Full text: Unser ist der Sieg (Nr. 43, Dezember 1944)

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geht es allen gut. Bis zur Stunde konnten wir Len Schul 
betrieb ordnungsgemäß durchführen. Die Kameraden, Lehrer 
Lengemann und Lehrer Fröhlich find zur Wehrmacht einge- 
zogen, an ihrer Stelle wirken der Euch allen bekannte Haupt- 
lehrer Heere und ein Lehrer Damm aus Kassel. Eure frühere 
Lehrerin Fräulein R ö m h i l d starb für Deutschland am 11. 9. 
1944 bei einem feindlichen Luftangriff auf Fulda. 
Daß cs an Arbeit hier in der Heimat nicht fehlt, könnt 
Ihr Euch sicher denken. Aber wo ein Wille ist, da ist auch ein 
Weg, und so haben wir alle Schwierigkeiten bei Unterbringung 
von Evakuierten beseitigt. Die Politischen Leiter haben sich 
tatkräftig in ihrer Freizeit beim Bauen eines Behelfsheimes 
eingesetzt. Die meisten der noch in der Ortsgruppe weilen 
den Männer waren am Westwall und haben mit Hacke, Schippe 
und Spaten beim Bauen des „Kurhessengrabens" wacker ge 
holfen. 
In den letzten Wochen haben wir uns in der Heimat 
mehr als früher an Fliegeralarm gewöhnen müssen. Die 
anglo-amerikanischen Mordbrenner vermögen uns aber nicht 
in unserer Haltung wankend zu machen, im Gegenteil, je bru 
taler ihr Auftreten wird, desto größer wird unser Haß und 
umso größer unsere Zuversicht und unser Willen zum Durchhalten. 
Durch den Führererlaß vom 25. 9. 1944 über die Bildung 
des Deutschen Volkssturms wurde auch in unserer Ortsgruppe 
an die Aufstellung sofort herangegangen. Beim Erfassung^ 
appcll sprach zu uns unser Kreisleiter Pg. Dr. Reinhardt. Die 
Gedenkstunde zum 9. 11. wurde mit der Vereidigung zum Deut'- 
scheu Volkssturm verbunden. Nun geht es eifrig an die Aus 
bildung der Führer und Unterführer, die in mehrtägigen Lehr 
gängen durch geschultes Personal für ihre Ausgaben unterrichtet 
werden. Aehnlich wie unsere Urgroßväter 1809 sind auch diesmal 
alle Männer ohne Zwang herbeigeeilt und find willens, 
die Heimat zu verteidigen und da ihre Pflicht zu tun und 
fei es bis zum Letzten, wo sie der Befehl des Führers hinstellti. 
Urlauber konnten wir in der letzten Zeit wenig begrüßen, den 
Kameraden Walter Arbert, Willi Günther, Erich Hempe'er und 
Dr. Hans Gäbet danke ich herzlich für ihre Frontgrüße. Ka 
merad Hans Göbel gratulieren wir zur Beförderung zum 
Leutnant und wünschen ihm baldige Genesung von feiner' 
Verwundung. 
Euch allen sendet die Ortsgruppe durch mich herzliche Weih- 
nachtsgrüße mit der Bitte, recht oft von Euch hören zu lassen. 
Euer Richard Rieman n. 
OrtZApuppe Deute 
Zelle Böddiger. 
Liebe Soldaten aus Böddiger! 
Lange Zeit habt Ihr nichts von mir aus Eurer Heimat 
gehört. Nun aber das liebe Iulfest vor der Tür steht, will 
ich Euch mit einigen Zeilen aus der Heimat erfreuen. 
Das regnerische Wetter 
der letzten Zeit hat uns bei 
der Feldbestellung zwar et 
was behindert, aber das war 
kein Grund, die Hände in 
den Schoß zu legen. Auch 
diese Arbeit wurde wieder 
getan. 
Im Dörilein ist alles in 
Ordnung. Ein Teil der 
Männer war beim Westwall 
bau, um Euch im Westen für 
Eure schweren Kämpfe 
die notwendigen Verteidi- 
gungsstcllen zu schaffen. Sie 
sind alle gesund und munter 
wieder zurückgekommen und 
sprechen voller Begeisterung 
über die Kameradschaft, die 
sie gefunden und geübt ha 
ben. Auch die HI. hat flei 
ßig mitgeholfen. 
Seit meinem letzten Be 
richt haben sich hier verhei 
ratet: Heinrich Brand au 
mit Anneliese Heller; Karl 
R i e t s ch l e mit Mina Kä 
the; Georg Landgrebe 
mit Anneliese Groß; Heinrich 
Meyer mit Lisa Fischer; 
Konrad Heinrich H e y n e r 
mit EPe Hohmann gebore 
nen Riedemann; Konrad 
Schalles mit Anna Hucke; 
Herbert Hilgenberg mit 
^Weihnachten vor dem Feind im 6. Kriegsjahr 
Erna Schäfer. — Glückliche Eltern wurden: Otto Glp- 
per und Frau Elfriede geb. Wicke; Heinrich Göberl 
und Frau Martha geb. Hilgenberg; Ludwig Hohmann und 
Frau Elisabeth geb. Habenicht; Heinrich Rausch und Frau 
Johanna geb. Bär. Diesen Ehepaaren auch in Eurem Namen 
unsern herzlichsten Glückwunsch zur Eheschließung und zur 
Geburt ihrer Kinder. — Von uns gegangen sind für immer: 
der Stellmacher Konrad Otto (77 Jahre); Frau Margarete 
Dittmar (37 Jahre); Kurt Kothe (23 Jahre). — Im 
Kampf für Führer, Volk und Vaterland ließen ihr Leben: Karl 
Harbusch, er folgte seinen beiden Brüdern; Adam Lenge 
mann vom Steinweg; Walter Scherp; Hermann Schäfer; 
Hermann Keßler, der Bruder der Frau Käthe Lange. Sie 
starben, damit wir leben. Ehre ihrem Andenken. 
Zum nahen Iulfest sende ich Euch die herzlichsten Glück 
wünsche. Verlebt das Fest in voller Gesundheit. Wir in der 
Es geht um die Heimat: Landefeld im anmutigen Landetal 
Foto Heinel
	        

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