Full text: Unser ist der Sieg (Nr. 34, April 1943)

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Ortsgruppe Körle 
Liebe Kameraden! 
Der Monat, in dem wir das Frühlingsfest feiern, hat nun 
begonnen. Noch einige Wochen und der Osterhase, dieses ger 
manische Sinnbild der Fruchtbarkeit, wird wieder wie alljährlich 
seine bunten Eier bringen. Man denkt wieder an die Kinder 
zeit zurück, wo wir dem Hasen aus Moos ein weiches Nest- 
chen bauten und freudestrahlend am Ostermorgen ihm die bunten 
Eier entnahmen, um sie dann am Osterberg zu rollen. O glück 
liche, sorglose Kinderzeit. 
Während der Frühling langsam seinen Einzug hält, fehlen 
und) wie alljährlich, die seinen Einzug hemmenden Aprilstürme 
niä)t. Aber trotzdem fängt das Knospen und Sprießen an. 
Die Obstbäume zeigen guten Blütenansatz, sodaß wir bei gutem 
Wetter in der Blütezeit auf eine gute Obsternte rechnen können. 
Die Frühjahrsarbeiten sind gut voran gekommen, sodaß wir viel 
weiter vor sind als im verflossenen Fahre. Die Arbeiten in Feld 
und Betrieben nehmen ihren gewohnten Gang. Wenn uns Petrus 
weiterhin hold bleibt, und uns das Wetter schickt, was zum 
Wachstum nötig ist, können wir mit einer guten Ernte rechnen. 
'Fremd für das Auge wirken die vielen ausländisäien Arbeits 
kräfte, die überall eingesetzt sind. Allgemein ist man mit deren 
Leistungen zufrieden. 
In den letzten Wochen waren nachfolgende Kameraden in 
Urlaub: Adolf Hartung, Theo G r i e n e i s e n, Karl Riede- 
m a n n, Heinr. Werner, Konr. U m b a ch, Heinr. Wende- 
r o 11) Heinr. Schneider, Adolf M e h l e r, Adam V a u p e l. 
Foh. Schönewolf, Heinr. Wilhelm, Lehrer Bosse, Kurt 
Jacob, Konr. Z ü l ch, Willi A r e n d, Christian Jacob, 
Heinr. Schröder und Heinr. Wilhelm aus Körle: Heinr. 
Kraß, Willi R i d) t e r und Uffz. Brandau aus Empfers- 
hausen; Karl Griesel aus Wagenfurth. 
Leider wurde aud) hier wieder eine Familie durch den Ver 
lust ihres zweiten Sohnes bei den schweren Abwehrkümpfen im 
Osten betroffen. Am 25. Februar ist bei Orel der Uffz. Wilh. 
Dieling, der im Oktober vorigen Jahres hier in Urlaub war 
und kriegsgetraut wurde, gefallen. 
Gestorben sind in Körle Frau Elise Zülch (oben Barthels) 
und Emil Z ü l ch. Fe ein Sohn wurde geboren: August 
F r i dt e - Körle, Chr. Heinr. Persch und Martin Werne r- 
Empfershausen. 
Mag uns das Kriegsglüdt, was wir alle hoffen, auch in 
diesem Jahre nad) den harten Winterkämpfen wieder günstig 
sein und unseren Waffen den Sieg bringen. Eud) allen, liebe 
Kameraden, wünscht die Heimat ein frohes Osterfest und sendet 
viele Grüße Euer A. A r e n d. 
0rt8§ruppe Deute 
Liebe Landser, dieses Mal kommt der Berid)t der Orts 
gruppe Deute aus Böddiger. Eben kamen wir aus Neuen 
brunslar zurück, wo wir an der Berpflichtungsfeier der schul- 
entlassenen Jugend teilnahmen. 
Es war eine stattlid)e Anzahl von Fungens und Mädels der 
Ortsgruppe Deute, die fiel) dem Führer in Treue und Gehor 
sam verpflid)teten. Wieder ist ein Fahr ins Land gegangen. 
Junge Menschen treten den Weg ins neue Leben, in den zu 
künftigen Beruf an. Ad)t Fahre haben sie von Eltern und 
Lehrern betreut sich das allgemeine Wissen für ihren zukünf 
tigen Beruf in der Sä)ule erworben. Nun wollen sie den 
Schritt ins Leben allein versuchen. Aus Böddiger sind es Heinz 
Herwig, Karl Schäfer, Kurt Rohde und Heinz W u r st. 
Wünschen wir allen, daß sie einmal tüchtige deutsche Männer 
und Frauen werden, die ihren Eltern und dem deutschen 
Volke Ehre bereiten. 
Ostern steht vor der Tür. Da denken wir in der Heimat 
an alle Kameraden unseres großen siegreid)en Heeres, auch an 
die Nad)richtcnhelferin Anneliese Graß irgendwo im großen 
Kampfraum. Wir senden Eud) allen die herzlichsten Ostergrüße 
und wünschen Euch allen viel Soldatenglück. Diesen Grüßen 
sd)ließen sich an der Ortsgruppenleiter Pg. S i n n i n g, alle 
Politischen Leiter und alle Volksgenossen. 
Fn der Heimat geht die Arbeit unverdrossen weiter. Die 
Frud)t versprid)t gut zu werden. Also mit den Aushungerungs- 
plänen der Nachbarn jenseits des Baches ist es wieder mal 
Essig. Nun sind auch die Urlauber wieder zahlreicher einge 
troffen. Fn Böddiger konnten wir folgende Landser begrüßen: 
Konrad Regenbogen, Reinhard Engelhardt, Fritz 
H a r b u s ch , Karl Landesfeind, Martin W i tz el , Kon 
rad S ch e r p , Fakob S d) ä f e r und Henner B a u p e l, der 
nach seiner zweiten Verwundung Genesungsurlaub hat. 
Zwei junge Mädels haben sich im März hier auch eingestellt. 
Dem Kameraden Wilhelm Franke gratulieren wir zur jüng 
sten Tochter, dem 7. Kinde, und auch Elisabeth Hohmann, jetzt 
verheiratete Frau S ä) n e i d e r, ist glückliche Mutter eines 
strammen Mädels. Tiefen Anteil nahm das Dorf an dem Helden 
tode von Vogts Kurt, dem einzigen Kinde des Schmiede- 
meisters Karl Herwig. Der jüngste Sohn des Gastwirts W e i - 
a e l in Altenbrunslar ist in Afrika den Heldentod gestorben. Ehre 
ihrem Andenken! 
Aber aud) etwas Freudiges und Stolzes kann id) berichten. 
Am 31. Mürz feierte der Mühlenbesitzer Heinrich Sommer 
lade und seine Frau das Fest der silbernen Hochzeit. Ferner 
melde id), daß in Böddiger der Ritterkreuzträger Oberst Heinrich 
E ck Hardt geboren ist. Er ist ein Sohn des früheren Bürger 
meisters Eckhardt und verwandt mit Eckhardts Käte. Das Dorf 
hat dem tapferen Ritterkreuzträger die herzlid)sten Glückwünsche 
übersandt. 
Der totale Krieg verpflichtet uns alle zur vermehrten Kraft- 
anstrengung und vermehrter Arbeitsleistung. Der Führer soll 
sich in seinem Volke nicht getäuscht haben. Mit Bewunderung 
hören wir und lesen wir von Euren Taten da vorn im Kampf 
um Deutschlands Schicksal. Ihr sollt aber wissen, daß Eud) die 
Heimat nicht vergißt. Wenn wir in Briefen junger Kameraden 
lesen: Macht Euch in der Heimat keine Sorgen. Wir werden die 
Bolsd)ewisten jagen, daß ihnen Hören und Sehen vergehen 
wird, wenn blutjunge Soldaten mit solcher Begeisterung in 
den Kampf ziehen, dann wollen wir in der Heimat eine ebenso 
tapfere Haltung beweisen. Neulich sprad) id) mit einem Rüstungs 
arbeiter aus der schwer heimgesuchten Stadt Essen, der hier zu 
Besuch war. Schlid)t sagte er: Uns kriegen sie nicht klein, 
aber wir hoffen, daß von England nichts übrig bleiben wird. 
Bor so viel Seelengröße und Heldenmut müssen wir ganz 
still sein. 
Zum Schluß möchte ich Euch noch eine kleine Denkaufgabe 
stellen. Denn ich weiß, daß Soldaten in Ruhepausen gern über 
knifflige Fragen knobeln. Also hört zu: 
In einem Hause, das einen großen Vorgarten hat, wohnt 
nur ein Herr mit seinem Diener. Das Gartentürd)en ist immer 
verschlossen. Am Gartentürchen hängt ein Briefkasten, in den 
der Postbote die Post steckt. Dann klingelt er, und die Post 
wird aus dem Hause geholt. Ganz plötzlich muß der Besitzer 
verreisen. Er gibt seinem Diener den Auftrag, die eingehende 
Post an eine aufgegebene Anschrift zu senden. Fm Eisenbahn- 
zuge bemerkt er zu seinem Erschrecken, daß er ja den Bries 
kastenschlüssel in seiner Manteltasche stecken hat. Auf einer Um 
steigestation packt er diesen in einen Brief und schickt ihn an 
seinen Diener mit der Bitte, ihm die Post sd)nellstens nachzu 
senden. Er wundert fiel) aber sehr, als diese nid)t ankommt. 
Wie war das nur möglich? Nun denkt mal nach und so ihr Lust 
habt, schreibt mir die Lösung des Rätsels. 
Nodimals liebe Ostergrüße Euch allen! 
Heil Hitler! Willi G l a tz e r. 
* 
Ihr lieben Neuenbrunslarer Männer im grauen Rock! 
Vorerst grüßt Euch tapfere Kämpfer die hiesige Jugend. 
Die schönen Vorfrühlingstage haben Feld und Flur abgetrock 
net. In der „Lehmkütte", am „Bärge" und auf den „Errer- 
wessen" tummeln sich pausbäckige Jungen und Mädel, der kleine 
und der große Ball kommen zu ihrem Rechte. Wettspiele wer 
den im herrlichen Sonnensd)ein, wie wir ihn Euch wünschen, 
durd)geführt. Ueberall sieht man fleißige Landleute das Feld 
bestellen. Hafer ist teilweise schon gesät worden. Die Winter 
saaten und Raps versprechen, wenn der Wettergott uns weiter 
hin gnädig ist, gute Ernte. Morgens und abends zeigt der Weg 
zu unserer Haltestelle ein bunteres Bild als früher, find doch 
eine Anzahl junger Frauen und Mädchen zu frohem Einsatz 
bereit, da zu arbeiten, wo früher Euere starken Hände werkten, 
um alles das zu schaffen, was Euch und uns not ist. So pulsiert 
in der Heimat das Leben überall, nichts bleibt stille stehen. Ihr 
braud)t Euch draußen keine Sorgen zu mad)en. 
Es verheirateten sich Andreas Albert Bolz und Anna 
Katharina Pfeiffer. Zwei Eurer tapferen Kameraden cr'i'trn 
den Heldentod: Heinrich Hühne, Sohn von August Hühne in 
der Seile, starb nach schwerer Verwundung in einer Kranken 
sammelstelle. Georg F r e u d e n st e i n . Ehemann von Sophie ge 
borene Bärthel am Deuter Weg, ist einer heimtückischen Krank 
heit in einem Feldlazarett erlegen. In Urlaub weilt gegen 
wärtig Gefr. Karl Schaumlöffel. 
Die kommenden schweren Zeiten erfordern starke Herzen. 
Mögen sie Euch draußen und uns in der Heimat diese innere 
Stärke und die gläubige Gewißheit geben, daß wir mit der 
höher steigenden Sonne' emporziehen zu immer neuen Siegen, 
bis der Endsieg unter Adolf Hitler errungen ist. In diesem 
unersd)ütterlid)en Glauben an den Endsieg sende id) Eud) allen im 
Namen der gesamten Bevölkerung unserer Heimatgemeinde in 
kameradschaftlicher Verbundenheit herzliche Grüße und gleich 
zeitig beste Wünsdie für die Zukunft. 
Heil Hitler! Euer W. E y s e l.
	        

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