Full text: Unser ist der Sieg (Nr. 43, Dezember 1944)

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meint, groß Macht und viel List, sein grausam Rüstung ist, auf 
Erd' ist nicht seinesgleichen!" Dieses alte Lutherwort können 
wir auch heute auf unsere Gegner anwenden, denen jedes Mittel 
und jede Lüge und List recht ist, unser stolzes, starkes Volk zu 
vernichten. Harte Wochen und Monate liegen zwar hinter uns, 
seit wir den letzten Heimatgruß Euch sandten, manchem blieb 
nichts an Leid und Not erspart, weitere Lücken riß der Tod 
draußen und daheim, und unerträglich erschien oft die wachsende 
Last. Mit Sorge sahen wir den drängenden Herbstarbeiten 
entgegen! Würde es uns gelingen? Hinzu kam der erste Einsatz 
von 25 Männern unseres Ortsgruppenbeveiches für Schanzarbeiten 
am Westwall, dem bald weitere folgten. Doch es wurde geschafft. 
Wir bissen die Zähne zusammen und es ging. Der ganze Segen 
des Herbstes wurde geborgen, die Felder wurden aufs neue bestellt 
fürs kommende Fahr. Die Fülle des Obstes wurde geerntet, 
die Gärten sind geleert. Und wir Schanzer am Westwall 
stellten auch unseren Mann und sind stolz darauf, Euch Kame 
raden an der Front so nahe gewesen zu sein, um Euch mit Schaut« 
fei und Hacke die Stellungen zu bereiten für die harten Ab/> 
wehrkämpse dieses Winters. 
Und wenn der Führer nun zuletzt den Volkssturm zur Ver 
teidigung der Heimat ausrief, so standen wir vor kurzem als 
alte Soldaten in stattlicher Zahl vor unserem Kreisleiter Dr. 
Reinhardt angetreten und lauschten seinen begeisterten Worten, 
die in schweren und harten Anklagen gegen die Kriegsverbrecher 
gipfelten und Zorn und bitteren Haß in unseren Männerherzen 
weckten. Und nun wird seit letztem Sonntag „geübt", und wir 
werden noch einmal Rekruten. Wir wissen, um was es geht 
und unsere Feinde auch: „Der Deutsche bieder, fromm und stark, 
beschützt die heilige Landesmark!" 
Und Neuigkeiten aus der Heimat! Liebe Kameraden, es gibt 
nicht viel zu schreiben. Wieder griff der Tod in unsere Reihen. 
Unser lieber Parteigenosse. Lehrer Iber aus Grebenau, wurde 
durch einen Schlaganfall unerwartet aus unserer Mitte gerissen. 
Die große Beteiligung bei seiner Beisetzung zeugte von der 
Wertschätzung und Liebe, denen er sich in Schule, Gemeinde und 
Partei erfreute. 
Wir begleiteten ferner zur letzten Ruhe den Aufseher Heinrich 
Klages, den Müllermeister Theo Veltrup und den Invaliden 
Heinrich Brandenstein sowie Frau Katharina Wolfram. Den 
Es geht um die Heimat: Guxhagen mit Breitenau 
Heldentod fürs Vaterland fanden unsere Kameraden Heinrich 
H u p f e l d, Georg Schmidt aus Guxhagen und Hans Krug 
aus Wollrode. 
Die Gedächtnisfeier für die Gefallenen des 9. November und 
für die Gefallenen der Ortsgruppe Guxhagen fand auf dem Ehren 
friedhof in besonders würdiger Weise statt, da an dieser der 
gesamte Bolkssturm der Ortsgruppe beteiligt war und auf den 
Führer vereidigt wurde. 
Und nun, liebe Kameraden, laßt uns geloben, weiter Hand 
in Hand in Treue festzustehen in dem unerbittlichen Endkampi 
um des Reiches Ehre und Zukunft. Und wenn wir gleich noch ein 
mal Kriegsweihnachten feiern müssen, noch bescheidener als 
bisher, so wollen wir trotz allem nicht verzagen, sondern weiter 
kämpfen bis zum Sieg, und wenn die Welt voll Teufel wär! 
In diesem Sinne grüßt Euch alle Euere geliebte Heimat 
und Euere Ortsgruppe. Fritz Riese. 
Ortsgruppe Gensungen 
Liebe Kameraden! 
Wiederum geht ein Kriegsjahr seinem Ende entgegen, und die 
Weihnachtsgrüße und Neujahrswünsche suchen den Weg zu Euch. 
Wir hofften und glaubten, daß der Krieg in 1944 .seinem Ende 
zuginge, doch das Schicksal hat es anders gewollt. Aber dennoch 
verzweifeln wir nicht, sondern wünschen sehnlichst, das das 
kommende Fahr unsere Feinde endgültig in die Kniee zwingt. 
Wohl haben wir im verflossenen Fahr manches heiß umstrittene 
Stück fremder Erde wieder aufgeben müssen, die Luftgangster 
haben auch weiterhin schonungslos unsere herrlichen deutschen 
Städte bombardiert. Auch unsere Gemeinde wurde betroffen und 
wir hatten leider eine Reihe' Opfer zu beklagen. Unermüdlich 
schafften die Daheimgebliebenen bei den Aufräumungs- und 
Bergungsarbeiten. Fn den frühen Morgenstunden des 9. No 
vember. des Todestages der 16 Gefallenen von 192Z, setzten wir 
die in der Heimat Gefallenen auf unserem Friedhof bei. Neben 
diesen Opfern haben wir leider auch wieder einige gefallene 
Helden zu beklagen. Es starben den Heldentod: Hauptmann 
Heinrich Walter. Oberwachtmeister der Schutzpolizei d. R. 
Karl Fröhlich. Otto S ch ützenm e i st e r. Hermann Klapp. 
Heinz H e n z e. Walter Holl. Ernst Reiß e. Hans Siegel 
und Theodor Bode- Rhünda. 
So hart uns das Fahr 1944 auch getroffen hat, um so 
größer und stärker soll der in der Weihnachtszeit aufleuchtende 
Glaube an den Sieg des Lebens und des Lichtes, unser Glaube 
an das Leben unseres Volkes und an den Sieg unserer deutschen 
Sache auf dieser Erde gegen alle Feinde sein. Und so sende 
ich Euch, liebe Kameraden der Ortsgruppe, in herzlicher Ver 
bundenheit und Dankbarkeit die innigsten Weihnachtsgrüße und 
Neujahrswünsche. 
Heil Hitler! Euer Georg Heerdt. 
Ortsgruppe Felsberg 
Meine liehen Kameraden zu Lande, zu Wasser und in. der Lust! 
Noch vier Wochen trennen uns von Weihnachten, dem schön 
sten aller deutschen Feste, dem Lichtfest unserer Altvorder'en, 
dem Geburtsfest des aufsteigenden Lichtes, das durchdrungen 
ist von der heiligen Gewalt des neuerwachenden Lebens in der 
Natur. Viele von Euch feiern nun Weihnachten zum sechsten 
Male fern von Frau und Kind, von Braut, Geschwistern, 
Freund und Freundin. Mehr wie an jedem anderen Tage 
weilen unsere Gedanken in dieser Vorweihnachtszeit bei Euch 
an allen Fronten. Wir sind stolz auf Euch, daß Ihr' in alter 
Kurhessentreue Euere Pflicht tut, jeder an seinem Platze, an den 
ihn das Schicksal hingestellt hat. Und wenn so mancher Kame 
rad diese 6. Kriegsweihnachten nicht mehr erlebt, dann ist sein 
Opfertot für uns von ganz besonderer Bedeutung, er ist für uns 
Symbol, das Symbol des kraftvollen Durchringens und Durch 
haltens zum Volkhaften und Ewigen. Die ewige Wahrheit 
vom Werden, Vergehen und Wiedererstehen, das ewige Leben 
in der Natur ist das Wunderbare, was sich in der „Weihe- 
nacht" vollzieht. Zeitwende ist Schicksalswende! Und nur das 
beglückt und erhebt, was wir aus dem Glauben und Wolle,, 
unseres Volkes heraus tun. Darum laßt uns alle, Ihr an der 
Front und wir in der Heimat, Lichtkämpfer sein. Mit dieser 
Losung wollen wir alle das Fest der deutschen Weihenacht 
feiern, mit dieser Losung wollen wir auch mutig und getrost 
ins neue Fahr gehen! 
Nun wollt Ihr sicher Neues aus der Heimat hören. Der 
„Alte im grauen Kleide" hält wie feit Fahrhunderten noch, 
immer getreulich Wacht über unser Edertal. Aeußerlich hat 
sich an dem Stadtbild nichts verändert, nur in den Straßen sieht 
man fremde Gestalten und hört fremdklingende Laute, die alles 
andere als hessisch sind und klingen. Die Feldarbeit ist dank 
des unermüdlichen Einsatzes Euerer Angehörigen beendet und 
nun geht es zum Holzschlagen in den Markwald, das aber 
größtenteils von den Gefangenen besorgt wird. Euren Kindern
	        

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