Full text: Unser ist der Sieg (Nr. 44, im Februar 1945)

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Die Zuführuncf der Quelle aus Fröhtichs Garten in die 
Hauptleitung konnte vor Beginn des Frostwetters rechtzeitig 
beendet werden, und aller Voraussicht nach dürfte unser Dorf 
im kommenden Sommer keine Wasserknappheit zu befürchten 
haben. Daß dieses Vorhaben, trotz aller kriegsbedingten Schwie 
rigkeiten, zur Ausführung kommen konnte, ist in erster Linie 
der Rührigkeit unseres Bürgermeisters zu danken. 
Altmorschen hat nun auch wieder einen Frisör. Das Geschäft 
ist im Laden von Schreinermeister Bier eingerichtet. Daß da 
täglich ein reger Betrieb herrscht, könnt Fhr Euch denken, be 
sonders in der „Damenabteilung". 
Das gute.Ergebnis des „Volksopfers" stellt der Bevölkerung 
unserer Ortsgruppe ein stolzes Zeugnis aus. Viele, noch sehr 
brauchbare Ausrüstungs-, sowie Wäsche- und Kleidungsstücke wur° 
den gespendet. - 
Die Arbeit im Volkssturm geht ihren Gang. Jeden Sonn 
tag find unsere Volkssturmmänner eifrig beim Dienst. Alte 
Kenntnisse aus der Soldatcnzeit werden aufgefrischt, dabei Schieß 
ausbildung und Gelündedienft nicht vernachlässigt. Frische Sol 
datenlieder beleben und vertiefen die Ausbildung. 
Bei den schweren Abwehrkämpfen in Ungarn fiel für Volk 
und Reick der Gefr. Martin Horchler- Altmorschen, Sohn des 
Johannes Horchler, Elseweg. Ehre seinem Andenken! Oberfeld 
webel Georg Wohlgemuth war verwundet, befindet sich, aber 
wieder bei der Truppe. 
Die letzten standesamtlichen Meldungen: Geboren: Alt- 
morschen: Karl Heß, ein Mädchen; Karl Wiegand, ein 
Mädchen. Heina: Hans D e i st, ein Zunge. Euba ch: Heinrich 
Semmler, ein Mädchen; Christian Claus, ein Zunge. 
Getraut: ^-Funker Emil Horchler mit Ria B r e i d e r t. 
Gestorben: Heinrich Steinmetz, Altmorschen (84 Z.); K'onr. 
Kot he (72 Z.) und Marie Kör de l (69 Z.) aus Eubach; 
Dorothea Schade aus Heina (93 Z.). 
Liebe Kameraden! Unsere Feinde stürmen in Ost und West 
mit allen Kräften gegen das Reich, um es zu Fall zu bringen. 
Zn diesen schicksalsschweren Tagen und Wochen der größten 
Belastung und härtesten Bewährung wollen ivir noch enger zu 
sammenstehen, in treuester Pflichterfüllung und fester Ent 
schlossenheit Euren schweren Kampf unterstützen und nicht eher 
ruhen, bis das Leben und die Freiheit unseres Volkes ge 
sichert sind. 
So grüßt Euch die Heimat in alter Treue und wünscht 
Euch für die Zukunft alles Gute und viel Soldatenglück. 
Euer A. Schmidt. 
Ortsgruppe Neuraorschen 
Liebe Kameraden! 
Je länger der Krieg dauert, desto härter ist der Kampf, 
das ist nun einmal so, das ist die harte Wirklichkeit. Es kann 
nicht sein, daß unsere Opfer umsonst gewesen sein sollen. Wenn 
es uns auch manchmal vorkommt, als fei es zuviel, was von uns 
an Kampf und Arbeit gefordert wird, wir müssen hindurch und 
deshalb müssen wir all das erfüllen, was der Führer im Namen 
der Nation von uns allen in seinem Aufruf am 30. Zanuar 
fordert. Es soll unser Kampf zu nichts anderem dienen, als der 
Erhaltung unseres Volkes. Wie überall im Reich, so sind auch 
wir in der Heimat dabei, alle wehrfähigen Männer mit den 
Waffen vertraut zu machen, um bereit zu sein, wenn der Ruf zum 
Einsatz erfolgt. Wir setzen dem Vernichtungsivillen unserer 
Feinde den Willen zum Leben unseres Volkes gegenüber und 
deshalb fällt auch den älteren Zahrgängen der Volkssturmdienst 
neben all der übrigen Arbeit nicht schwer. Es gibt für jeden 
guten Deutschen keine Freizeit mehr. Neben der beruflichen Tätig 
keit wird bei uns in Gemeinschaftsarbeit Holz im Walde ge 
schlagen, und zwar noch mehr, als zum Hausbrand erforderlich ist. 
Es werden Behelfsheime und Wohnstätten errichtet. Das Volk 
gibt alles aus seinen Beständen an Wäsche und Kleidungsstücken, 
was es nicht dringend benötigt, damit den vom Feind Geschädig 
ten wieder geholfen wird. Unser Volk tut wirklich seine Pflicht 
an der Front und in der Heimat. Zeder beschränkt sich auf den 
engsten Wohnraum, weil wir wissen, es geht um Leben oder 
Untergang. Wir glauben an uns, wir vertrauen auf den Führer 
und somit auf Deutschland und dafür wollen wir weiterkämpfen 
und arbeiten. 
Herzliche Grüße aus der Heimat sendet Euch Allen 
Euer H a st, Ortsgruppenleiter. 
Ortsgruppe Heinebach 
Liebe Kameraden! Um das Band der inneren Verbunden 
heit mit Euch lieben Soldaten nicht abreißen zu lassen, sende» 
ivir Euch allen herzliche -und heimatliche Grüße. Wir denken 
viel an Euch und wissen, daß Zhr die Lasten des Krieges, die 
dieser nun einmal mit sich bringt, tapfer und unbeirrr aus Euch 
nehmt und dafür danken wir Euch. Das Weihnachtsfest, das 
ivir im Zugendheim für die Kinder und Evakuierte feierten, war 
für viele ein Erlebnis. Auch die weihnachtliche Feier in dem — 
in der Schule eingerichteten — Krankenhaus war für die Kranken 
eine große Freude. 
Der Zanuar brachte uns Schnee und zwar sehr reichlich, fodaß 
die Zugend mit Schlitten und Schneeschuhen zu ihrem Rechte 
kam. Der rasche Witterungswechsel hatte eine Ucberschwem- 
mung des Fuldatnles zufolge. 
Ueber das „Bolksopfer" wäre noch zu berichten, daß das Er 
gebnis alles bisher Dagewesene überstiegen hat. Die Abliefe* 
rung der Spinnstoffe, Kleidungs- und Ausrüstungsstücke wollte 
kein Ende nehmen und kann als ein richtiges Volksopfer an 
gesprochen werden. 
Leider müssen ivir Euch auch wieder die Namen einiger 
Gefallenen mitteilen. Für die Ehre und Freiheit unseres Volkes 
und Vaterlandes gaben ihr Leben: Ortsgruppcnamtsleite,r 
der NSV. Martin Ko l l mann, durch Bombenangriff in 
Kassel, Obergefr. Karl G l e i m-Niederellenbach, Heinz Bier. 
Sohn von Will). Bier III und Gefr. Heinrich Schmidt- 
Niederellenbach. 
Am 27. Januar konnten wir dem goldenen Hochzeitspagt 
Wilhelm Bier I und Frau auf dem Eichsfeld die herzlichsten 
Glückwünsche ausjprechen. Wiegands Anna hat auch ihren 
Namen gewechselt und ist eine Frau Anna Freitag geworden. 
Wir wünschen ihr alles Gute und eine glückliche Heimkehr ihr,es 
Mannes, des Oberwachtmeisters Freitag aus Obergude. 
Auf Urlaub befindet sich Adam Frankfurt. Wir grüßen 
Euch, Zhr lieben Soldaten, mit dem Lied: Nichts kann uns 
rauben, Liebe und Glauben zu unserm Land, Es zu erhalten und 
zu gestalten, sind wir gesandt. Mögen wir sterben, unsern Erben 
gilt dann die Pflicht es zu erhalten und zu gestalten. Deutsch 
land stirbt nicht! Euer Otto H e ck m a n n. 
Ortsgruppe Felsbcrg 
Liebe Kameraden! 
Aus vielen Zuschriften ersehe ich, daß Zhr Euch über die 
Weihnachtsnummer gefreut habt. Nun fordert uns unser Kreis- 
leiter Pg. Schmidt auf, Euch wieder einen Heimatgruß zu sen 
den. Ich tue das gern, iveiß ich doch aus Erfahrung, wie man 
fick über jede Zeile aus der Heimat freut. Den Kameraden 
Willi F c n g e. Konrad F e n g e, Hans G ö b e t, Hans Alte r, 
Bruno L e n g e m a n n und W. A r b e r t danke ich herzlich für 
ihre Briefe, wenn ich sie bis zur Stunde noch nicht alle beant- 
ivortet habe, dann liegt es nicht am bösen Willem, sondern einfach 
daran, daß ich vor lauter Arbeit noch nicht dazu gekommen bin. 
— Kamerad Karl B e ck war kürzlich für einige Tage auf 
Urlaub und ich hatte die Freude, ihm zum Kriegsverdienstkreuz 
1. zu gratulieren und ihm die Dienstauszeichnung der Partei zu 
überreichen. 
Weihnachten mit seinem Kinderjubel ist vorüber und mit 
fester Zuversicht find ivir ins neue Fahr geschritten. Unser 
schönes Edertal war vier Wochen lang mit einer dicken Schnee 
decke überzogen und bot Euern Kindern reichlich Gelegenheit 
zum Wintersport. Seit drei Tagen haben ivir nun Tauwetter 
und eine milde Luft läßt den nahenden Frühling ahnen. Hoch- 
ivassergefahr besteht Gottfeidank nicht, ivenn auch unsere Eder 
reichlich Wasser mit sich führt. Unsere evakuierten Saarländer 
haben sich, gut eingelebt und die manchmal drohende Kohlennot 
konnten ivir mit Hilfe der Zeche Heiligenberg immer wieder 
bannen. 
Auch in der Ortsgruppe wurde reichlich zum Volks - 
opfer gespendet und am 5. Februar ging der zweite Lastwagen 
mit den Ausrüstungsgegenständen, Bekleidungsstücken und Spinn 
stoffen ab nach Melsungen. Jeden Sonntag morgen treten 8,30 
Uhr alle Männer zum Volkssturmdienst auf dem Schulhof an 
und mancher, der schon glaubte, daß er zum alten Eisen gehörte, 
merkt, daß er auch noch Gelündedienft machen kann und 
auch zum Schießen noch nicht zu alt ist. Den Tag der Macht 
übernahme feierten wir am 28. t. im Anschluß an den Volks 
sturmdienst. Der praktische Volkssturmdienst wird durch 
Lehrfilme ergänzt. Zufolge der vielen Alarme kamen die Mit 
glieder der Ortsgruppe nicht so oft zusammen wie früher. Kreis 
leiter Pg. Dr. Schmidt hielt mit den noch anwesenden Pot. 
Leitern im neuen Rathaus eine Dienstbesprechung ab und gab uns 
einen ausführlichen Bericht über seine Tätigkeit in Norwegen 
und Hinweise für die Arbeit im neuen Jahre. 
Leider mußten wir unser Schulgebäude anderen Zivecken zur 
Verfügung stellen und Eure Kinder haben nun im Vereins- 
Haus Unterricht: im 6. Kriegsjahr muß eben alles gehen und es 
geht auch. 
Augllst S ch a u m bürg, den Zhr alle kennt, haben ivir 
das letzte Geleit gegeben, er ist friedlich und ohne Kranken 
lager eingescklafen. > 
Das iväre so das Neueste aus Eurer Ortsgruppe, alles 
andere, was Euch interessieren könnte, schreiben Euch sicher 
Eure Angehörigen. 
Ich wünsche Euch allen aus der Ortsgruppe weiteres Sol 
datenglück. baldigen Urlaub und uns allen einen siegreichen 
Frieden. 
Heil Hitler! Euer Richard R i e nr c: n n> 
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