Full text: Unser ist der Sieg (Nr. 37, September/Oktober 1943)

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Ortsgruppe Spangenberg 
Liebe Kameraden! 
Am 18. August hat nach den großen Ferien ein neues 
Schuljahr begonnen. Es ist erfreulich festzustellen, daß die 
Kinderzahl ganz erheblich gewachsen ist, und zwar nicht nur 
durch Gäste aus luftgefährdeten Gebieten, sondern vor allem 
von Einheimischen. Zeitweise kamen auch die Bergheimer 
Kinder noch hierher. Eine Klasse mußte in der Scheune 
von Krelshandwerksmeister Siebert eingerichtet werden. Jetzt 
geht nun Lehrer Ludwig drei Tage in der Woche nach Berg- 
heim. 'Hauptlehrer Huhn ist wieder Soldat geworden. Die 
zweite neuaufgebaute Klasse der Hauptschule hat Lehrer Hoff- 
mann-Mörshausen übernommen. Er unterrichtet aber auch 
seine Mörshäuser Kinder noch weiter. 
Am Sonnabend, den 4. September, hatten wir auf deut 
Marktplatz eine Kundgebung, in der Pg. Schlitzberger zu 
uns jprach. Der Verrat Italiens am 9. 9. kam uns im An 
schluß daran nicht mehr besonders überraschend. Wir freuen uns 
auch in der Heimat, daß durch die Befreiung Mussolinis 
die Fronten nun ganz klar sind. Unsere Fugend freut sich 
schon auf den Kirmesmarkt. Das Melsunger Reserve-Laza 
rett laden wir wieder, wie im Vorjahre, dazu ein. Fn den 
Straßen der Stadt herrscht lebhafter Betrieb. Gäste kommen 
und Gäste gehen. Auch im Kino merkt inan das. Die 
Aepfelkirmes ist gehalten. Groß war die Ernte nicht, aber 
ich habe dafür gesorgt, daß zunächst alle Kinder und dann 
die alten Leute ihr Teil erhielten. Einige Aepselbäume zeigen 
uns das eigenartige Bild der Blüte im Herbst. Die Landwirte 
unter Euch werden gern hören, daß Rev.-Förster Frohn 
un'Wildschweinabschuß tüchtig war. Bisher hat er 9 Sauen 
zur Strecke gebracht. Auf dem Dreschplatz am Bürgertor 
ist ein seltenes Idyll zu beobachten. Eine Glucke hat ganz 
genau gewußt: wo viel Futter ist, da können auch viel 
Küken sein. Sie versteckte sich vier Wochen und kam dann 
mit 24 jungen Hühnlein und Hühnlein wieder zum Vorschein. 
Soldatenscheu sind sie noch nicht. Sie lausen vor keinem 
Feldgrauen weg. 
Ich freue mich, Euch melden zu können, daß die Kame 
raden: Wilhelm Dehn, Wilhelm Salzmann, Hans Möller, 
Peter Gleim, Kurt Silbernagel, Kurt Kohl und Albert Hop- 
pach nach langem Warten geschrieben haben. 
Leider muß ich aber auch melden, daß Heinrich Meyer 
die Heimat nicht wiedersehen wird. Am 31. 7. 43 ist er 
im Osten gefallen. Gestern haben wir hier in Spangenberg 
den NSKK.-Obertruppführer Eduard Frank, der als 
Obergefreiter im Südosten stand, unter militärischen Ehren 
beigesetzt. Eine heimtückische Krankheit hat ihn im Heimat- 
urlaub hinweggerafft. 
Im Urlaub sahen wir unter uns u. a.: Konrad Hartwig, 
Heinrich Mell, Wilhelm Jakob, Georg Schanze, Iuskrs Sin- 
ning, Heinrich Küllmer, Dr. Koch, Fritz Fett. 
Nachfolgende Paare haben in letzter Zeit hier Hochzeit 
gehalten: Uffz. August Jakob Braun mit Gerda Elisabeth 
Schade, Uffz. Werner Eilebrecht mit Martha Elisabeth Her- 
nmnn, Obergefr. Karl Hartmann Kehr mit Renate Bethke 
und schließlich der Gefreite Herbert Hoffmann mit Hertha 
Schellhase. Geboren wurden seit dem 30. Juli: Der Witwe 
Helene Frank ein Junge (Manfred), im Gärtnerhaus von 
Werkmeister ein Töchterchen (Erika), in der Familie Jansen 
ein Knabe (Klaus Norbert), bei Fritz Fett ein kleiner Horst, 
ber Witwe Klara Reyer eine Gisela. Käthe Siebert als Frau 
Bier schenkte einem Friedhelm das Leben. Bei dem Ge 
spannführer August Wurst kam als Nr. 12 eine kleine Gerda 
an und Eurem Kameraden Philipp Kurz wurde die lang er- 
wartete Helga geboren. 
Mörshausen meldet durch Pg. Hofmann: 
In der letzten Zeit waren in Urlaub: Andreas Köbberling, 
Ernst Knoche und Kurt Schmidt von der Ostfront. Ernst 
Knoche hatte eine leichte Verwundung an der Hand, die 
wieder ganz ausgeheilt ist. 
Martin Nickel, der in Norwegen auf der Wacht steht, 
ist Vater eines strammen Kriegsjungen geworden. 
Ernledankfeier 1943 der OGr. Spangenberg in Landefeld. 
Begleitet von Bauern und den Gliederungen der Partei wurde die 
Erntekrone in feierlichem Zug durch das Dorf getragen. Die 
Feierstunde, die vom weiblichen Reichsarbeitsdienst und der Hitler- 
Jugend gestaltet wurde, fand auf dem Schulhofe statt, der zu diesem 
Zweck mit Fahnen und Erntegaben geschmückt war. Ortsbauernführer 
Pg. Kehr stattete den Bauern seinen Dank ab. Er dankte auch 
dem RADwI. für seinen Einsatz rind überreichte dann dem Orts 
gruppenleiter Pg. Fenn er-Spangenberg die Erntekrone. 
Pg. Fenner gedachte in seiner Ansprache zunächst der Gefallenen 
des Dorfes und wies dann auf die Bedeutung des Erntedankfestes 
hin. SUne Airsprache schloß mit einem Dank an den Führer und 
die deritsche Wehrmacht, die es dem deutschen Bauern ermöglichten, 
in Ruhe die Ernte einzubringen. Photo: W. Heinel, Spangenberg'. 
Elbersdorf berichtet: 
Es ist lebhafter Betrieb in der Gemarkung, fleißig sind 
vor allem die Frauen in der Kartoffelernte. Im Morgennebel 
gibts spitze Finger dabei, aber im großen und ganzen haben 
wir herrliches Wetter. Wir erwarten wieder ein gutes Ergeb 
nis. Die Aepfelernte war in diesem Jahr recht gut. Die 
Fraueit waren bei der Versteigerung nicht zu halten. Sie 
hätten gar zu gern mehr gezahlt, als die Taxe ausmacht. 
Aber es hat schließlich doch jeder sein Teil bekommen. Es 
konnten sogar die Kinder unserer Gäste durch eine Zuteilung 
erfreut werden. 
Bischofferode schreibt durch Pg. Lehrer Edeling: 
Wir freuen uns, daß durch die reichliche Ernte die 
Rechnung unserer Feinde auf den General Hunger wieder 
einmal gründlich verdorben ist. Die Erntezeit war heiß. 
Wir haben manchmal nach Regen gelechzt. Im nächsten 
Urlaub könnt Ihr Euch aber überzeugen, daß auch die 
Kartoffeln und das Kraut sich noch vorzüglich entwickelt haben. 
Durch die Einberufung des Lehrers Gerhardt in Weidel 
bach muß ich meine Kraft teilen und unterrichte drei Tage 
in Weidelbach, drei Tage in Bischofferode. Die Schülerzahl 
hat sich natürlich durch Einschulung von Kindern aus luft 
gefährdeten West- und Nordgebieten erhöht. So lernt schon 
die Jugend aus dieser Schicksalsverbundenheit das Band 
zwischen Stadt und Land verknüpfen. 
Daß Wilhelm Br and au als ^-Mann bei Charkow 
am 12. 3. 43 gefallen ist, werdet Ihr schon erfahren haben. 
Uffz. Kurt Dilchert wurde das Eiserne Kreuz 1. Klasse 
noch nach seinem Heldentod verliehen. Es erhielten ferner das 
Eiserne Kreuz 2. Kl.: Der Gefr. Adam Ullrich und der 
Obergefreite Walter Edeling. Gerhard Koch hat sein Fähn- 
nchexamen bestanden. Wiegand Metz liegt infolge seiner 
schweren Verwundung noch im Res.-Laz. Reutlingen. In 
Urlaub konnten wir in letzter Zeit begrüßen: Georg Siemon, 
Wilhelm Jakob und Justus Sinning. 
Zum Schluß jende ich Euch die Heimatgrüße des ganzen 
Dorfes und wünsche Euch alles Gute! 
* 
Die anderen Dörfer der Ortsgruppe wollen nun zum 
nächsten Mal zu Worte kommen. 
Für die ganze Ortsgruppe sende ich Euch die herzlichsten 
Heimatgrüße mit Heil Hitler als Euer Th. Fenner.
	        

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