Full text: Unser ist der Sieg (Nr. 40, März/April 1944)

Ortsgruppe Neumorschen 
Liebe Soldaten! 
In der letzten Nummer hatte ich Euch kurz berichtet, daß ich 
Euch in dieser Osternummer etwas über unseren Dorfabend 
schreiben wollte. Dieser Gemeinschaftsabend hat nun am 11. 
März bei Horn-Neumorschen stattgefunden, man kann schon sagen, 
daß es eiln voller Erfolg war. Aus allen Orten der Ortsgruppe, 
vor allem aus Binsförth und Konnefeld, waren die Vertretungen 
zur Stelle. Die BDM.-Mädels aus Binsförth, Konnefeld und 
Neumorschen haben ihr Bestes gegeben, um dem Abend einen vollen 
Erfolg zu verschaffen. Unsere neue Mädelgruppenführerin, 
NS.-Schwester Lieselotte, hat bewiesen, daß sie führen 
kann, ja nicht nur führen, sondern auch auf der Bühne mit 
ihren Mädels etwas leisten kann. 
Der Abend begann um 19 Uhr und war ausgefüllt bis 24 
Uhr, er zerfiel in zwei Teile, einen ernsten und einen frohen 
Teil. Der Saal war gefüllt und man sah, trotz des fünftens 
Kriegsjahres, frohe und zufriedene Gesichter. Auch unser Land 
rat und Kreisleiter Dr. Reinhardt war mit Kreisgeschäftsführer 
Klee vertreten. 
Lehrer Schröder ließ die Dorfgeschichte vor allen An 
wesenden in einem Bortrage an uns vorüberziehen, sodaß die 
Evakuierten bei dieser Gelegenheit aus unserer Vergangenheit 
etwas erfahren konnten. Einige gemeinsame Lieder, und die 
Kapelle Staske gaben dem Abend ein schönes Gepräge. 
Es kam die gemeinsame Kaffeetafel und es sah auf den Kuchen- 
tellern nicht übel aus. Auf jeden Fall hätten unsere Feinde sehen 
können, daß die Gemeinschaft unseres Volkes gesichert ist, daß 
Stadt- und Landvolk zu einer Harmonie geworden sind, und daß 
Sie Luftangriffe uns nicht zum Verzweifeln, sondern zu einer 
Schicksalsgemeinschaft gebracht haben. 
Im frohen Teil kam dje echte deutsche Volksseele zum Durch 
bruch. Ein Dorfabend wie er sein soll. Die Mädels fistelten ihre 
Scharaten, Spiele und Volkstänze mit strahlenden Augen und 
aus vollem Herzen. Schwester Lieselotte als Rundfunkansagerin 
leitete die Sender Neumorschen, Binsförth und Konnefeld in 
die Herzen der Zuhörer mit Schwung und Begeisterung, wofür 
ihr am Schluß Anerkennung und Begeisterung zuteil wurde, so 
daß auch sie von diesem Dorfabend für ihre künftige Arbeit 
neue Kraft mitnehmen konnte. So soll es sein. Einer muß dem 
anderen Kraft geben zur Arbeit. Alle Anwesenden haben sich 
Kraft zu neuer Arbeit geholt. Und auch die Vortragenden waren 
mit dem reichen Beifall und der Anerkennung zufrieden und wer 
den freudig ihre Pflicht in ihrem kommenden Dienst erfüllen,. 
Die Erhaltung der deutschen Volksseele, das ist das, wofür 
wir kämpfen, Ihr da draußen und wir daheim. Dieses Volk muß 
ewig leben, das wissen wir. An diesem deutschen Wesen soll der 
einst die Welt genesen. Allen Mitwirkenden sei auch hiermit für 
den sckönen Dortabend gedankt. 
Am 12. März hatten wir in der Ortsgruppe einen großen 
Tag. Unser Gauleiter-Stellvertreter Pg. G e r l a n d sprach in 
Neumorschen im Saale Horn. Der Saal war überfüllt. Der 
Bortrag des Gauleiters ging in die Herzen der Zuhörer, er war 
ein flammendes Bekenntnis zum Führer und zu Deutschland, 
er gab uns Glauben und Mut und stand unter dem Motto: „Am 
Ende aber steht der deutsche Sieg". Das wissen wir und das 
wißt Ihr. das macht uns stark, das macht uns unbesiegbar, des 
halb wollen mir Kameraden sein, Ihr und wir. wir wollen 
arbeiten und kämrsten. bis eines Tages die Sonne wieder 
scheint klar und hell. Mag auch heute oft trübes Gewölk über 
uns sieben. Der Sieg wird eines Tages da sein und der Lohn 
wird mit der Geschichte unserer Generation für alle Zeiten ar 
beiten. Wir leben zur Zeit des Größten aller Deutschen und 
wir wollen uns ihm würdig zeigen. 
Wir alle sind Ostern in Gedanken bei Euch wie Ihr bet} 
uns seid. In diesem Sinne grüße ich Euch im 'Namen der 
Ortsgruppe Euer . Aug. Hast. 
Ortsgruppe Körle 
Liebe Kameraden! 
Kalendermäßig hat zwar der Frühling seinen Anfang ge 
nommen. Auch hat er uns seine ersten Vorboten geschickt. 
Schneegänse und Kraniche zogen nach Norden. Die Schnee 
glöckchen zeigen ihr weißes Köpfchen. Jedoch ist die Natur noch 
sehr winterlich gestimmt. Schneetreiben mit nächtlichem leichten 
Frost geben ihr noch das Gepräge. Die alten Wetterregeln schei 
nen eine gewisse Richtigkeit zu haben, denn tanzen im Januar 
die Mucken, muß der Bauer nach Futter gucken, und, es ist noch 
kein Winter verfault, zeigt der diesjährige Nachwinter. Wohl 
trennen uns vom Osterfest noch zwei Wochen und hoffen wir. daß 
bis dahin unsere liebe Sonne die rauhen Stürme bezwungen 
hat, damit unsern Kleinen die Gelegenheit, ihre bunten Eier 
zu Ostern am Osterberg zu rollen, nicht versagt bleibt. 
Im Monat M'irz hatten wir einige Veranstaltungen im 
Ortsgruppenbereich. In Körle und Empfershausen sprach vor 
Blick auf Lobenhausen und Körle Foto: Iungermann. 
überfüllten Räumen ein Redner der Partei. Ein Film, eine KdF.- 
Beranstaltung und ein Militärkonzert sorgten für Unterhaltung. 
Am 19. 3. wurden 15 Jungen und 15 Mädchen, die zur Schul 
entlassung gekommen, in einer Feierstunde verpflichtet. 
Gegenwärtig sind in Körle Männer und Frauen dabei, das 
Losholz zu machen. Die Forstarbeiter haben vollauf damit zu 
tun, für die Kriegswirtschaft Nutzholz zu schlagen. Die Fuhr 
leute sind mit dem Abfahren des Holzes beschäftigt. Die Arbeit 
auf dem Felde ruht infolge der Witterung noch. Eine Anzahl 
Dachgeschosse wurden in den letzten Wochen zu Wohnräumen aus 
gebaut und warten, wenn sie genügend trocken, noch der letzten 
Pinselstriche. .. 
An kleinen Erdenbürgern sind angekommen: Konrad Emme- 
luth, Heinrich Kilian, Georg Gerlach in Körle und Karl Kör- 
del in Empfershausen je ein Sohn und Fritz Bohn in Körle 
eine Tochter. Wie ich von der Leiterin der Hilfsstelle von 
„Mutter und Kind" erfahre, steht „Tante Gustc" in diesem 
Frühjahr noch viel Arbeit bevor. Für diese Geborenen und die 
noch Kommenden wollen wir mit dem Führer den Sieg und 
eine bessere Zeit erkämpfen. 
Frohe Ostern und sonst alles Gute wünscht Euch liebe 
Kameraden die Heimat und Euer A. A r e n d. 
Ortsgruppe Guxhagen 
Liebe Kameraden! 
Wieder stehen wir am Tore des Frühlings. Schueeglöck}- 
chen blühen in allen Gärten uno läuten ihn ein, und Ostern will 
wieder unsere Herzen mit Ho,saung und Glauoen er,üuen. Zwar 
weicht uno wannt oer alte Winter nicht und lagt nur schrittweise 
zurück sich drängen, doch feine Tage sind gezählt trotz seiner 
„grimmigen Gevuroen" und Frühling wiener nurd es werden in 
deutschen Landen und in deutschen Herzen! Gottlob, die schlimmste 
Zeit der dünnten Nächte ist vorbei, das Licht siegt wieoer über 
die Finsternis, und so schauen wir alle gläubig und stark der 
Zukunft entgegen. Mit rauher Hand griff der Tod auch seit 
dem letzten Heimatgruß wieoer in unsere Mitte und manchen 
lieben Alten werdet Ihr einst nicht mehr begrüßen können. So 
geleiteten wir zur letzten Ruhe den Kaufmann Valentin O e tz e l, 
84 Jahre; Frau Anna Katharina Rudewig, 72 Jahre- 
Stellmacher Georg B ä tz i n g, 61 Jahre und Au,scher Balthasar 
Meister, 66 Jahre. Sie starben alle nach einem arbeits 
reichen Leben. 
Den Heldentod für Führer und Volk fanden die Kame 
raden Georg Krieger, Wilhelm Umbach, ---Haupt- 
sturmführer L o tz. 
Auf Urlaub weilten: Heinrich Hupfeld, Heinrich Reuter, 
Paul Ganz, Georg Thumeyer, Guftav Almeroth, Christian 
Benderoth Hans Brede. 
Auszeichnungen: Das E.K.2.Kl. erhielten Heinrich Reith, 
Hans Stein icke; das Verdienstkreuz 2. Kl. mit Schwertern 
erhielt Kamerad Heinrich Reuter. 
Es verheirateten sich: Ww. Elisabeth De Ger ding mit 
Kraftfahrer Fritz Freund, Elise R i e m a n n und Witwer 
Justus B ä tz i n g, ferner Anna H o f f m a n n und Kurt 
S ch ü ß l e r. 
Am 27. Februar fand die Aufnahme der Hitler- 
Jugend in die Partei statt. Es war eine schlichte aber wür 
dige Feierstunde, zu der sich unsere Jungen und Mädels mit den 
Politischen Leitern versammelt hatten. 
Am 12. März gedachten wir unserer gefallenen Kameraden bei 
der Heldengedenkfeier auf dem Friedhof und gelobten 
aufs neue dem Führer Treue und Gefolgschaft. 
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