Full text: Unser ist der Sieg (Nr. 36, Juli/August 1943)

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Standarten kriegsmäßig besetzt werden mußten. Auf Befehl des 
Gruppenführers übernahm er nun die k. Führung der Brigade 47 
in Kassel, unter gleichzeitiger Mitführung der Standarte 83. 
Am 1. Mai ist durch den Führer der Gruppe Hessen der 
Euch allen bekannte Sturmbannführer P. H a st mit der k. 
Führung der Standarte 173 beauftragt worden. 
Der Dienst im Sturm geht in bekannter Weise trotz Krieg 
und weiterer Einberufungen mit den wenigen verbliebenen 
Kameraden „älteren Semesters" weiter. Trupp- und Sturm- 
dienste, sowie Unterführerbesprechungen, Teilnahme an Partei 
veranstaltungen usw. wechseln regelmäßig miteinander ab. Die 
von der Obersten SA.-Führung für das Fahr 1943 erstmalig 
eingeführten Schießwehrkämpfe der SA., an der auch andere 
Gliederungen der Bewegung und sonstige Formationen teil 
nehmen konnten, wurden im Sturmgebiet im Monat Mai mit 
gutem Erfolg abgehalten. Es beteiligten sich außer der SA. 
die Pol. Leiter, NSKK., NS.-Kriegerkameradschaft, Schützen 
gilde und Betriebssportgemeinschaft der Fa. B. Braun. Die 
Kämpfe setzten sich zusammen aus Mannschafts- und Einzelschieß 
wehrkampf. Mannschaftsstärke ein Führer und vier Mann. Von 
den 14 Mannschaften, die teilgenommen haben, konnte der Sturm 
den 2. Platz hinter der Schützengilde belegen. Die besten Ein 
zelkämpfer des Sturmes waren die Kameraden Margraf und 
Klages. 
Die Standarte hatte in Treysa in den Monaten Februar- 
April einen Sonderlehrgang für den Erwerb des Lehrberech 
tigungsscheines angesetzt. Hieran nahmen vom Sturm fünf 
Kameraden teil. 
Zum Wehrdienst sind in den letzten Monaten folgende SA.- 
Männer einberufen: Heinrich Horn, Reinhard Müller, Röhren 
furth, Heinz Scherf, Obermelsungen, Alfred Schmidt, Ernst 
Schmidt, Georg Walter, Fritz Riedemann, Lorenz Wagner, 
Kehrenbach und Karl Thiemann. 
Einige Kameraden haben in der Berichtszeit ihren Kampf 
mit dem Heldentod besiegelt. Es sind dies: Sturmmann Karl 
S e i tz - Schwarzenberg, Scharführer Georg Schmidt-Melsun 
gen, Sturmmann Heinrich Schömberg - Kirchhof und Rotten 
führer Hans Z ü l ch - Melsungen. Ehre ihrem Andenken! 
Die Lazarettbetreuung wird nach wie vor durchgeführt. 
Viele dankbare Arbeiten werden so von den in der Heimat 
befindlichen SA.-Münnern geleistet. Von Euch wissen wir, daß 
Ihr weiter Eure Pflicht wie bisher treu erfüllen werdet. Möge 
Euch weiterhin Soldatenglück beschieden sein. Vergeht Eueren 
SA.-Sturm nicht und laßt öfters von Euch hören. Besonders 
dankbar wäre der Sturm für eine baldige Nachricht, wer be 
fördert worden ist bzw. eine Auszeichnung erhalten hat. 
5)eil 5)itler. Sturm 11/173 Melsungen: 
U f f e l m a n n , Trupps. 
Adelshausen. 
Im Juli 1943. 
Heute grüßt die BDM.- 
EchaftAdelshausen unsereSol- 
daten an allen Fronten und 
wünscht ihnen alles Gute und 
recht viel Soldatenglück. Bei 
uns hier in der Heimat ist 
noch alles in bester Ordnung. 
An Arbeit fehlt es natürlich 
zur Zeit nicht. Die Ernte 
kommt mit Sturmschritt her 
bei. Die ersten Kornhügel sieht 
man schon auf den Feldern 
stehen. 
Eine große Freude er 
lebten unsere beiden Soldaten 
Kurt Fischer und Wilhelm 
Weber. Durch Zufall trafen 
sie sich unterwegs und kamen 
eines Abends plötzlich und 
unerwartet hier an. 
Der alten Mutter Bras 
se l ist augenblicklich ein große s 
Glück befckieden. Ihre vier 
Söhne Wilhelm, Heinrich, Fritz 
und Lorenz weilen zur Zeit 
alle in Urlaub. Ferner konnten 
wir auch noch KarlAnacker, 
Georg Wenzel und Erich 
M i tz e begrüßen. 
Sonst gibt es in unserm 
Dörfchen nichts wesentlich 
Neues mehr zu berichten. 
In alter Verbundenheit 
grüßt recht herzlich die 
BDM.-Schaft Adelshausen. 
Adelshausen 
Ortsgruppe 8p3NFenberg 
I. August 1943. 
Liebe Kameraden! Eigentlich sollte hier ein Kurzbericht 
aus jedem der 13 Dörfer^ unserer Ortsgruppe stehen. Aber 
sämtliche Blockleiter, Bürgermeister und Lehrer sind bei dem 
herrlichen Wetter mit solchem Eifer in der Ernte, daß für sie 
keine Zeit und kein Mumm zum Schreiben bleibt. 
' Auch ich habe Euch nicht viel zu erzählen. Zunächst will 
ich uns die jungen Männer noch einmal vor Augen stellen, 
von denen wir in letzter Zeit erfuhren, daß ihnen das Glück, 
die Heimat wiederzusehen, nicht mehr beschieden ist, damit 
auch Fhr im Gedenken sie noch einmal mit Euerem Kameraden 
gruße ehrt. Hans Frank fiel bei Krymskaja. Philipp 
Wagner-Landefeld blieb am Kuban. Karl Ellrich er 
lag einem tragischen Unglücksfall in Italien. August Appell 
kehrte vom Feindflug über dem Mittelmeer nicht zurück. Jakob 
Ackermann - Kaltenbach und Heinrich H e e r i ch - Bergheim 
fielen bet den letzten Kämpfen im Osten. Sie alle sind im 
Glauben an Adolf Hitler und unseren Sieg für Großdeutsch 
lands Freiheit und Größe gefallen. 
Von den Urlaubern, die wir in letzter Zeit die Freude 
hatten unter uns zu sehen, fallen mir gerade ein: die Brüder 
Sonntag, Kfm. Eifert (vom hohen Norden). August Gagel, 
Albert Aschenbrenner, Karl Weschke, Max Münzer, Heinrich 
Ellrich (Burgstraße), Helmut Küchler, Otto Lange, Heinrich 
Heupel (ob er uns die Dächer flicken will?). Georg Schanze 
konnte seinen neugeborenen Stammhalter im Urlaub begrüßen. 
Allen Kameraden, die die Ortsgruppe oder mich durch Briefe 
und Grüße erfreuten, danke ich herzlich. 
Einige von Euch sind nun als Kriegsversehrte in den Dienst 
der Heimat eingebaut und erfüllen in altsoldatiscyer Auffassung 
eine neue oder ihre alte Pflicht, z. B.: Karl Holl, Ludwig 
Küllmer, August Schmidt-Metzebach. Mein Sohn Otto erhielt 
als Feldunterarzt das Fnfanterie-Sturmabzeichen in Silber. 
Auf der Eigenen Scholle haben Georg Frank und Frau 
Ende Mai Goldene Hochzeit gehalten. Auf dem Meierhof ist 
Konrad S i e b o l d plötzlich gestorben. Aus seinem Hause 
wehte einst im inneren Kampf um Deutschland eine der ersten 
selbstgefertigten Hakenkreuzfahnen in Spangenberg. Unsere HI. 
ist nach wie vor eifrig dabei in Leistungswochen, im Ernteeinsatz, 
in der vormilitärischen Ausbildung sich für den Einsatz im 
Kampfe um unser Bestehen zu schulen und zu stählen. Am 27. 
Juni gestaltete sie uns eine Morgenfeier unter freiem Himmel 
im RADwI.-Lager Beieröde. Die Vockeröder, die Pfieffer , 
usw. waren dazu zahlreich erschienen. Am 8. Juli hatten wir 
unseren Kreisleiter im Bürgersaal des Rathauses in einem 
aufschlußreichen Sprechabend in unserer Mitte. Der Monat 
Juni brachte einschneidende Aenderungen in der Einteilung 
der hessischen Amtsgerichte. Sie betreffen auch unser Gericht. 
Seit die Juden weg sind, gibts fast nichts mehr zu Prozessen. 
Das hessische Amt Spangenberg besteht seit beinahe 600 Jahren. 
Photo: Iungermann, Melsungen
	        

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