Full text: Unser ist der Sieg (Nr. 37, September/Oktober 1943)

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Zeit eingefettet würde, damit sich kein Rost ansetzt. Zu 
diesem Zwecke werden die Konnefelder ganz gern einige 
Fettmarken oder Speckschwarten opfern. Inzwischen betreibt 
Konnefeld zu 99 % Landwirtschaft und dies mit allergrößtein 
Erfolg, denn sie besitzen das beste Land im ganzen Fuldatal. 
Und nun die neue Aufgabe: 
Vor einiger Zeit hatte sich eine Soldatenfrau aus Konne- 
feld 4 Ferkel gekauft. Ihr Nachbars-Mann hätte ihr nun gerne 
eines davon abgekauft. Nach langem Hin- und Herreden hatte 
ihm die Frau auch ein Ferkelchen abgelassen, aber doch nur mit 
dem Vorbehalt, daß der Nachbar erst mal an ihren Mann int 
Felde schreiben müßte, ob dieser es zufrieden sei. Der Nachbar 
kam auch diesem Verlangen nach. Bor einigen Tagen kam nun die 
Antwort. Der Soldat schrieb: „Lieber Nachbar, mit dem Ver 
kauf meiner Frau bin ich einverstanden, Du kannst Dir das 
Ferkelchen holen!" Hoch erfreut über die Nachricht, holte sich nun 
der Nachbar das Ferkelchen. Da er aber vergessen hatte, nach 
dem Preise zu fragen, schrieb er noch einmal einen Brief in 
das Feld und erkundigte sich bei seinem Nachbar,, was das 
Ferkelchen kosten sollte. Einige Zeit später kam folgende Ant 
wort: „Lieber Nachbar, wir beide sind immer gut zusammen fertig 
geworden, und will ich Dich mit dem Ferkelchen durchaus nicht 
übers Ohr hauen. Wie Du ja weißt, hat ein Schwein 24 Rippen. 
Die sollst Du mir zahlen: Für die erste Rippe 1 Pfennig, 
für die zweite 2 Pfg., für die dritte 4 Pfg., für die vierte 8 Pfg., 
für die fünfte 16 Pfg., für die sechste 32 Pfg. und für jede weitere 
Rippe immer das doppelte." Dem Käufer schien dieser Preis 
für so ein schönes Ferkelchen doch zu gering und schrieb seinem 
Freunde daher ins Feld: „Lieber Nachbar, für so ein paar 
Pfennige kann ich das prächtige Ferkelchen nicht verlangen, 
ich will nun die vier Beine, die zwei Ohren, die zwei Augen, 
und das Schwänzchen noch dazu rechnen, damit die Zahl 33 
herauskommt. Sonntag will ich dann ausrechnen, was das Fer 
kelchen ausmacht. Dann trage ich Dir Montag das Geld auf 
Dein Konto nach Wichte auf die Darlehnskafse." 
Nun, liebe Soldaten des Kreises Melsungen, rechnet mal 
aus, was das Ferkelchen gekostet hat. Schickt mir die Lösung 
ein. Die Namen der Löser werden dann bekannt gegeben. 
Euer Ortsgruppenleiter S t e i n b a ch. 
Ortsgruppe Körle 
Liebe Kameraden: 
Herbst! Ich stehe an der Empfershäuser Seite. Ein 
sonnenklarer Sonntagnachmittag. Fast zu meinen Füßen Unter 
empfershausen. Leise dringt das Plätschern der Mülmisch an 
das Ohr, deren Lauf hier und da als Silberband in den 
Wiesen sichtbar ist. Auf den Wiesen weidende Kühe und 
spielende Kinder. Weiter talaufwärts das Oberdorf und in 
leichten Dunst gehüllt Eiterhagen. In den Lüften einige 
kreisende Habichte. Ein Ausschnitt aus den Schönheiten unse 
rer Heimat, die man erst schätzen lernt, wenn man sie länger 
nicht sieht. 
Die Kartoffelernte hat begonnen und die mit Säcken 
der kostbaren Knollen beladenen Wagen fahren dem Dorfe 
zu. Emsig sind die Frauen mit dem Aufsammeln beschäf 
tigt und bei dieser Gelegenheit werden die Neuigkeiten, 
die es gibt, ausgetauscht. Wenn auch das Verbrennen des 
Krautes eine Verschwendung ist, so ist doch der Duft der 
Kartoffelfeuer nicht wegzudenken und gehört nun einmal in 
die Herbstluft. Auch mit der Saat ist begonnen worden und 
nach einigen Tagen werden sich die ersten Keime des Rog 
gens zeigen. 
Am Sonntag, den 12. 9., veranstaltete der Turnverein 
in Körle einen Sporttag. Neben Laufen, Weit- und Hoch 
sprung, wurden einige schöne Handballspiele ausgetragen und 
die Freunde des Schießsports hatten Gelegenheit zum Preis- 
fchiehen. Eine stattliche Zahl von Zuschauern umsäumten den 
Sportplatz. 
Zur Behebung der Wasserknappheit in den Sommer 
monaten hat die Gemeinde mit dem Bau eines Wasserbehälters 
im Bach, am Auslauf des Sperksgrabens begonnen, aus 
dem das Wasser bei Bedarf durch einen Elektromotor in 
den Hochbehälter gepumpt werden soll. Mit der Vollendung 
dieses Bauwerkes wäre dann ein Uebetstand behoben, der 
sich besonders für den Oberteil von Körle unangenehm be 
merkbar mächte. 
Standesamtlich ist nicht viel zu melden. Guido Wagner 
wurde eine Tochter geboren. 
Unsere schöne Heimat: Kloster in Breitenau 
Die schweren Kämpfe des Ostens haben leider auch im 
Bereich der Ortsgruppe Lücken gerissen und Leid in einige 
Familien gebracht. Es starben den Soldatentod: Feldwebel 
Georg B r e d e, Schütze Ioh. i S t e u b e, Fahrer Georg 
Engelhardt, Gefr. Willi Kn au st und Gefr. Alfred 
Land g rebe- Lobenhausen, ferner Matr.-Gefr. Willi Rich 
ter aus Empfershausen. 
Das Leben und Treiben in der Heimat ist dasselbe. 
Hoffen wir, daß wir auch fernerhin vor Schäden durch 
Feindeinwirkung verschont bleiben. 
Mit den besten Grüßen und Wünschen der Heimat 
Euer A. A r e n d. 
Ortsgruppe Guxhagen 
Schwere, arbeitsreiche Wochen, wie sie die Erntezeit 
immer bringt, liegen hinter uns; vom Wetter sehr begünstigt, 
gingen die Arbeiten schnell von statten, und eine gute Ernte 
konnte geborgen werden. 
Mitten in 'dieser arbeitsreichen Zeit veranstaltete die 
Ortsgruppe eine Großkundgebung im Stückrathschen Saale, 
in der der Redner Parteigenosse Franke aus Bremen über 
das Thema „Der Krieg" sprach und uns mit neuer Hoffnung 
und dem festen Glauben an den Endsieg beseelte. 
In tiefe Trauer versetzt wurde die Familie des Kasten- 
meisters H. Kilian. Die Ehefrau des Vorgenannten stürzte 
so unglücklich, daß der Tod aus der Stelle eintrat. Sie wurde 
unter großer Beteiligung zu ihrer letzten Ruhe geleitet. Am 
6. August starb nach langem Krankenlager im Krankenhaus zu 
Kassel Frau Lehrer Siebert. Sie hat als eifriges Partei 
mitglied mit Umsicht und Gewissenhaftigkeit segensreich m 
unserer Gemeinde gewirkt. Ihre Urne wurde durch die Orts 
gruppe der NSDAP, auf dem hiesigen Friedhof beigesetzt. 
In vorbildlicher Weise stellte sich der gesamte Ortsgruppen 
bereich bei der Aufnahme Evakuierter aus luftgefährdeten Ge 
bieten erneut in den Dienst der Heimatfront und gewährte 
zahlreichen Müttern und Kindern Aufnahme. Eine große 
Beruhigung für unsere Ortsbewohner bilden unsere vorbild 
lichen Stollen und Bunker, so daß Ihr draußen in Feindes 
land unnötiger Sorge um Euere Angehörigen enthoben seid. 
An der Schwelle des 5. Kriegsjahres sprach in diesen 
Tagen bei einem Mitgliederappell der Ortsgruppe im Fehr- 
schen Saale Dr. Schüller von Kassel und gab unseren Herzen 
erneut Hoffnung und Kraft für die nächste Wegstrecke unserer 
schweren Kampftage. 
In den letzten Wochen weilten wieder liebe Freunde und 
Kameraden in unserer Mitte und erlebten wie es „daheim" war. 
Wir begrüßten: Hans Fromm, Ebert-Ellenberg, Steinicke, 
Dr. Hunold, Adam Siebert-Grebenau, Otto Grebitus, Proll, 
Karl-Wollrode, Trebing, Walter-Wollrode, Georg Wicke- 
Büchenwerra, Heinrich Hofmann, Silveo Krey-Ellenberg, Kurt 
Reichmann, Willi Merkle, Wilhelm Siebert, Walter Rudewrg, 
Martin Brandenstein, Heini Schmidt, Schmal-Albshausen, 
Heinrich Kaiser-Ellenberg, Heinrich Otto, Kurt Stückrath, 
Georg Kramm, Heinrich Mainz-Wollrode, Heinrich Lampe- 
Wollrode, Jakob Lies, Heinrich Siemon-Albshausen, Ober 
schirrmeister Krug-Wollrode, Werner Hememann, Kurt Staf
	        

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