Full text: Unser ist der Sieg (Nr. 37, September/Oktober 1943)

Ortsgruppe Gensungen 
Liebe Kameraden! 
Der Schreiber des letzten Berichtes, August Gipper, 
ist nun auch schon ein Vierteljahr Soldat. Er dient bei der 
Heeresfla. Sein Nachfolger ist der Kriegsbeschädigte Heinz 
Aßmann. Auch das Jungvolk hat inzwischen in Erwin 
Kaiser einen neuen Führer bekommen, da Herbert Walter 
Dienst als Luftwaffenhelfer tut. Die beiden neuen Führer ver 
suchen, in den Fußstapfen ihrer tüchtigen Borgänger weiter 
zu marschieren. 
So wie unsere Fugend sich im Frühjahr bei den Be 
stellarbeiten und Rübenverziehen eingesetzt hat, hat sie auch 
bei den Erntearbeiten tüchtig mitgeholfen. Liebe Soldaten, 
trotz des großen Wassers haben wir eine gute Ernte einge 
bracht. Aber wenn der Roggen der Wasserfelder gedroschen 
wurde, war die ganze Umgebung der Maschine in Staub ein 
gehüllt. Der Ertrag dieser Felder war gemindert. Doch hat die 
Schadenskommission gut gearbeitet, und alle Geschädigten sind 
zufrieden gestellt. Zur Zeit ist die Kartoffel- und in Kürze 
auch die Zuckerrübenernte im Gange. Die Erträge sind zwar 
infolge der langen Trockenheit nicht so reichlich, jedoch der 
„Gehalt" machts. Die Gersten- und Rapsfelder zeigen schon 
wieder ihr frisches Grün und hier und da ist auch schon 
der erste Roggen der Erde anvertraut. 
Fn der Ortsgruppe geht alles wie bisher seinen ge 
wohnten Gang. Vor drei Wochen sprach der Gaustabsamts 
leiter Arno Methner in einer gut besuchten Versammlung 
zu uns. Die Sammlungen für das DRK. im Sommerhalbjahr 
brachten, wie immer, beste Ergebnisse. Die Spenden sollen 
ein 'Teil des Dankes an Euch fein. 
Trotz der harten Kämpfe auf den verschiedenen Kriegs 
schauplätzen konnten wir eine große Menge Urlauber hier 
in der Heimat begrüßen. Ihre Stimmung war vorbildlich 
und gibt uns immer wieder neue Kraft, auch in der Heimat 
front unentwegt im höchsten Maße unsere Pflicht und Schul 
digkeit zu tun. 
Fn der Hoffnung, daß der Sieg bald endgültig an Eure 
Fahnen geheftet wird, grüßt Euch wie immer 
Euer Troch. 
Ortsgruppe Hilgershausen 
• Liebe Kameraden! 
Rach harten Arbeitstagen ist die Ernte wieder einmal 
bis auf die Rüben und einen Teil der Kartoffeln unter Dach 
und Fach gebracht worden. Es hat alles, was konnte, 
feste zufassen müssen, damit die Ernte, die an Menge und 
Güte recht befriedigt, geborgen werden konnte. Sogar das 
Wetter war ganz wunschgemäß und half die 'Getreideernte 'be 
sonders beschleunigen, 'daß der Bauer und feine Helfer kaum 
Zeit zum Verschnaufen bekamen. Die Mühe des Bauern wird 
ihm nicht nur durch eine gute Ernte und die Anerkennung 
des Volkes gelohnt, sondern mehr noch durch das befrie 
digende Gefühl, 'den Kampf gegen unsere 'Feinde in diesem 
Sektor erfolgreich geführt zu haben. 
Für manche Hausfrauen gab es in dieser Zeit nod) 
zusätzliche Arbeit. Am 29. Fuli erhielten wir in allen Dörfern 
unserer Ortsgruppe Einquartierung aus Kassel. Besonders 
waren es Mütter mit ihren Kindern, die vorsorglich um- 
quartiert wurden. Und mancher von unseren besorgten Haus 
frauen ging es wie den umquartierten Frauen aus Kassel, daß 
nämlich die notwendige Umstellung in die veränderten Ver 
hältnisse meist einfacher ist, wie man vorher leicht zu befürchten 
geneigt war. So werdet Ihr, die Fhr das Glück habt, dem 
nächst in Urlaub zu fahren, in Euerem Dorf manches unbe 
kannte Gesicht sehen. Und auf den von den Kindern beson 
ders bevorzugten Spielplätzen wird es fein wie bei uns auf 
dem idealen Platz unter her schönen Stufenlinde. Auch da 
ist seit dem Zuwachs aus Kassel der fröhliche Lärm der spie 
lenden Kleinen um einige Grade lebhafter geworden. Daß 
int Eifer des Spiels dabei oft die Kasseler und die Hilgers- 
häuser Mundarten zu den verwegensten Stilblüten sich ver 
mischen, braucht nicht zu verwundern. 
Fn Urlaub waren in den letzten Wochen: Johann Dom- 
browskr, Georg Ditzel, Bernhard Besse, Willi und Fustus 
Unsere schöne Heimat: Melgershausen 
Wiederhold. Georg Müller, Hermann Besse und unser Orts 
gruppenleiter Rudolf Katzung. Er hat mir an alle Kame 
raden herzliche Grüße aufgetragen. 
Während seines Urlaubs hat sich Willi Wiederhold mit 
Frl. Martha Ploch-Melsungen verlobt. 
Mitten aus seinem Schaffen wurde der Bauer Fohs. 
Wicke, hier, durch den Tod herausgerissen. 
Run wünsche ich Euch im Namen der Heimat alles Gute 
und sende Euch herzliche Grüße! 
H. Muth, Ortsgruppenleiter i. V. 
Ortsgruppe Harle 
Liebe Kameraden! 
Seit dem letzten Heimatbrief sind wieder mehrere Monate 
ins Land gegangen. Was sich inzwischen alles hier ereignet 
hat, habt Fhr wohl von Euern Angehörigen erfahren. Die 
Folgen der Ueberschwemmung sind bei uns wieder ziemlich be 
seitigt. Wenn auch anfangs mancher beim Anblick seines 
Feldes, seiner Wiese oder seines Gartens ergriffen war, so 
hat sich doch hinterher vielfach der Schaden als halb so schlimm 
herausgestellt. Heute kann jeder wieder mit fröhlichen Augen 
durch sein 'Besitztum gehen. Wenn auch unsere Dreschmaschine 
durch das feuchte Bad ein wenig Rheumatismus bekommen 
hat, so erfüllt sie 'doch mit ihrem Gebrumm das Dorf und 
verkündet laut den guten Erfolg der Ernte. 
Wir freuen uns, daß so viele von Euch in Urlaub unter 
uns weilen konnten. Besonders hat es uns begeistert, wenn 
wir immer wieder von der guten Stimmung an der Front 
hörten. Das bedeutet für uns Verpflichtung. 
In Urlaub waren: Uffz. Heinrich Meier, Obergefr. Heinr. 
Gerhardt, Gefr. Karl Pittich, Gefr. Heinz Stieglitz. Obergefr. 
Paul Gude, Uffz. Wilhelm Schmidt, Obergefr. Heinrich 
Dünzebach, Gefr. Heinrich Besse, Obergefr. Heinrich Stieglitz. 
Gefr. Georg Freudenstein, Gefr. Wilhelm Gude. 
Das Standesamt meldet noch: Gestorben: Witwe Elise 
Schmidt und ein Kind. 4 Monate alt, von Konrad Eckhardt. 
Geboren: Heinrich Wiegand, ein Knabe; Fritz Clöbes, ein 
Mädchen, Georg Hoppe, ein Knabe. 
Heil Hitler! S ä m m l e r, Ortsgruppenleiter l. V. 
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