Full text: Unser ist der Sieg (Nr. 39, Januar/Februar 1944)

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Ortsgruppe Heinebach 
2Hr lieben Soldaten im feldgrauen Rock! 
Unser Ortsgruppenleiter befindet sich noch bei seiner Tochter 
Hedwig im Wartheland, und da möchte ich Euch, 2hr lieben 
Soldaten, einiges aus Eurer Heimat mitteilen. Zunächst möchte 
ich Euch danken für Eure lieben Zeilen, die Ihr an die Orts 
gruppe gerichtet habt. Es ist dies doch ein Zeichen, daß Zhr 
immer interessiert seid an dem Heimatgeschehen. Der Winter 
hat es dieses 2ahr — bis jetzt — gut mit uns gemeint und 
dafür find wir und besonders die evakuierten Volksgenossen aus 
Kassel besonders dankbar. Die Partei hatte zunächst mit dem 
Bürgermeister dafür gesorgt, daß alle Umquartierten hier ein 
gutes Unterkommen gefunden haben. Dann waren durch die 
Politischen Leiter die Herd- und Ofenfragen ziemlich rasch gelöst 
worden. Es konnten hierdurch den evakuierten Volksgenossen 
etwa 40—50 Oefen und Herde vermittelt werden. Zhr seht, 
daß auch hier die Partei sich für alle diese armen Menschen 
eingesetzt hat und alles tut, um jedem sein Lied zu erleichtern. 
Augenblicklich werden im Ort die Straßen in Ordnung gebracht 
und wir rechnen damit, daß wir etwa 40 Waggons Splitt 
und Feinsplitt bekommen. 
Wenn 2hr wieder nach Hause kommt, sollt 2hr eine 
schöne, saubere Heimat wiederfinden. 2n nächster Zeit wird mit 
dem Bau von Behelfsheimen hier begonnen werden. Es sollen 
zunächst zwei Doppelheime errichtet werden. Auch hier wird die 
Partei ihren Mann stehen und tüchtig mithelfen. Ueber die 
Weihnachtstage und Neujahr waren sehr viel Urlauber hier, die 
ich begrüßen konnte. Die Weihnachtsfeier.selbst, von der Partei 
durchgeführt, war ein Erlebnis besonders für die Evakuierten. 
Am 4. 2. hatten die Eheleute Georg Albrecht in der Schul- 
ftraße ihre goldene Hochzeit. 2ch durfte ihnen die Glückwünsche 
der Ortsgruppe und der Kreisleitung aussprechen. Daß die 
Freude bei dem „Goldenen Paar" groß ivar, könnt 2hr Euch 
denken. Wir haben uns noch ein Stündchen mit dem Paar 
unterhalten und es erzählte uns in aller Frische von guten 
und sorgenvollen Tagen. 
Leider ist auch wieder eine Gefallenen-Nachricht in die Orts 
gruppe gekommen und zwar in die Zelle Niederellenbach. Der 
Sohn Wilhelm K ö r b e r, ein frischer, forscher Soldat, hat den 
Heldentod im Osten gefunden. Wir trauern mit den Elters 
um diesen prächtigen, ruhigen und besonnenen Menschen. Auch 
mein Bruder Hans, der als Steuevamtmann in Frankfurt 
a. M. beim Finanzamt tätig war, ist bei einem Terrorangrifs 
ums Leben gekommen. Richten wir unseren Blick aber auf das 
große Ziel, das vor uns liegt und das heißt: „Sieg!" 
Und wir wollen alles daransetzen, um dieses Ziel zu erringen. 
Denken wir nur an die Kinderverschleppung nach der Sowjet 
union aus dem besetzten Unteritalien, dann durchläuft eist 
Schaudern unseren Körper. Sorgen wir dafür, daß dieses Ver 
brechen sich nicht in Deutschland wiederholen kann. 
Nun, 2hr lieben Soldaten, komme ich zum Schluß. Die 
heimatlichen Berge, die leicht mit Schnee bedeckt sind, 2hr 
kennt sie alle — den Schmissing, die Vogelshütte, den Grummes- 
berg, Strebelsberg und den Seekopf — sie grüßen Euch und mit 
ihnen die gesamte Ortsgruppe. \ 
Heil Hitler! Euer Otto Heckmann. 
stellvertr. Ortsgruppenleiter. 
Ortsgruppe ^ltmorscken 
Liebe Soldaten! 
Da diesmal die Zellen Heina und Eubach ausführlich be 
richten. beschränke ich mich auf einige kurze Mitteilungen. 
Wieder konnten wir zwei Altersjubilaren gratulieren, der 
Stellmacher Zohannes Bierwirth und der Altrentner Heinrich 
Kurzrock, Altmorschen, vollendeten beide ihr 80. Lebensjahr. 
Trotz ihres hohen Alters verrichten sie im Betrieb und in der 
Landwirtschaft noch manche Arbeit. 
Das Standesamt meldet: Geboren: Pg. Hans Fernau-Alt- 
morschen, ein Zunge (5. K.): Paul Zungermann-AItmorschen, 
ein Zunge (1. K.): Zohannes Hinz-Altmorschen, ein Zunge 
(2. K.): Georg Schade-Altmorschen, ein Mädchen (7. Kst. Ge 
traut: Hpt.-Gefr. Anton Bolmich aus Dorsten mit Rosa Stöbel- 
Altmorschen, Uffz. Zakob Peter aus Goßfelden mit Dina 
Pfetzing-Altmorfchen, Obergefr. Heinrich Küllmer aus Heine 
bach mit Sabine Butte-Altmorschen. 
Auf dem Felde der Ehre fiel: Gefr. Franz Aigner-Alt- 
morschen, gebürtig aus der Ostmark, Schwiegersohn von A. 
Steiniger. 
Für die Zukunft wünschen wir Euch alles Gute und viel 
Soldatenglück. 
Herzliche Grüße aus der Heimat Euer A. S ch mi d t. 
Zelle Eubach. 
Liebe Kameraden! 
'Heute sollt Ähr mal aus einem kleinen, stillen Waldivinkel 
unserer schönen Kurhessenheimat, der Zelle Eubach, Ortsgruppe 
Altmorschen, etwas hören. 
Wenn Zhr auf dem beigefügten Bildchen die im einzig 
schönen deutschen Wald eingebettete Lage unseres kleinen, 
schmucken Dörfchens erblickt/so möge Euch dieser Blick zur 
inneren Besinnlichkeit führen und Euch den Born tiefster 
deutscher Innerlichkeit, „die Hemiatliebe", recht erleben las 
sen. Zch bin mir bewußt, daß dieses bei allen, die weit ab 
der Heimat stehen müssen, bestimmt der Fall sein wird, so 
wie ich es selbst im ersten Weltkrieg zu erleben Gelegenheit hafte. 
Man darf da draußen in der Weite der Welt noch so 
vielem Unbekannten und Andersartigen begegnen, das auch 
oft zu interessieren vermag, über allem jedoch ist und bleibt 
uns Deutschen die tiefe Liebe zu unserer engeren Heimat, der 
Quelle unserer seelischen 
Kraft: und führt uns das 
Schicksal noch so weit hinaus 
in fremde Lande, so erkennen 
wir erst recht die Wahrheit 
des berechtigten Wortes: „es 
gibt nur ein Deutschland mit 
seinen herrlichen Wäldern, 
seinen Bergen, Tälern, Seen 
und Burgen". 
Wir Deutsche nehmen für 
uns in Anspruch, daß wir 
die naturliebendste und na= 
turverbundenste Nation find. 
Trotz dieser Tatsache müssen 
wir erkennen, daß es auch 
geschichtliche Zeitabschnitte bei 
uns gab, ivo eine Verflachung 
in unserer Haltung zur Na 
tur und ihren Geschöpfen, 
namentlich auf dem Gebiet 
der Botanik, zu entstehen 
drohte. Mit den angedeuteten 
Gedanken führe ich Euch in 
das Gebiet des Naturlebens 
oder, begrenzter ausgedrückt, 
in die botanische Philosophie. 
Das ist kein trockener oder 
gar lebloser Stoff, es ist 
auch kein verstopftes und 
kleinliches Fachwissen, son 
dern in ihr finden wir die 
Zdee der Weltentwickelung, 
der Welten Sinn und auch 
des Menschen Bestimmung 
allgemein. 
Unsere schöne Heimat: Das waldumlrränzte Eubach. Foto: 2ung ermann.
	        

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