Full text: Unser ist der Sieg (Nr. 38, November/Dezember 1943)

dem Herzen gesprochen: „Wir 
werden im Harnisch unserer 
Pflicht sterben. Unsere Gene 
ration wird kein bequemes 
Leben mehr kennen. Das ist 
unser erhebendes Bewußtsein, 
daß wir eine Generation der 
härtesten Pftch er ül'ung. ein 
kriegerisches Geschlecht sind." 
Ja, es ist schon so, seit 1914 
kennen wir nur Krieg; durch 
harte Arbeit und härteste 
Pflichterfüllung werden wir 
alle geläutert und täglich ge 
stählt. Solange die Feinde 
unser Land bedrohen, wollen 
wir in der Heimat und Ihr 
an der Front kein sattes 
Volk sein, sondern unser gan 
zes Denken und Trachten 
einstellen auf das Leben un 
seres Volkes und die Ver 
nichtung unserer Feinde. Da 
zu gehört natürlich ein un 
bändiger Glaube. Diesen 
starken Glauben an Volk 
und unseren Führer und da 
mit an unseren Sieg wünsche 
ich allen Wolfershäusern auch 
fürs neue Fahr. 
Euer G. U m b a ch. 
Melsungen: Rauhreif an der Fulda 
Foto: Jungermann, Melsungen 
Zelle Neuenbrunslar. 
Liebe Neuenbrunslarer Soldaten! Wenn nebelschwere, feucht- 
kalte Stürme jetzt über uns hinwegbrausen, oft nachtsüberdröhnt 
durch das Donnern drohender oder schützender Motore, die Nächte 
länger und dunkeler werden, so ist dieses ein Bild des furcht 
barsten und tapfersten Kampfes, den unser Volk erlebt hat. 
Wenn das ewige Tagesgestirn sich immer kürzer zeigt, so 
könnten wir schier verzagen, hofften und wüßten wir nichtz 
daß durch den Allmächtigen uns bald ein lichtfrohes Weih 
nachten nach tiefstem Sonnenstand beschieden. 
Nach dem furchtbaren Mordterrorangriff auf unsere Gau 
hauptstadt sind viele Bombengeschädigte im Kurhessengau un 
tergebracht, auch hier fand eine größere Zahl gastliche Aufnahme. 
Die Wintersaat deckt viel versprechend die Felder, die 
letzten Stoppeln werden untergepflügt. 
In Urlaub weilten: Gebrüder Adolf und Wilhelm Seitz 
Konrad tzofmann, August Wurst, Wilhelm Dieling, Georg Ditt- 
mar, Wilhelm Dippel, Cyriakus Pippert, Georg Lambach, Wil 
helm Lengemann, Karl tzempler, Heinrich Angersbach, Hans 
Giefe, Willi Herbener, Karl Leimbach (krank, Erholungsurlaub). 
Dörings bekamen ihren kleinen Erwin. 
Unsere Jugendorganisationen, Jungen und Mädel, basteln 
fleißig nach ihren Dienststunden, um an dem kommenden Feste 
unseren lieben Kleinen selbstgefertigtes Spielzeug und Nütz 
liches unter den brennenden Lichterbaum zu legen. 
Neuenbrunslar grüßt Euch Lieben alle, wünscht von Her 
zen recht gutes Lichtfest-Weihnachten und alles Gute für 1944 
mit siegeszuversichtlichem Heil Hitler! , 
Euer W. E y s e l. 
Zelle Böddiger. 
Liebe Soldaten aus Böddiger! 
Die Heimat denkt immer an Euch und wünscht Euch allen 
alles Gute. Hier in der Heimat geht alles seinen gewohnten 
Gang. Wir sind hart und fest geworden. Die Feldarbeiten sind 
beendet, das Brot für das nächste Fahr/ist in der Erde. Seit 
dem letzten Bericht hat sich manches ereignet, das für viele von 
Euch und ebenso für uns schmerzlich ist, das aber unseren Sieges 
glauben und unsere Siegeszuversicht nicht erschüttern kann. Auch 
unsere Ortsgruppe hat viele Opfer des Tergorangriffes auf 
unsere schöne Gauhauptstadt Kassel aufgenommen und bietet 
unseren schwergetroffenen Volksgenossen aus dieser Stadt Un 
terkunft und Trost in ihrem Leid. Eins haben die Luftpiraten 
erreicht, das sie wohl nicht erwartet haben: Einen unbändigen 
Haß und Zorn gegen sie bei uns allen und das recht 
gründlich. Und wenn einmal ganz England in .Flammen aufl 
achen wird, dann werden wir alle ohne nur einen Funken von 
Mitleid dem Strafgericht zusehen. 
Seit dem letzten Bericht haben wir folgende guten Kameraden 
verloren: Fritz Harbusch, Karl R o h d e, Jftitz Landes 
feind und Willi Gipper. In stolzer Trauer 'tragen die 
Angehörigen ihr Leid. Fm Oktober verstarb die Ehefrau des 
Mühlenbesitzers Heinrich Sommerlade, viel zu früh für 
ihren Mann und ihre beiden Töchter. 
Eine ganze Reihe von Kameraden find auf Urlaub hier 
gewesen. Augenblicklich lassen sich von Mutter verwöhnen: Willi 
Bläsing, der nach seiner Verwundung Genesungsurlaub hat, 
Karl Kothe und Jakob Schäfer. Im übrigen gratulieren wir 
manchem Kameraden zur erfolgten Ordensverleihung. Auch un 
serem Kriegsmädel Anneliese Graß unsern herzlichsten Glück 
wunsch zu ihrer Beförderung zur L.-Nachrichtenoberhelferin. 
Schade war es nur, daß sie einen Tag vor dem Heimaturlaub 
ihres Vaters zu ihrer Dienststelle, irgendwo an der weiten Front, 
abreisen mußte, sonst wäre die Freude zu groß gewesen, wenn sie 
ihren ^-Vater und ihren Bruder, der als Flakhelfer Dienst 
verrichtet, hätte begrüßen können. 
Am 29. 11. d. I. zog Heinrich Hucke wieder das Ehren 
kleid des deutschen Soldaten an, nachdem er es genau vor 25 
Jahren am selben Tage ausgezogen hatte, auch ein sonderbarer 
Zufall. 
Soviel mir bekannt ist, haben sich Trinchen Runge und 
Erna Schäfer mit Soldaten verlobt. 
Hochzeiten und Geburten haben sich in der Zwischenzeit 
nicht ereignet. 
Unser Ortsdiener Adam Lengemann feierte mit seiner 
Ehefrau, ebenso das Ehepaar Konrad Wurst die silberne 
Hochzeit. 
Habt Ihr auch daran gedacht, daß die hiesige Schule, die 
der größte Teil von Euch acht Jahre lang besucht hat, in diesem 
Jahre ihren 100. Geburtstag feiert, wie eine alte Inschrift 
über der Haustür besagt? Und nun die versprochene Denk-» 
aufgäbe! Ein Landser schickt von der Ostfront einen Kanister voll 
Sonnenblumenöl, der genau 8 Liter enthält. Er wünscht, daß 
sich seine Schwester und sein Bruder in diese Menge teilen. 
Im Hause haben sie aber nur eine 3 und eine 5 Literflaschei. 
Wie sollen sie nun zur Hälfte genau teilen? Ein anderes 
Maß darf nicht benutzt werden. Schließlich haben die beiden in 
der Heimat auch dieses Problem gelöst. Wer weiß es, wie? 
Zum Schluß wünsche ich Euch allen im Namen des ganzen 
Dorfes alles Gute, vor allem aber viel Soldatenglück. Einen 
herzlichen Gruß auch meinem 2. Sohn Eitel-Arwed! 
Biele Grüße und Heil Hitler! 
Willy G l a tz e r, Zellenleiter der NSV. 
Hßec kämpft kat Heckt, um nickt kämpft kat (dies Heckt imiaeen! 
um 
Spruch am Rathaus zu Reval. 
335
	        

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