Full text: Unser ist der Sieg (Nr. 33, März 1943)

Heimat berichteten, wollten wir Euch senden als Zeichen steten, 
immerwährenden Gedenkens und gleichzeitig als geringen Dank 
für Eure tapfere Haltung und Euren Einsatz für dieses unser 
vertrautes Stückchen Heimaterde. Und Ihr seid in diesen Er 
innerungen stark, gläubig und zuversichtlich geblieben trotz man 
cher schweren Stunden und Tage. 
Ich habe stets mit besonderer Freude und Genugtuung aus 
Euern Briefen festgestellt, wie sieghaft froh Ihr ein frohes und 
gesundes Wiedersehen in unserem schönen Fuldatal als Gewiß 
heit in Euern Herzen tragt. 
Und selbst diejenigen, die die letzte und höchste Erfüllung 
ihres Kampfes in der Hingabe ihres Lebens brachten, lebten in 
der Hoffnung des Wiedersehens in unserer schönen, lieben Hei 
mat, in unserm schönen Schwarzenberg. 
Der Glaube an den Sieg des Guten über die finstern 
Mächte soll und muß uns auch jetzt zuversichtlich vorwärtsschauen 
lassen und stark machen, Euch sowohl in der Front als auch 
uns hier, für den letzten Entscheidungskampf und endgültigen 
Sieg. Wir danken Euch, daß Ihr uns helft, daß wir noch 
stärker und härter werden in der Mithilfe am Endsieg. 
Wir freuen uns über den Sieg der Sonne; neues Hoffen 
und neue Zuversicht erfüllt unsere Herzen im Hinblick auf den 
kommenden Frühling und Ihr, im besonderen im Osten, werdet 
sehnlichst den Frühling erwarten. 
Wie geht es denn nun hier im Dorfe zu? Ich weiß, daß 
man immer recht viel hören möchte. Denkt Ihr noch manchmal 
an unseren letzten Dorfabend 1939 zurück? Unsere Dorflinde 
zieht heute wie ehedem die Jugend in ihren Bann und die Gosse 
rauscht nock so vertraut wie einst. Der Wurggraben hat seine 
Nomantik noch nicht verloren und.das Brückengeländer ist noch 
Stelldichein wie einst es war, nur Ihr fehlt noch. Sonst aber 
spielt sich das Leben in normaler Weise ab. Eure Lieben sind 
wohlauf und lassen überall herzliche Grüße ausrichten. Die 
Welt der Kleinen und Kleinsten entwickelt sich zur Freude 
der Eltern und Großeltern, und sie würden wahrscheinlich gerne 
ihre Grüße selbst zeichnen, aber das geht noch nicht, so must 
ich es denn vorläufig noch übernehmen und das tue ich gerne. 
Lebt nun alle miteinander wohl, bleibt gesund und froh, 
Gott behüte Euch, und nehmt auch von mir die herzlichsten 
Grüße und Wünsche für Gesundheit und ferneres Wohlergehen. 
Auf frohes und glückliches Wiedersehen in der schönen Heimat 
und Heil Hitler! Euer Schmidt. 
Kehrenbach. 
22. Februar 1943. 
Liebe Kameraden! 
' ' Wir grüßen Euch alle recht herzlich aus unserem kleinen 
Walddörfchen, und wünschen Euch alles Gute und viel Soldaten- 
glück bis zum siegreichen Kriegsende. Besonders grüßen Euch 
Eure lieben Frauen und Mädchen, auch der S ch o r f ch e in 
Afrika wird vielmals gegrüßt von seinem A n n ch e n aus 
Quentel, den Zunamen hat sie aber vergessen: hoffentlich 
wirst Du sie kennen, lieber Schorsche. Liebe Kameraden! Wir 
werden nun alle zwei Monate von der Gaufilmstelle besucht 
und haben dadurch Gelegenheit, im Bild Eure Kämpfe und 
Leistungen zu verfolgen. Sonst wüßte ich Euch keine größeren 
Ereignisse zu beuchten. 
Herzliche Heimatgrüße! Euer Kurt Metz, Blockleiter. 
Ortsgruppe Hpangenberg 
16. Februar 1943. 
Liebe Kameraden! 
Seit meinem letzten Bericht ist der Winter ins Land ge 
kommen. Er hat uns aber nur kurz besucht. Wir hoffen des 
halb, daß auch der Winter bei Euch früher als im vergangenen 
Jahr mit seinem harten Regiment ein Ende macht und Euch 
dadurch die Lasten des Kampfes etwas erleichtern würde. Leider 
scheint das aber nicht der Fall. 
1. Spangenberg. 
Besonderes hat sich in den paar Monaten nicht ereignet. 
Draußen im Wald müssen Kriegsgefangene mit Hand an 
legen, damit wir im Sommer wieder genügend Holz heim 
fahren können. Die Wintersaat ist gut in die Erde gekommen. 
Wir hoffen, daß sie ebenso gut durchkommt. Gegenwärtig 
herrscht Hochbetrieb in Hausschlachtungen. Es kommt nicht 
trotz, sondern gerade wegen der wohldurchdachten Hausschlach- 
tungsbestimmuntzen sedermann zu seinem Recht, sowohl der, 
der das Schwein füttert, wie auch der, der sich keins füttern 
kann. Unsere Volksbücherei hat Pg. Lehrer Ludwig gut im 
Schwung. 4000 Ausleihungen sind im Jahre 1942 erfolgt. 
Davon 500 allein im Dezember. 
Zu Weihnachten sind unsere Kinder trotz des Krieges reich 
bedacht worden. Die HI. hat mit ihrer Sonderaktion die 
Oeneralfelümarscbsll Lauius, ein 5prvh besten kurbessiscben kauernblutes 
Wir bringen heute ein Bild aus 
der Vatersfamilie des heldischen Füh 
rers der sechsten Armee, unseres Gene 
ralfeldmarschalls Friedrich Paulus, 
der ein Sproß aus bestem kurhessi 
schen Bauernblut ist. Sein Stammhaus 
steht in Lohre, wo sein Großvater in 
der zweiten Hälfte des vorig'n Jahr 
hunderts Bürgermeister war. Bon die 
sem stammen neben zwei Töchtern sie 
ben Söhne, hochgewachsene, breitschul 
trige Männer. Der vierte dieser Söhne 
folgte seinem Vater im Amte und 
Beruf, während die sechs übrigen sich 
anderen Berufen zuwand en und sich 
in ihnen als tüchtig und zuverlässig 
erwiesen. Friedrich Paulus war der 
Sohn des dritten von ihnen, Ernst mit 
Namen, der in Breitenau als Bc- 
triebsinspektor wirkte. Dort wurde der 
Generalie'.dmarschall geboren. Ein jün 
gerer Bruder des Vite s. Gu'^av mit 
Namen, lebt jetzt noch in Lohre im 
83. Lebens'ahre und be ä igt sich noch 
im Betrieb seiner verwitweten Tochter, 
trotz eines vor mehreren Jahren er 
littenen schweren Unfalls bei landwirt 
schaftlicher Betätigung. 
Das Bild zeigt die Batersfamilie 
des Generalfeldmarschalls. Die si'ben 
Brüder waren (von links nach rechts): 
Stehend: 1. Bahnmeister in Kassel, 
2. Bürgermeister in Lohre, 3. Lehrer 
in K'ebe. Sitzend: 1. Lehrer in Lohre, 
2. Berwaltungsins-ektor in Breitenau 
(Vater des Generalfeldmarschalls). 3. 
Molkereileiter in Lohre (lebt noch), 
4. Molkereileiter in Niederaula.
	        

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