Full text: Unser ist der Sieg (Nr. 35, Mai/Juni 1943)

Ortsgruppe Niedermöllrich 
Liebe Kameraden! 
Dieses Mal begnügt Euch bitte mit einer kurzen Aufzählung 
unserer Veranstaltungen. ‘Sh» 21. Marz gedachten wir in ein 
drucksvoller Feier der gefallen.-eu Helden, insbesondere der 
Kämpfer von Stalingrad, und am 28. März fand in Gemeinschaft 
mit der Ortsgruppe Harle in dem ansprechend geschmückten Fest 
saal des Nachbardorfes die Verpflichtung der Vierzehnjährigen 
auf den Führer statt. Fn einer abendlichen Feierstunde, in die 
auch die Ausnahme der Hitlerjugend in die Partei eingeordnet 
war, vereinigte uns in tiefer Ergriffenheit des Führers Ge 
burtstag. Und am 16. Mai, am Ehrentag der deutschen Mut 
ter, zu dessen blumen- und liederumrankter Feier auch die 
Kindergruppen herangezogen waren, konnte zwei Müttern 
(Martha Fiedler und Maria K l e i m a n n) das vom 
Führer verliehene Mutterehrenkreuz überreicht werden. 
Wo so mancher Osterbrauch heute in Vergessenheit geraten 
ist, möchte ich noch hervorheben, das; unsere Kindergruppenleiterin 
(Frau Krämer) den Brauch des Ostersingens (Vorantragung 
des mit bunten Eiern und Bändern geschmückten grünen Oster- 
ckranzes) wieder aufgenommen hat. Welche Freude für die kleinen 
Sünder, als sie zum Schluß von unserer Frauenschaftsleiterin 
(Frau Rover) mit Süßmost und Ostergebäck (Osterhasen) 
bewirtet wurden. 
Ueber Urlauber und Standesamtsmeldungen das nächste Mal. 
Die Herzen der Heimat, liebe Kameraden, sind Euch zuge 
wandt in stillem Hoffen lind mit lieben Pfingstgrüßen. 
Euer Konr. W e i d e m a n n. 
Ortsgruppe Deute 
Liebe Kameraden! 
Heute komme ich mit herzi gem Gruß aus der Ortsgruppe 
zu Euch und der soll Euch zeigen, daß wir auch in schweren 
Stunden, die über Eure Heimatdörfer Böddiger, Altenbruns 
lar, Neuenbrunslar und Wolfershausen gekommen sind, Euch 
draußen nicht vergessen haben. Von Euren Lieben werdet Ihr 
ja über die Ereignisse in unseren Dörfern erfahren haben. Ich 
mili Erich nur sägen, daß der Schaden nicht so groß ist, ivie 
man ursprünglich annahm. Vor allem sind keine Verluste an 
Menschenleben zu beklagen, desgleichen sind auch keine Ver 
luste an Großvieh und „fetthaltigem Getier" eingetreten, so daß 
Euch Eure Angehörigen weiter die Liebespäckchen schicken kön 
nen. Auch hat die „Badekur" einiger Mäniler keine nach 
teiligen Folgen für deren Gesundheit gehabt. - 
Ludwig Debelius, der gerade in Urlaub weilte, holte sechs 
Frauen und einen Mann aus den im Wasser stehenden Häusern. 
Telegramme riefen viele von Euch in die Heimat, wie Uffz. 
L. Debelius, Obergefr. Gg. Stephan, Obergefr. Herm. 
E ck h a r d t, Obergefr. Ad. Führer, Gefr. Gg. H o f m a n n, 
Gefr. Ad. R o h d e, Obergefr. R. Kaiser, Soldat Aug. G e i- 
s e r, Soldat Kurt Dittmar, Kurt Pfeiffer, Wachtmstr. 
Ad. Eifert, Gefr. Hs. Stephan und Soldat Willi P i l g- 
r a m. Einige, die mit im Osten stehen, werden noch erwartet. 
_ Fm Notdienst arbeiteten die Alten mit den Fungen acht 
Tage lang treu und brav, um den Beschädigten wieder Häuser, 
Keller, Scheunen und Ställe in Ordnung zu bringen. Die Fünf- 
zehner waren auch mit rund 60 Mann zur Stelle und setzten 
sich tapfer ein. Fetzt liegt Arbeitsdienst in den Dörfern und 
wenn Fhr Euren nächsten Urlaub erhaltet, ist alles wieder in 
NIEDERMÖLLRICH. „BLUMS REEN“ Phot. Weidemann 
Blums Rain spielt im Leben der Kinder eine Frohe Rolle 
VOCKERODE Photo ; W. Heinei, Spangenberg 
Ordnung, bis auf einige Häuser, die durch Baukolonnen aus 
gebessert werden. 
Ihre Treue zum Vaterland besiegelten mit dem Heldentod 
Feldwebel Otto Weigel an der Spitze seines Zuges in 
Tunesien, am 1. 3. 43; Ussz. Hch. Gerlach, am 27. 12. 42. im 
Osten, der Mann von Mariechen Geißer und Obergfr. 
W i tz e l. der Mann von Elisabeth Stephan. Die tapfere Hal 
tung dieser Helden wollen wir uns zum Vorbild nehmen für 
unseren Einsatz vor dem Feind draußen und im Kampfe in 
der Heimat. 
Euch allen alles Gute weiterhin mit herzlichem Heil Hitler! 
Euer Heinrich Scherz, Altenbrunslar. 
Ortsgruppe OuxbaFen 
Liebe Kameraden! 
Die linden Lüfte sind erwacht, sie säuseln und wehen 
Tag und Nacht, sie schassen an allen Enden. O frischer 
Duft, o neuer Klang, nun armes Herze sei nicht bang, 
nun muß sich alles, alles wenden! 
So begrüßt ein bekannter deutscher Dichter den einziehenden 
Frühling, der auch unsere liebe Heimat in wengien Tagen in 
ein Blütenmeer getaucht, wie es uns lange nicht beschieden war. 
Unsere Felder prangen in üppigem Saatgrün, das reichen Segen 
verspricht. Voll Ehrfurcht stehen wir bewundernd vor dieser 
Fülle von Schönheit und Reichtum der Natur und könnten es 
in diesem Moment faßt vergessen, was sich draußen für ein 
Kamps abspielt. Doch ist auch dieses gewaltige Ringen nur zu 
ertragen in dem Glauben, daß gerade durch diesen Kampf auch 
für unser deutsches Volk sich einst wird „alles, alles wenden!" 
In Bereitschaft stehen wir alle, auch die Heimat! Der totale 
Krieg macht auch die letzten Kräfte mobil. Trotz des erhöhten 
Arbeitseinsatzes für Wehrmacht und Rüstungsindustrie geht das 
alltägliche Leben seinen Gang weiter und die Feldbestellung 
wird sichergestellt. Ebenso sorgen freiwillige Arbeitsgemeinschaften 
in gemeinsamen Bunker- und Stollenbauten für die Sicherheit 
der Frauen und Kinder im Abwehrkampf gegen die Terror- 
angriffe feindlicher Flieger. Der letzte und größte Stollen geht 
auch jetzt seiner Vollendung entgegen: Von beiden Seiten aus 
war man in den Berg gegangen. Fetzt war es soweit, daß man 
sich bald in diesem Berge treffen mußte und so geschah es, daß 
am 1. Mai mittags um 12,00 Uhr der Durchstoß gelang. Damit 
war erst mal dieser Stollen im Rohbau vollendet; denn jetzt 
konnte man zu dem einen Eingang reingehen und nach 90 Schrit 
ten kam man zum andern wieder raus. 
17 noch landhungrige Familien erhielten zum 1. März im 
Bachfeld vom Anwesen des Lehrers Riese Gartenland zur 
Verfügung gestellt. Leider nahmen in den letzten Wochen auch 
wieder zwei unserer lieben Alten Abschied: Frau Anna Bar 
th o l m a i geb. Studenroth wupde nach längerem Siechtum 
beerdigt und am 19. d. M. folgte ihr Frau Martha Kraft 
geb. Rose im Alter von 67 Jahren. 
2n Urlaub weilte unser Bürgermeister Hauptmann Werner. 
Für alle eingelaufenen Zuschriften herzlichen Dank. Wir 
freuen uns über jeden, auch den kürzesten Gruß. Möge Euch 
auch weiter Erfolg und Sieg beschieden und das Soldatenglück 
hold sein, 
Fn diesem Sinne grüßt Euch alle Eure liebe Heimat und 
die gesamte Ortsgruppe' in Treue und Verbundenheit. 
Heil .Hitler! Fritz Riefe. 
290
	        

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