Full text: Unser ist der Sieg (Nr. 40, März/April 1944)

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Am 19. Februar hat sich der Obergefr. Otto Gipper mit 
der Fungbäuerin Elfriede Wicke verheiratet. Wir gratulieren! 
Und noch 7 Bräute warten auf den Heimaturlaub ihrer Verlobten, 
um diesen in der Heimat die Hand zum Ehebunde zu reichen. 
Wünschen wir ihnen, daß die Kriegslage es zuläßt, daß ihre 
Verlobten Heimaturlaub erhalten können. 
Die alte Frau Engelhardt, eine der ältesten Frauen 
der Gemeinde, hatte das Unglück, bei Glätte hinzufallen und sich 
das Bein zu brechen. Wir wünschen ihr baldige Genesung. 
Folgende Soldaten habe ich in der letzten Zeit in der 
Heimat gesehen: Wachtmeister Heinrich Hucke, Heinz Ellenberg, 
Willi Bläsing, ---Mann Konrad Graß, Erich Bartholmai, Kurt 
Engelhardt und seinen Bruder Reinhard, dem wir zu seiner Er 
nennung zum Uffz. gratulieren. i 
Verlobt hat sich die Fungbäuerin Emma Keim mit dem 
Oberfeldwebel Wilhelm Gieß. 
Für immer hat uns verlassen im Alter von fast 84 Fahren 
die Witwe Martha Elisabeth Herwig geborene Weitzel, die 
Großmutter des Kameraden Fakob Dieling. 
Heute bringe ich Euch eine Rechenaufgabe. Ein Stützpunkt 
ist belegt mit Grenadieren, Pionieren und Artilleristen. Wir 
zählen 200 Grenadiere und Pioniere, 170 Grenadiere und Artille 
risten und 103 Pioniere und Artilleristen. Wie stark ist jede 
Truppengattung? Die Lösung ist leicht, wenn ihr daran denkt, daß 
in den angegebenen Zahlen jede Truppengattung zweimal ent 
halten ist. 
Herzliche Grüße soll ich Euch von unserm Bürgermeister Fritz 
Schnitzerling ausrichten. Wir haben alle ein gerüttelt und ge 
schüttelt Maß an Arbeit. Aber wir tun sie gern, um unsern Teil 
zum Siege beizutragen. 
So laßt es Euch weiterhin gut gehen. Das ganze Dorf 
sendet Euch herzliche Ostergrüße und ich schließe mich diesen an. 
Heil Hitler! Willy G l a tz e r, Zellenleiter i. V. 
Zelle Wolfershausen. 
Liebe Wolfershäuser! 
Am 19. 3. hatten wir in Wolfershausen die Verpflich 
tungsfeier der Jugend. Waren es in den ersten Fahren zu 
meist nur die Fugend selbst und die Eltern am Orte, die 
erschienen, so hat sich das Bild wesentlich geändert. Selbst von 
Böddiger her kamen die Eltern und Verwandten zu dieser 
Feier, so daß Färbers Saal dicht gefüllt war. Am Sonntag! 
vorher war hier eine Kampf Kundgebung für Wolfers 
hausen; 231 Menschen folgten der Parteieinladung. Wer von 
Euch, wie ich, schon viele Fahre für die Partei tätig ist, kann 
nur seine helle Freude daran haben, daß unser Volk sich immer 
mehr findet im einigen Streben in Treue für Führer und Vater 
land. Das wirkt sich natürlich auch sonst zum Segen aus. 
Am 7. 3. mar für die Orte Albshausen, Guxhagen, Deute 
und Wolfershausen hier Berufswettkampf für 27 Mäd 
chen im Alter von 14—17 Jahren. Riesen A n nch en ging 
dabei als einzige Kreissiegerin hervor zur Freude der Wol 
fershäuser. Die Anforderungen waren so vielseitig, daß zur 
Erlangung der Höchstpunktzahl schon allerlei Können notwen 
dig war. Die Mädels waren aber alle froh und freudig dabei, 
und jede suchte ihr Bestes, zu geben. Ueberhaupt hilft unsere 
Fugend tüchtig mit in diesem Kriege in Unermüdlichkeit und 
Ausdauer, daß wir stolz auf sie sein können. Die Iungens z. B. 
zeigen sich so geschickt und .selbständig, daß Brandmeister 
Braunhardt gern mit ihnen die Feuerwehrübungen abhält und. 
wie er versichert, sich dabei immer jünger fühlt. Außerdem hat 
Wolfershausen seit Monaten eine neue Motorspritze, die unserem 
Dorfe im Notfall gute Dienste leisten wird. Wir „alten Knochen" 
bi« 65 Fahren werden uns ab sofort im Schießen üben. Alten 
brunslar mit seinem Schützenkönig will natürlich beim Wett 
schießen den 1. Preis machen. Aber wir lassen uns nicht bange 
machen, zumal es nach der Weihnachtszuteilung in diesem Monat 
wieder Zielwasser gibt. 
„Onkel Hermann" versieht Möbers Betrieb, da H. Gerhold 
Soldat geworden ist. Wir hoffen dafür Hupfeld nach Hause zu 
bekommen. H. Kartheuser und A. Kraft sind im Osten bzw. in 
Frankreich. Laufend kommen Soldaten in Urlaub. Augenblick- 
lich weilen unter uns: Konrad Dische H, Willi Lange, Wilhelm 
Gerhold und Hans Alter. Dauernde Gäste sind: Konrad Riese, 
Eg. Wicke, Konrad Fenge. Diese drei werden sich wahrscheinlich 
dem Bahndienst verschreiben, denn sie helfen schon fleißig 
den Bahnwärterinnen auf der Haltestelle. Heinrich Färber übt 
das Gehen an Krücken. Er bat sich in Mutters Pflege gut von 
seinem Blutverlust erholt. Reinhard Schill, mit dem Kriegsver 
dienstkreuz mit Schwerlern ausgezeichnet, und Langen Helmut 
leisten Führerdienste beim RAD. Färbers Karl übt sich im 
Panzerrollen. Hebels Konrad liegt verwundet im Lazw- 
rett, bald hätte es ihm auch das Bein gekostet. 
Unsere Schule hat in Fräulein Crienitz eine neue Lehrerin 
bekommen. 
Fn der vorigen Nummer fehlte von uns ein Bericht, weil 
die Geschehnisse sich überstürzten. Leider mußte ich auch ver- 
Kapelle in Altenbrunslar Foto: H. Scherz. 
fchiedene Trauernachrichtcn überbringen. Frau Marin Alter 
mußte ich mitteilen, daß ihr Mann Heinrich als Feldwebel zwei 
Tage vor der Geburt feines Söhnchens gefallen sei. Zwei Tage 
nach dessen Tode fiel am 6. 11. 43 Uffz. Willi Riese. Dazu 
haben wir im Februar Schneider Karl Dittmar unter mili 
tärischen Ehren in heimatlicher Erde beigesetzt. Fhr werdet ver 
stehen, daß unter den Umständen nichts alls der Feder fließen 
wollte, denn alle diese lieben Menschen .standen mir doch zu 
nahe. 
Nun noch eine Bitte; es kommt die Frontzeitung oft zurück, 
weil sich Eure Anschrift geändert hat. Wollt Fhr nun die Zei 
tung immer haben, so schreibt sofort Eure Anschrift an die 
Kreisleitung. 
Mit kameradschaftlichem Gruß und Heil Hitler! 
Euer U m b a ch. Zellenleiter. 
Zelle Neuenbrunslar. 
Liebe Neuenbrunslarer tapfere Kämpfer! 
Der Frühling naht mit Brausen; wieder ist Ostern, das herr 
liche Frühlingsfest, nahe, da gehen Euere Gedanken zur Heimat, 
die uns'rigen zu Euch, Fhr lieben Soldaten! Die Heimat- 
gemeinde wünscht Euch frohe Ostern, rechtes Soldatenglück und 
grüßt Euch herzlichst! 
Hier geht alles seinen Euch allbekannten Weg. Der 
12. März, als Heldengedenktag, sah die hiesige Gemeinde fast 
vollzählig am Ehrenmal zu einer würdigen Gedenk 
feier und Kranzniederlegung. Es wurde derer besonders ge 
dacht, die an der Front oder in der Heimat ihr Höchstes gaben, 
ihr Leben. Fhr Heldentod ist uns Verpflichtung, alle Kraft für 
den Sieg einzusetzen. 
Am 12. März fand im hiesigen Fugendheim eine Kampf 
kundgebung statt, die sehr zahlreich von eilten- lind 
Neuenbrunslar besucht war. 
Der 19. März brachte die Ve r p f l i ch t u n g s f ei e r der 
Schulentlassenen in Wolfershausen. Aus Neuenbrunslar waren 
es: Adam Hühne, Anneliese Kilian, Frma Clobes, Annemarie 
Angersbach I, Annemarie Angersbach II, Margret Schnitzer 
ling, Elfriede Leimbach, Erna Hühne, Erna Siebert. Eltern 
und Bekannte waren zahlreich erschienen. Fn der Familie wurde 
der Tag würdig gefeiert. Cs ist erfreulick zu sehen, wie dieser 
Tag mehr und mehr ein rechter Familiensesttag wird. Fm Holz- 
wald ist jetzt Leben, nicht nur die üblichen Holzfällerarbeiten für 
Nutz- und Brennholz werden ausgeführt, sondern die Bevölke 
rung ist fleißig am Werk, für Herd und Ofen Vorsorge zu
	        

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