Full text: Unser ist der Sieg (Nr. 39, Januar/Februar 1944)

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Schon zeigen sich an geschützten Stellen, begünstigt durcb 
die milde Witterung, die ersten Borfrühlingskinder in Gestalt 
blühender Haselnußkätzchen und Gänseblümchen. 
Wir hatten die Freude, liebe Kameraden als Urlauber 
begrüßen zu können: Otto Walther, Kurt Lengemann, Wilhelm 
Clobes, Georg Angersbach, Georg Gleißner, Heinrich Barthel, 
Hans Freudenstein, Wilhelm Angersbach. Hermann Otto, Hans 
Angersbach, - Wilhelm Wicke und Georg Köbberling. 
Verwundet ist Karl Angersbach, ihm wünschen wir baldige 
Genesung und grüßen ihn besonders. 
Nun wünscht Euch die Heimatgemeinde alles Gute, vorab 
rechtes Soldatenglück mit herzlichen Heimatgrüßen aus dem 
schönen Edertal! 
Heil Hitler! Euer W. Ey sek. 
Zelle Böddiger. 
Liebe Landser aus Böddiger! 
Auch in dieser Ausgabe unserer Heimatzeitung „Unser 
ist der Sieg" sollt Fhr alle einen Gruß Eures Heimat-' 
dörfchens finden. Wir denken stets an Euch und danken Euch für 
Euren tapferen Einsatz und Eure felsenfeste Standhaftigkeit in 
allen feindlichen Angriffen. Die Treue zu Führer und Reich 
besiegelte mit seinem Heldentode der jüngste Sohn unseres 
früheren Ortsdieners Konrad Engelhardt, der Soldat F o n a s 
Engelhardt. Die ganze Gemeinde trauert mit den Eltern 
um dieses junge Soldatenleben. 
Unser Zellenleiter, Pg. Karl Landesseind, und auch Ernst 
Hühne tragen nun auch das Ehrenkleid des deutschen Soldaten. 
Und unser Soldatenmädel, die Lw.-Oberhelferin Anneliese 
Graß, hat sich bei ihrem letzten Heimaturlaub hier verlobt. 
Nun sie wieder irgendwo an der Front ihren Dienst tut, möchte 
ich ihr für Euch alle durch unsere Heimatzeitung die herz 
lichsten Grüße senden. Liebe Anneliese! Die Landser gratulieren 
Dir durch mich. Sie werden es noch persönlich tun. 
Am 15. Februar feiert der Gärtner Pg. Friedrich Blästng 
mit seiner Ehefrau das Fest der silbernen Hochzeit. Da wollen 
wir als Gratulanten nicht fehlen. 
Der Winter meint es dieses Fahr besonders gut mit uns, 
sehr zum Leidwesen Eurer Kinder und Geschwister, die ihre 
Rodelschlitten nicht benutzen können. Als es vor einigen Tagev 
etwas schneite, war der Fubel groß. Aber die Freude sollte 
nicht lange dauern. Am nächsten Morgen war der Schnee weg. 
Also fürs nächste Fahr! 
Herzliche Grüße! Heil Hitler! Willy G l a tz e r. 
Ortsgruppe ^ledermöllridl 
Liebe Kameraden! 
Die besonnte weiße Winterpracht blieb uns versagt, von 
Blums Rain herunter glitten keine Rodelschlitten, kein Kinder 
jubel lärmte über schimmernde Schurren auf dem Gänsepuhl, 
der Spätherbst ging fast unmerkbar in den Vorfrühling über, 
kaum, daß flüchtig ein leichter Flockenschleier die Erde mit 
dünner Sckneedecke überbreitete. Die Tage wurden kürzer und 
wieder länger, in Grau verrieselnd, nur selten am Himmel 
in der Wolkenjagd einen mattblquen Spalt aufreißend; in 
verschwimmenden Schattenrissen nur verrieten sich die umdun 
steten Bergwälder, Nebel und Nässe gingen um, vom Winde 
gequält bogen sich in ihrer Kahlheit Geäst und Gesträuch, kal 
ter Regen stob um die Fenster, und hinter den Scheiben träumte 
Kindersehnsucht verlorenen Blickes. 
Das Gesicht unserer Einwohnerschaft hat sich leicht ver 
ändert, zu einem Viertel etwa besteht sie jetzt aus Stadtleuterr. 
Menschen aus verschiedenen Lebenskreisen und mit verschiedenen 
Lebensformen find durcheinandergemengt, brachte es auch anfangt 
mancherlei Unannehmlichkeiten, so führte guter Wille und Ein 
ordnung in die Dorfgewohnheiten von der einen Seite, auch wie 
der zur"Annäherung und Anerkennung von der anderen. So wird 
das Zusammenleben auch das zur Sicherung unseres rassischen 
Bestandes so notwendige bäuerliche Selbstbewußtsein wieder 
erstarken lassen, besonders wenn — wie wir hoffen und er 
lebten — in der Zeit von Saat und Ernte manche Stadtfrau^ 
einsatzwillig oder in Erinnern, die ersten Schritte tut zur 
Wiederverbindung mit dem Boden, für die nächste Generation 
damit eine Stadtflucht anbahnend als Gegenwirkung gegen die 
verhängnisvolle Landflucht. 
Diese Wandlung, in der wir geradezu eine nationale 
Forderung zu sehen haben, blieb auch nicht unbemerkt bei den 
Veranstaltungen, die wir in den beiden letzten Monaten vornehm 
lich um der Heimatlosen willen durchführten. Für den Sonn 
tag vor dem Ruprechtstage (6. Dezember) hatte die Leiterin 
der Kindergruppe. Fvau Krämer, für Kinder und Eltern 
in mühevoller, selbstloser Arbeit mit ihren Kleinen einen heile 
ren Nachmittag vorbereitet. Eine reiche Folge von Lieder* 
und Gedichtvorträgen, in denen auch die ernste Note nicht 
fehlte, von kleinen Scherzspielen und die Inszenierung eines 
Schwankes durch BdM. und HF. brachte einige Stunden 
seelischer Befreiung für die evakuierten Gäste und fröhliche Auf 
heiterung für die Kasseler und Möllricher Kinder, besonders 
als der Knecht Ruprecht selber mit seinem großen Gabensack 
erschien. Und am Weihnachtsvorabend schloß sich an die eigent 
liche Kriegsweihnachtsfeier die Aufführung des gedankentiefen 
Märchenspiels von der Frau Holle, wieder mit nachfolgender 
Kaffeetafel wie am Ruprechtstnge im schön geschmückten Saale 
in ein ausgleichendes Beisammensein unserer neuen Dorf 
gemeinschaft. Auch eine kleine Ueberraschung gab es, rechte Be 
friedigung auslösend, als die Frauenschaftsleiterin, Frau R ö v e i; 
jeder umquartierten Familie, ihrer Kopfzahl entsprechend, ein 
Weihnachtspaket (allerlei Gemüse. Eingemachtes. Aepfel und 
ein Stückchen Speck) überreichen ließ. 
Am 30. Januar feierten ivir die Wiederkehr des Tages der 
Machtübernahme, gedachten des Marsches durch das Branden 
burger Tor und erneuerten in der Führerehrung das Gelöbnis 
unverbrüchlicher Treue. 
Tags darauf lud dann die Frauenschaft die hier weilenden 
Urlauber pnd die Kasseler Frauen noch zu einer abendlichen 
Kaffeetafel, zu der, wie jedesmal geschehen, die Möllricher Frauen 
den Kuchen wieder freigebig mitbrachten. Oberfeldwebel Ohr« 
b a ch (Kassel) mußte fesselnde Schilderungen von Land und 
Leuten Sardiniens und Unteritaliens zu geben. Auch dieser 
Albend fand seinen Ausklang in tief empfundenem Gedenken an 
unseren Führer und unsere kämpfenden Fronten: denn Fhr, 
liebe Kameraden, Euer Bild, Euer Leben, Euer Ringen steht 
ja bei allen Feiern, bei jedem Beisammensein im Mittelpunkt 
aller Gedanken und allen Gedankenaustausches. 
Als Urlauber weilten hier in den beiden letzten Monaten: 
Herm. Dung, Simshäuser, Gcrh. Müller, Foh. Riemenschneider 
Karl Gumbel, Georg Wicke, Herm. Hucke, Hch. Dung, Fritz 
Schäfer, Karl Clobes, Krämer, Kuhnert, Aug. Jäger, Helm. 
Sämmler, Wilh. Brück, Will). Wenderoth, Hch. Bairilscher 
Sachse. Wilh. Saul. Ad. Fiedler. 
Geboren wurde Adam Krause ein Sohn: es starben Kath. 
Elisabeth Lötzerich und Maria Elisabeth Wenderoth. 
Auf dem Felde der Ehre fiel der Feldw. Wilh. B ö d e. Wir 
neigen uns in Ehrfurcht vor dem Schmerz der Frau. 
' Die Heimat grüßt Euch herzlich, liebe Kameraden. 
Heil Hitler! Euer Konr. Weidemann. 
Ortsgruppe lisrle 
Liebe Kameraden! 
Nun liegen die Festtage, Weihnachten und Neujahr, hin 
ter uns. Die Tage werden wieder länger und der Frühling 
rückt immer näher heran. Bis jetzt hat uns der Winter noch kei 
nen Kummer bereitet und wir wollen hoffen, daß er nicht mehr 
so streng wird. Alle abkömmlichen Männer müssen jetzt in den 
Wald zum Holzfällen, damit, wenn die Feldarbeit losgeht, 
alle landwirtschaftlichen Kräfte wieder in der Landwirtschaft 
eingesetzt werden können. 
Der Obergefr. Heinrich Wollenhaupt, welcher sich an der 
Ostfront ein Leiden zugezogen hatte, ist in einem Heimatlazarett 
gestorben und wurde am II. Januar mit militärischen 
Ehren beigesetzt. Gestorben ist Schreinermeister Konrad Brandau, 
Christ. Hoppe (6 Monate alt) und Heinrich Erbeck. 
Fn letzter Zeit waren in Urlaub: Obergefr. Willi Lohr, Ober 
gefr. Karl Emde, Obergefr. Karl Heimel, Obergefr. Foh. 
Kilian, Soldat Wilh. Kilian, Obergefr. Phil. Keim, Gefr. 
Heinrich Schmidt, Uffz. Georg Lengemann, Obergefr. Heinr. 
Wiederhold, Gefr. Georg Brandau, Gefr. Ernst Momberg, Uffz. 
Ernst Momberg, Soldat Ludwig Momberg, Obergefr. Karl 
Otto, Obergefr. Adam Botte, Obergefr. Helmut Dilcher, Soldat 
Willi Hain. 
Am 1. Januar feierten wir in der Familie ein kleines Fest. 
Meine Schwiegereltern hatten goldene Hochzeit. 
Liebe Kameraden! Wir werden demnächst mit dem Bau eines 
Behelfsheims beginnen, welches gemeinsam errichtet werden soll. 
Ihr seht, daß die Heimatfront ihren Mann auch steht, wo es 
gilt. Darum vorwärts, am Ende liegt der Sieg! 
Heil Hitler! Sämmler 
Alle Kraft jetzt für den Endsieg*!
        

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