächter“, wie ihn der Dichter 
Klopstock bezeichnet hat, durch die Länder dahintobt, und 
wann hat der Glaube stärkere Proben zu bestehen? Können wir 
noch an einen Fortschritt der Menschheit glauben? — ernster 
als je steht solche Frage vor jedem ernstdenkenden Menschen 
in der Gegenwart auf, nach alledem, was sich seit 1914 unter
	        

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