Full text: Unser ist der Sieg (Nr. 40, März/April 1944)

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Unsere schöne Heimat: Böddiger Foto: Jung ermann. 
Wir erfuhren auch wieder Leid. Ihr habt es vielleicht schon 
gehört. Nach der Nachricht von dem Heldentode des Sohnes 
Otto verunglückte am nächsten Tage der alte Herr Acker 
in a n n tödlich. Wir waren tief ergriffen. 
So schwingt in unserem Alltag der Krieg mit. Ich hoffe, daß 
Euch meine Zeilen bet guter Gesundheit erreichen und Euch allen 
das Soldatenglück noch hold ist, bis auch Ihr Eueren Urlaub 
hoffentlich recht bald bei uns verlebt. 
Ich grüße Euch mit Heil Hitler! 
Euer Karl Ko ch». 
Ortsgruppe d-Iieclermöllrict» 
Liebe Kameraden! 
Ihr mögt in den anderen Heimatberichten dieser Zeitung 
lesen, wie uns Februar und März nach den schneelosen WiU- 
termonaten doch noch eine weiße Winterpracht beschert haben, die 
freilich hier in unserer Eöerevene nach den stürmischen Schneewir 
beln der Nächte schon nach Mittag wieder abschmelzend in 
fahles Graugrün mit schmutzigweißen Streifen überging und 
unseren Kindern keine Wintersreuden mehr bot. Nur auf den 
Vorbergen des Knüll hebt sich für unser Auge noch eine schmale 
grauweiße Schneefläche heraus aus den weitgedehnten blaßblau 
umdunsteten Waldhöhen. 
Ein wohlgelungener, von unserer Martha Wenderoth 
vorbereiteter und geleiteter Dorfabend in dem überra 
schend jdjön mit Rot und Weiß und Gold geschmückten Schade 
schen Saal beschloß am 23. März den in unserem Ort durch 
geführten Gauentscheid des Kriegsberufswett- 
Kampfes, Gruppe Nährstand. Seit dem Einsatz des Reichs 
arbeitsdienstes zu den Aufräumungsarbeiten hat Niedermöllrich 
soviel blühende Iugend, die aus allen Kreisen unseres Kurhes 
sengaues herbeigekommen, nicht beisammen gesehen — 65 Mädel 
und 35 Zungen. Auf dem weiträumigen R ö v e r'schen Hos'e 
nahm diese aus nat.-soz. Geiste geborene Leistungsschau ihren 
Aufgang mit Appell, Fahnenhissung und mit Ansprachen über 
Sinn und Ziel des Wettkampfes und über das Bekenntnis 
unserer Landjugend zum Bauerntum (Wettkampfleiter Stahl 
und Oberbannführer Größe!). Dann folgte die Aufzeigung 
der Befähigung zu der Arbeit im Landdienst, im Felde, auf'dem 
Hofe und im Hause (Höfe Röver, Bgmstr. Pippert, K. 
Hotte, Arn. Schmidt und Kraft): Pflügen, Pferdeführen und 
-beurteilen, Melken und Tierpflege — daneben bei den Mädchen 
Schweine- und Geflügelflltterung, Aussuchen von Leghennen 
und Bruteiern, endlich noch Kochen und Backen, Stricken und 
Ausbessern (Annähen von Knöpfen) und noch manch anderes. 
Am 2. Tage Beantwortung berufstheoretischer und wieltan- 
schaulicher Fragen und am Nachmittag sportliche Wettkämpfe, 
besonders Wettlauf und Ballweitwurf, jenseits der Brücke 
auf den Ederwiesen. 
Auf dem Röverschen Hofe fand der Schlußappell mit 
der Verkündigung des Ergebnisses und dem Namensaufruf 
der dann vortretenden Besten (drei aus jeder Leistungsklasse) 
statt, aus denen sich die abseits der großen Verkehrslinien wohl« 
stärker naturverbundenen hellschopfigen Waldecker zahlenmäßig 
besonders heraushoben. In seiner Schlußansprache betonte Kreis 
leiter Dr. Reinhardt die hohe Aufgabe des deutschen Bau 
erntums in dieser Kriegszeit und seine lebensentscheidende Be 
deutung für die Erhaltung des biologischen Bestandes unseres 
Volkes. 
Am 27. Februar wurden 'in einer Morgenfeier vier HI.- 
Iungen in die Partei aufgenommen, und am 19. März fand 
gleichfalls in einer, diesmal aber über Erwarten stark be 
suchten Morgenfeier die Verpflichtung der Iugend statt, indem 
15 Vierzehnjährige — für unser Dorf fast eine stattliche Zahl — 
aus dem Iungvolk und dem Iungmädelbund ausschieden und 
in die HI. bzw. den BdM. überwiesen wurden. In dieser Mor 
genfeier, in deren Verlauf Pflicht- und Verantwortungsgefühl 
als altüberkommenes sittliches Gebot herausgestellt wurde, führte 
die Ansprache zu der Erkenntnis, daß für uns deutsche Menschen 
die mit Verantwortung verbundene Arbeit, rassisch begründet, 
nicht Zwang oder gar Fluch ist, sondern drängendes inneres Ge 
setz, „sichtbare Religiösität." 
Am 12. März gedachte die Partei mit den angeschlossenen 
Verbänden in einer kleinen Morgenfeier an der Ehrentafel des 
Weltkrieges gemeinsam mit der Kriegcrknmeradschaft unserer gefalle 
nen Helden mit Kranzniederlegung. Am Abend desselben Tages er 
lebten wir dann im Zuge der Propagandaaktion der NSDAP», 
eine hinreißende, von Herzen zum' Herzen gehende aufrüt 
telnde und aufrichtende Rede des Kasseler Parteigenossen Schnell. 
Und zum Schluß noch eins, liebe Kameraden. Wer von Euch 
auf Urlaub kommt, versäume nicht unter Blums Rain vor den 
Tannen das im soliden Bau aus dem Boden wachsende Dop 
pelhäuschen (im Volksmund „Villa Sorgenfrei") zu besichti 
gen, das schon nicht mehr Behelfsheim genannt werden kann. 
Auf Urlaub weilten hier im Februar und März: Heinz 
Herzog, Fritz Siemon, Hans Schäfer, Konrad Reisiger, Hch. 
Claus, Hans Mardorf, W- Hohmann, K. Sußmann, Hch. 
Zahn. Ad. Krause, Hch. Bartschev, .Hans Riemenschneider, 
Werner Teichmüller, Erich Stieglitz, Ernst Sämmler, Karl 
Hotte, Karl Itter. 
Das Standesamt meldet zwei Geburten: Feldwebel Franz 
Müller und Obergefr. Hans Sachse je ein Sohn, ferner zwei 
Todesfälle: Frau Kath. Elis. Schmidt und Frau Kath. Pippert. 
Liebe Kameraden, die Heimat gedenkt Euerer in Dankbarkeit 
und Liebe und sendet Euch herzliche Ostergrüße! 
Heil Hitler! Euer Ortsgruppenleiter Konr. Weidemann. 
Ortsgruppe Deute 
Zelle Böddiger. 
Liebe Soldaten aus Böddiger! 
Ostern steht vor der Tür. Eure Heimatgemeinde denkt an 
diesem Frühlingsfest in alter Treue und Anhänglichkeit an Euch. 
Unsere Wünsche begleiten Euch in all den schweren Kämpfen, die 
Ihr jetzt durchstehen müßt. Möge Euch das Soldatenglück hold 
fein. 
In der Heimat geht alles seinen richtigen Gang. Wir ar 
beiten, kämpfen und glauben an den Führer und an Euch. 
Dem milden Januar ist ein härterer Februar gefolgt. Und 
auch der März ist unfreundlich, sehr zum Leidwesen unserer 
Frauen und Töchter. Sie möchten gar zu gern den Garten 
bestellen. Es ist aber noch zu kalt. Nur nicht bange werden, auch 
auf die strengen Winter der 1. Kriegsjahre ist ein warmer Som 
mer gekommen. Wer denkt heute noch daran? 
Am 19. März d. Is. fand in Wolfershausen die Verpflich 
tung der schulentlassenen Jugend auf den Führer in feierlicher 
Form statt. 9 Knaben Und- 3 Mädchen aus unserer Gemeinde, 
Eure Söhne und Töchter, Eure Brüder und Schwestern, wurden 
in die HZ. oder in den BDM. übernommen. Es sind folgende 
Jugendliche.- Willi Hllhne, Kurt Dieling, Kurt Schnitzerling, 
Gerhard Landesfeind, Walter Finnis, Kurt Lengemann, Ernst 
Pippert, Karl Hohmann, Hans Landesfeind aus Essen, Gertrud 
Vaupel, Mathilde Schnitzerling und Regina Klajnsek aus Ober- 
Hausen-Osterfeld. Wir wünschen ihnen, daß sie einst tüchtige 
deutsche Männer und Mütter werden.
	        

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