Full text: Unser ist der Sieg (Nr. 35, Mai/Juni 1943)

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Daß Albert 2 akob (Poles) an der Ostfront fiel, wer 
det Ihr inzwischen erfahren haben. Auch erhielten wir Kunde, 
daß Wilh. Jakob nicht mehr zu 
seiner jungen Frau nach Landefeld 
zurückkehren wird. Er ruht wie ein 
verstorbener jüngster Bruder Albert 
in fremder Erde. Er in Afrika, Albert 
im Osten. — Vier Brüder aus der 
Reihe dieser stolzen Jungen tragen 
nun noch beit grauen Ehrenrock im 
Kampf für Deutschlands Freiheit. 
Wir wollen Mutter Anna Jakob von 
Herzen wünschen, daß sie ihr erhalten 
bleiben mögen. In dieser Familie 
Heinrich Jakob haben wir die zweite 
Familie in unserm Dorf, die mit neun 
lebenden Kindern in diesen Krieg 
hineinging, davon je sechs stolze Sol 
daten. Wir bringen die Bilder von 
MlltterIaKob und ihren sechsIuNgeN. Hima Jakob, geb. 16. Mai 1880 
Obgcir.'Wilh. Jakob 
Gefr. stlbcrt Jakob 
Obgefr. Karl Jakob 
Gefr. Hrch. Jakob 
Gefr. Hans Jakob 
Uffz. Ernst Jakob 
Blockleiter August Wollenhaupt sendet viele Grüße aus dem 
Osten an alle Kameraden an allen Fronten. Euch alle grüßt das 
ganze Dorf. 
Herlefeld. 
Pg. Blockleiter Kratzenberg meldet die Auszeichnung 
von Bernhard M ü n z mit dem Kriegsverdienstkreuz mit Schwer 
tern und von Karl Holland mit dem E. K. 2. Kl. Walter 
Werner und Konrad S ch e l l h a f,e waren in Urlaub da 
heim. Wilhelm Deist, der jetzt Obergefreiter ist, hat die 
Frau seines gefallenen Bruders Justus geheiratet. Sie wird 
von Sterkelshausen zu uns herüber kommen. 
Schnellrode. 
Die Familie Fritz F u n g hat vier stramme Soldaten ins 
Feld gestellt. Mit Christian, dem Aeltesten, ist nun am 
7. März im Osten der zweite von ihnen gefallen. 2n der letzten 
Nummer dieser Zeitschrift hat er seine Brüder noch einmal 
gegrüßt. 
Bergheim. 
Blockleiter Pg. Holl berichtet Euch: 
In den Spinnstuben und auf den Schlachteköhlen dieses Win 
ters wurdet Ihr Soldaten manchmal sehr vermißt. Manche 
Schiebekirmes ist die Sehnsucht eines treuen Mädels. Unser 
alter Seebär Kaspar Fett hat in der Heimat Anker geworfen 
und Sippelfritzens Lisbeth auf sein Liebesschiff ge 
nommen. 
Unser Dörnerförster Hch. L i ch a u hat immer noch Glück im 
Hirschhörnersuchen. Er brachte einen großen Sack voller Ge 
weihe zum Verkauf. 
Der Klapperstorch hat unser „Quetschennest" im Winter aus 
giebig besucht. W o h l g e m u t h s Lorenz und S ch i e r w i k s 
Wilhelm hat er je einen Jungen, B l a ck e r t s Karl, E l l e r s 
Henner, Sippels Karl, R i e m e n s ch n e i d e r s Heinrich und 
Steinbachs Just je ein kleines Mädel gebracht. 
Unser Bürgermeister hat zweimal lange' Zeit im Stadt 
krankenhaus in Kassel liegen müssen. Die Verwaltungsarbeit 
hat er nun wieder aufgenommen, aber die Maurerkelle wird 
er kaum sobald wieder in die Hand nehmen können. 
Traurige Nachrichten erhielten die Familien H u p f e l d 
und S t e i n b a ch. August H u p fe l d und Georg Stein- 
b a cb gaben ihr Leben im Kampf für Führer und Reich. 
Spangenberg, 20. Mai 1943. 
Wieder sind Wochen ins Land gegangen. Zu meinem Be 
richt. der für Ostern bestimmt war, können nun Pfingstgrüße 
kommen. Die Heimat steht in voller Blütenpracht, man möchte 
sagen, so schön wie nie zuvor. Die Obstblüte ist schon durch. 
Kastanien und Flieder erfreuen das Auge. 
Der Wehrmachtstag am 4. April war tatsächlich ein großer 
Erfolg und überstieg alle Erwartungen. 
In einer Morgenfeier zum Geburtstag des Führers im 
Schützenhaus hierselbst haben wir unsere Zehnjährigen feierlich 
in die Jugend des Führers aufgenommen und anschließend die 
Achtzehnjährigen in die Partei übernommen. 
Am 28. April hielt unser Gauleiter zum ersten Mal einen 
Sprechtag in Spangenberg ab. Manche Sorge der erschienenen 
Volksgenossen konnte weggenommen oder durch Eingreifen des 
Gauleiters gewandelt werden. 
Der Nationale Feiertag des deutschen Volkes brachte uns 
Sondervorführung für die schaffenden Volksgenossen als fest 
lichen Mittelpunkt des Tages im Lichtspielhaus Stöhr. Pg. 
Heinel unternahm mit seiner Wandergruppe einen Ausflug nach 
Metzebach. Das bischen Regen am Nachmittag dürfte die 
Freude am Frühling und an der Feierruhe nicht beeinträchtigt 
haben. Cs war schon ein bedeutungsvoller Tag, halten wir doch 
nun 10 Jahre nationalsozialistische Maifeier! 
Acht Tage später hatten wir unseren alten Kampfkameraden 
Pg. Wisch als Redner hier. Er sprach über den Kampf als 
Lebensgrundlage. Am letzten Sonntag bereiteten uns die Maiden 
vom RADwI., Lager Beiröde, die Feier zum Ehrentag der 
deutschen Mutter. 12 Frauen der Ortsgruppe konnte ich das 
Ehrenkreuz der Mutterschaft überreichen. Einige von Euren 
Kameraden sind z. Zt. wieder in Urlaüb zu Haus. So auch 
Karl Dehn. Er war gerade als einziger Erwachsener auf 
dem Sportplatz, als die kleine Waltraut Sommer etwas zu 
mutig das Schwimmen lernen wollte, gleich ins tiefe Wasser 
stieg und unterging. Im letzten Moment konnte Karl Dehn 
sie retten und sie wieder ins Leben zurückbringen. 
Schließlich noch einen Kinderstreich. Auf Hartmanns Hof 
am Gickelhahn hielten sie nur mal ein Streichholz zur Probe 
ans Heu. Wenn nicht Tag gewesen wäre, hätte ein großes 
Unglück entstehen können. So brannten nur die Sparren vom 
Pferdestall herunter. Die Frauen haben so tüchtig Wasser auf 
den Heuboden geschleppt, daß das nach hier übergesprungene 
Feuer sich nicht mehr ausdehnen konnte. 
Ich grüße Euch alle herzlich mit Heil Hitler! als Euer 
Ortsgruppenleiter Th. Jenner. 
MEINE HEIMAT 
Von Uffz. Jakob M a h r t - Spangenberg (z. Zt In einem Lazarett im 
Osten). 
Wo inmitten weiter, rauschender Wälder 
Sich grünende Auen breiten und wogende Aehrenfelder; 
Wo ragende Tannen sich spiegeln im blauen See. 
Knorrige Eichen und Buchen die Wacht halten aut bergiger Höh;‘ 
Wo auf friedlich daliegenden Auen 
Fleißige Hände die Mutter Erde bebauen; 
Wo in stillen Dörfern klappernd die Mühlräder sich drehn 
An hellklaren Bächlein, die plätschernd zu Tale gehn; 
Wo die trotzige Feste thront auf felsigem Hang, 
Von stolzen Rittern erbaut — Fürsten Bollwerk Jahrhunderte lang; 
Wo der Stadt Türme grüßen von ferne her, 
Die den Bürgern in manchen Kriegen waren Schutz und Wehr; 
Wo noch die alten Mauern die Stadt umringen, 
Wo in Gärten und Hainen die Vögel den Tag ansingen; 
Wo der Häuser hohe Giebel in den blauen Himmel ragen, 
Die unsere Ahnen sahen an vielen Fest- und an manchen Trauertagen; 
Wo Landgraf Otto mit den Füßen zum Himmel vor dem Vater ritt, 
Wo er gegen Pfaffenlist für ftecht und Freiheit der Heimat stritt; 
Wo er als Schütz mit der Armbrust wild den Keiler gejagt, 
Wo er mit E isabeth von Kleve so kurze Jahre von Glück verbracht; 
Wo Kuno und Else so hart gelitten, so früh den Tod gefunden, 
Wo das Werk ihrer Liebe und Treue endlich die Not der Stadt 
überwunden; 
Wo uns ihr Denkmal am Marktplatz grüßt, 
D’raus bis in die fernste Zeiten hell und klar der Liebenbach fließt; 
Wo in den Wäldern im Herbste dröhnend röhrt der Hirsch, 
Und wackere Jäger ihm nachstellen auf hoher Pirsch; 
Wo einst wieder vom Schloßberg der Forstschüler Horn erschallt. 
Wo des Holzhauers Axt erklingt im tief verträumten Wald; 
Wo aut des Berges steiler Höh das Heldenkreuz in der Abendsonne 
blinkt; 
Wo die Jugend der Väter alte Lieder und die unsrer neuen Zeit singt; 
Wo der Heimat Geschichte und Sage lebendig ist 
Und ihre Schönheit jeden Tag von neuem zu uns spricht; 
Wohin jeder Gast gern wiederkehrt, 
Wonach mich in der Ferne die Sehnsucht verzehrt; 
Wo die Menschen eint ein aufrichtiges Freundschaftsband, — 
Da ist’s für mich am schönsten in der Welt, da ist mein Heimatland! 
Liegts auch abseits im Pfieffetal,weit und breit wird’s ruhmvoll genannt; 
Mein schmuckes Heimatstädtchen Spangenberg, die Perle im 
Hessenland!
	        

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