Full text: Unser ist der Sieg (Nr. 33, März 1943)

Ortsgruppe Guxhagen 
22. Februar 1943. 
Liebe Kameraden! 
Nun stehen wir schon längst im neuen Jahr und hoffen, 
daß die Weihnachtsnummer in Eure Hände gelangt ist. Vielleicht 
wird auch manchen von Euch infolge der lebhaften Winter- 
kämpfe unser Frontblatt nicht erreicht haben. 
Inzwischen hat das deutsche Volk den Ruf vom totalen 
Krieg erfahren, d. h. alle haben die Zeit begriffen, sie wissen, 
um was es geht. Frauen und Mädchen werden mit den 
Rüstungsarbeitern wetteifern im Kampfe um den Endsieg. In 
der Opferfreudigkeit hat der Heldenkampf in Stalingrad bei 
spiellos gezündet: denn als 'in den Tagen die Sammler von 
Haus zu Haus zur Straßensammlung aufriefen, wurde das bis 
herige Höchstergebnis vervierfacht. In Guxhagen waren 4080,— 
RM. zusammengekommen, in der ganzen Ortsgruppe über 
6000,— RM.! Das war die Antwort auf die Heldentat von 
Stalingrad. Ungebrochen zeigt sich hier der Wille zum Opfer 
und der Wille zum Endsieg! 
Zur zehnjährigen Wiederkehr des Tages der Machtüber 
nahme fanden sich die Einwohner in einer öffentlichen Orts- 
qruppenverfammlung am 29. 1. 43 im Saale Stückrath zu 
sammen und bekundeten nach den Ausführungen des Sprechers 
ihre Einmütigkeit und Geschlossenheit. Am 30. Januar lauschte 
im ganzen Ortsgruppengebiet die Einwohnerschaft den An 
sprachen des Reichsmarschalls, des Reichsministers Dr. Goebbels 
und der Proklamation des Führers in Ergriffenheit zu. Ein 
Abschluß dieser Iubiläumstage bildete am Sonntag, den 31. 
Januar, das im Saale Stückrath veranstaltete Militärkonzert 
eines auswärtigen Musikkorps, das uns eine Fülle köstlichster 
Darbietungen schenkte. 
Auf Urlaub weilten in den letzten Wochen Ortsgruppenleitei 
Staffel, H. Reuter, Breitenau, K. Gerlach, nach seiner 
ersten U-Boot-Feindfahrt, H. Fromm, Ufsz. H. H u p f e l d, 
Just. Hebebrand, H. Elbrecht, August Fromm, Theo 
Br eck er, Hans Weingarten, Feldwebel Georg Klei 
nert, Adam Brüne, nach seiner Verwundung, Hans Gün 
ther, Heinrich Günther, Manns, Wollrode, Franz Vieh, 
Heinz Köhler, Uffz. Walter Beetz, Otto Fink, Stabs 
feldwebel Erich Heise, Willi M e r k l e, Konrad Branden- 
stein, Unteroffizier Karl Bätzing, nach Verwundung, Justus 
Hernemann, Werner Heinemann, Cyriakus F e h r, 
Georg Krug, Martin Correus und Karl Wolfram, 
desgl. auch Heini Fink, er fährt morgen wieder zurück nach 
Kreta, ebenfalls Uffz. Ernst Ammann, nach seiner Verwun 
dung. Er trägt das Eiserne Kreuz 2. Klasse und Infanterie- 
Sturmabzeichen und fühlt sich wieder in alter Frische. John 
H e i n z e hat im Urlaub geheiratet, er befindet sich auch noch hier. 
Unsere besten Wünsche begleiten ihn zu seinem Hochzeitsseste. 
Ihren 70. Geburtstag konnte Wwe. Elisabeth Branden- 
stein bei noch guter Rüstigkeit feiern. Sie hat 12 Kindern 
das Leben geschenkt und trügt das goldene Mutterehrenkreuz. 
Von seinem Leiden erlöst wurde der alte Frontkämpfer 
Maurermeister Heinrich Fromm. Ein großes Trauergefolge 
gab ihm das letzte Geleit. 
Den Heldentod starben in ; den letzten Wochen Hans 
Pfeiffer und Albert Jakob. Ihr Tod verpflichtet uns 
zum äußersten Opfer. 
Die große Rede von Dr. Goebbels in den letzten Tagen hat 
die gesamte Bevölkerung zu äußerster Kampfentschlossenheit aufge-, 
richtet. Schon scheint sich die Frühlingssonne durchsetzen zu wollen. 
Neue Hoffnungen und der feste Glaube schwingen in den Herzen. 
In diesem Sinne grüßen wir Euch, liebe Kameraden, in 
treuester Verbundenheit. Eure Ortsgruppe. Fritz Riese. 
Ortsgruppe Heinebach gibt Rätsel auf! 
25. Februar 1943. 
Liebe Kameraden der Ortsgruppe Heinebach! 
Die gesamte Einwohnerschaft übermittelt Euch auf diesem 
Wege die allerbesten Grüße. Für all die vielen herzlichen Zu 
schriften, welche ich von Euch erhalte, sage ich Euch meinen 
besten Dank. Es freut mich immer sehr, wenn ich etwas Gutes 
von Euch höre. Bie^ Neues hat sich bei uns nicht zugetragen. 
Vorigen Monat waren die Soldaten des Reservelazaretts aus 
Melsungen bei uns zu Gast. Die Kapelle Staßke aus Roten 
burg und unsere BdM.-Mädels sorgten für die nötige Unter 
haltung. Kreisleiter Dr. Reinhardt sprach herzliche Warte 
zu den lieben Kameraden. Für alles übrige hatte unsere Frauen 
schaft und die gesamte Einwohnerschaft von Heinebach Sorge 
getragen. Als es abends mit frohen Klängen an den Zug ging, 
hatten wir bas Bewußtsein, unseren lieben verwundeten Kame 
raden einige schöne Stunden bereitet zu haben. 
Sonst wäre noch zu berichten, daß eine Serie kleiner 
Mädels angekommen ist. Elsewets Just und sein Bruder Ierge 
MELSUNGEN VORDERES EISFELD 
Photo: Helmut Bernecker +, Melsungen 
haben je ein Stück bekommen, auch der Hans Kleinschmidt 
hat Glück gehabt und hat eins erwischt davon. Ferner wurden 
bedacht der Samuel Gleim-Heinebach und her Müller Walter 
in Niederellenbach. Wie mir bekannt geworden ist, kommt in 
aller Kürze eine große Serie kleiner Iungens an. Soviel ich 
aber weiß, hat die Zelle Ellenbach die Serie kleiner Jungen 
schon zu zwei Drittel mit Beschlag belegt. Wenn diese letztere 
Sendung dann alle untergebracht ist, teile ich Euch mit. wer 
so einen kleinen Strolch bekommen hat. Die Landdienstführerin 
Martha H e ck m a n n (Posts Martha) hat sich nach Bockendorf 
a. d. Werra verheiratet. 
Nun »ine neue Aufgabe. 
Drei gute Nachbarinnen aus Schwarzenberg hatten es 
spitz bekommen, daß der Kaufmann L. Reinbold in Melsungen 
noch eine gute, dazu auch sehr billige Waschmaschine stehen 
hatte. Die drei Frauen waren sich einig geworden, die Wasch 
maschine gemeinsam zu kaufen. Am dritten Weihnachtstage 
nahmen sie einen Handwagen und die nötigen Frühstücke mit 
und zogen nach Melsungen. Da keine der drei Frauen auf den 
Mund gefallen war, hatten sich Reinbolds schnell dazu be 
wogen, ihnen die Waschmaschine zu verkaufen. Die Maschine 
kostete 30 Mark. Jede der drei Frauen legte 10 Mark aus den 
Ladentisch, packten alsdann das Ding auf den mitgebrachten 
Handwagen und mit den Gedanken, einen guten Kauf gemacht 
zu haben, begaben sie sich auf den Heimweg. Bekanntlich ist 
ja Reinbold ein sehr gewissenhafter Kaufmann. Um nun ganz 
sicher zu sein, daß der Preis von 30 Mark auch richtig stimmte, 
sah er nochmal 'n der Preisliste nach. Zu seinem Schrecken 
mußte er feststellen, daß die Maschine ja nur 25 Mark kosten 
durfte. Um nun jeder Krempelasche mit dem Preiskommissar 
aus dem Wege zu gehen, gab er seinem Stift schnell 5 Mark 
und jagte ihn hinter den Frauen her mit dem Auftrag, ihnen 
zu sagen, daß die Maschine nur 25 Mark koste und die 5 Mark 
zurückzuzahlen. Auf der alten Fuldabrücke holte der Stift die 
Frauen ein. 'Als er nun sah, daß es nur drei Frauen waren, 
faßte der Stift den Plan, jeder Frau nur eine Mark zu geben 
und die zwei Mark für sich zu behalten. Wie gedacht, so ge 
tan. Er gab jeder Frau nur eine Mark zurück. Also hatte jede 
der drei Frauen nicht 10, sondern 9 Mark bezahlt. Nun mal 
ut aufpassen, liebe Soldaten: 3X9 ist doch 27 und der Stift 
atte 2 Mark behalten gilt 29 Mark. Zerbrecht Euch mal den 
Kopf und schickt mir Eure Antwort ein. Die Aufgabe muß 
aber genau so ausgerechnet werden, wie sie geschrieben ist. 
Euer Ortsgruppenleiter S. S t e i n b a ch. 
265
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.